Gürtelrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Bei einer Gürtelrose, in der medizinischen Fachsprache auch als Herpes Zoster bezeichnet, handelt es sich um eine ansteckende Infektionskrankheit. Verantwortlich für die Erkrankung ist das Varicella Zoster Virus (VZV). Eine Gürtelrose zeigt sich durch die typische Bläschenbildung, sowie ein Brennen und Schmerzen der betroffenen Hautregion.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gürtelrose?

Die Gürtelrose (Herpes Zoster) wird durch das Varicella-Zoster-Virus hervorgerufen, genau wie die Kinderkrankheit Windpocken.

Der erste Kontakt mit dem Virus, führt meist im Kindesalter zum Ausbruch der Windpocken. Nach überstandener Erkrankung verbleibt das Virus allerdings noch im Körper und kann erst im höheren Erwachsenenalter (meist zwischen 50-70 Jahren) durch verschiedene Auslöser reaktiviert werden. Das heißt, ausschließlich Patienten, die bereits an Windpocken erkrankt sind, können in deren Folge an der Gürtelrose erkranken.

Nach dem Abklingen der Windpocken bleibt das Virus allerdings im Körper in Nervengeflechten bestehen. Bei ausreichendem körpereignen Abwehrsystem (Immunsystem) treten keine weiteren Beschwerden auf. Ist das Immunsystem aber herabgesetzt, kann es zu einer Reaktivierung der Infektion kommen.

Dies kann zum Beispiel durch Stress, Krebserkrankungen, AIDS oder langandauernde Behandlung mit Kortison oder bestimmten anderen Medikamenten ausgelöst sein. Dann breitet sich das Virus entlang von Nerven aus und entzündet diese. Zur Behandlung der Gürtelrose kommen Schmerzmittel und bestimmte antivirale Medikamente zum Einsatz. Nach einigen Tagen heilt der Hautausschlag ab, auch die übrigen Beschwerden lassen nach.

Ursachen

Auslöser für die Gürtelrose ist ein Virus namens Varicella Zoster. Dies ist übrigens dasselbe Virus, welches auch für die Windpocken verantwortlich ist. Ist diese Krankheit überstanden, bleibt das Virus im Körper, genauer gesagt in den Nervenzellen des Rückenmarks. Hier schlummern diese unbemerkt.

Unter bestimmten Umständen können diese Erreger sozusagen "erwachen" und die Gürtelrose auslösen. Im Normalfall geschieht dies nach dem 40. Lebensjahr. Am häufigsten tritt die Gürtelrose bei Menschen zwischen dem 60. und dem 70. Lebensjahr auf.

Warum der Virus bei einigen Menschen ausbricht und bei anderen nicht, ist noch nicht genau geklärt. Erwiesen ist jedoch, dass Menschen mit einem schwachen Immunsystem, also beispielsweise Krebs- oder Aids-Patienten, deutlich häufiger an der Gürtelrose erkranken. Selbst Stress und andere seelische Belastungen gelten als Auslöser für die Gürtelrose.

Wann zum Arzt?

Bei Verdacht auf eine Gürtelrose wird am besten umgehend ein Termin beim Hausarzt vereinbart. Wer leichtes Fieber verspürt und sich abgeschlagen fühlt, sollte auf die Warnsignale des Körpers achten. Kommen nach zwei bis drei Tagen die typischen Symptome – brennende Schmerzen auf einer Körperhälfte, Ausschlag und Juckreiz – hinzu, handelt es sich womöglich um eine Gürtelrose. Der Arzt sollte die Erkrankung umgehend abklären und behandeln. Sollten die Beschwerden in Augennähe auftreten und von Lähmungserscheinungen begleitet sein, muss sofort ein Mediziner konsultiert werden.

Ein medizinischer Notfall liegt vor, wenn ein Hörverlust, Gesichtslähmung oder Sehbeschwerden auftreten. Selten breitet sich das Virus auf die inneren Organe aus und verursacht ein starkes Krankheitsgefühl. Spätestens dann muss der Notarzt gerufen oder umgehend die nächstgelegene Klinik aufgesucht werden. Sollten nach der initialen Behandlung der Gürtelrose erneut Beschwerden auftreten, muss ein Arzt zurate gezogen werden. Vor allem ältere Gürtelrose-Patienten leiden nach der Therapie häufig unter Nervenschmerzen, die über Monate oder Jahre anhalten können. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Behandlung mit geeigneten Medikamenten.

Symptome und Verlauf

Die typischen Bläschen und Pusteln einer Gürtelrose sind meist örtlich begrenzt.

Mögliche Symptome bei Gürtelrose (Herpes Zoster):

  • allgemeine Krankheitszeichen:
  • Brennen, Schmerzen der betroffenen Hautregion
  • Empfindungsstörungen der Haut
  • gürtelartiges Anschwellen und Rötung der Haut (Hautausschlag)
  • lokal (auf eine Körperseite) begrenzte Knötchen- und Bläschenbildung:

Die Symptome der Gürtelrose ähneln denen der Windpocken - ganz typisch sind brennende Schmerzen und roter Hautausschlag.

Die typischen roten Flecken und Pusteln einer Gürtelrose, beschränken sich meist nur auf einen Teil des Körpers und häufig auch auf nur eine Körperseite, während die Windpocken den ganzen Körper betreffen können. Häufig tritt der Hautausschlag bei der Gürtelrose entlang jener Nervenbahnen auf, in welchen die Viren bislang schlummerten.

So beginnt die Gürtelrose meist an der Wirbelsäule und breitet sich dann bis auf Brust und Bauch aus. Dies sieht ähnlich aus wie ein Gürtel - daher verdankt diese Erkrankung übrigens ihren Namen. Die Haut schwillt nicht nur an, auch bilden sich an deren Oberfläche kleine Blasen. Eine Ansteckung mit der Gürtelrose ist nur im Anfangsstadium möglich - nachdem die Bläschen verkrustet sind, ist keine Ansteckung mehr möglich.

In einigen Fällen kann sich die Gürtelrose auch auf Hals, Gesicht, Augen und Ohren ausbreiten. In schweren Fällen kann dies zu Gesichtsmuskellähmungen und sogar Erblindung führen.

Diagnose

Ein Arzt kann eine Gürtelrose anhand der typischen Symptomatik diagnostizieren. Charakteristisch für Herpes zoster ist ein gürtelförmiger, schmerzhafter, meist einseitiger bläschenförmiger Hautausschlag am Brustkorb. Oft gehen die Schmerzen dem Ausschlag voraus. Außerdem klagen Betroffene über Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und mitunter Temperaturerhöhung. Die Gürtelrose wird durch ein Herpesvirus (Varizella-Zoster-Virus) hervorgerufen, das meist schon in der Kindheit übertragen wird und dann Windpocken hervorruft. Das Virus (VZV) bzw. die Viren-Antikörper können in einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden.

Komplikationen

In der Regel kommt es bei der Gürtelrose auch zu einer starken Müdigkeit und zu einer allgemeinen Schwäche des Betroffenen. Die Patienten fühlen sich dabei auch abgeschlagen und nehmen nicht mehr aktiv am Alltag teil. Auch die Lebensqualität des Patienten wird durch die Gürtelrose deutlich verringert. Im Gesicht kommt es dabei zu starken Schmerzen, die vor allem bei Berührungen auftreten kommen. Dadurch kommt es nicht selten zu starken Einschränkungen im Alltag des Betroffenen.

Weiterhin leiden die Betroffenen auch an Fieber und an Störungen der Sensibilität. Auch Ausschläge auf der Haut können dabei auftreten. Durch die dauerhaften Schmerzen im Gesicht kann es auch in der Nacht zu Schlafbeschwerden und damit zu Depressionen oder zu anderen psychischen Einschränkungen kommen. Weiterhin kann die Haut auch gerötet sein, sodass sich die Betroffenen für die Beschwerden schämen und möglicherweise auch an Minderwertigkeitskomplexen leiden. Die Behandlung der Gürtelrose kann mit Hilfe von Medikamenten erfolgen und führt zu einem Erfolg. Komplikationen treten dabei nicht ein. In der Regel wird auch die Lebenserwartung des Patienten durch die Gürtelrose nicht beeinflusst.

Behandlung und Therapie

Mit der richtigen Behandlung heilt die Gürtelrose in der Regel spätestens nach vier Wochen wieder ab. Komplikationen treten vor allem bei älteren Menschen oder Personen mit einem schwachen Immunsystem auf. Bemerkt man entsprechende Symptome, sollte man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, denn mit den richtigen Medikamenten ist die Erkrankung schnell vergessen.

Diese Medikamente dienen in erster Linie dem Zweck, die Schmerzen beziehungsweise den Juckreiz zu lindern. Die Arzneimittel gegen die Gürtelrose werden vom Mediziner auch als Nukleosidanaloga bezeichnet. Diese sollen verhindern, dass sich die für die Gürtelrose verantwortlichen Viren weiter ausbreiten. Gegen die Schmerzen hilft dagegen beispielsweise das Medikament Diclofenac sehr gut.

Darüber hinaus sollte man sich bei einer Gürtelrose vor allem schonen und auch die in Apotheken oder Reformhäusern erhältlichen Salben können die Symptome durchaus lindern. Grundsätzlich gilt: je älter der Patient ist, desto mehr Schmerzen verursacht die Gürtelrose meist - bei Kindern dagegen verläuft diese recht unproblematisch.



Vorbeugung

Wirkungsvolle Vorbeugungsmaßnahmen gegen die Gürtelrose gibt es kaum, jedoch sind eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten natürlich in jeder Lebenslage sinnvoll.

Außerdem sollte man, um einer Gürtelrose vorzubeugen, jede Art von Stress weitestgehend vermeiden.

Im Gegensatz zu den Windpocken ist eine Gürtelrose weniger ansteckend. Seit geraumer Zeit ist ein Impfstoff gegen die Gürtelrose auf dem Markt.

Diese Impfung ist in jedem Alter möglich und kann das Auftreten der Erkrankung verhindern (Senkung des Risikos um 50 Prozent) beziehungsweise auch die Symptome deutlich mildern, wenn die Krankheit doch ausbricht.

Bücher über Gürtelrose

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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