Apathie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Februar 2016
Gesundpedia.deSymptome Apathie

Wenn jemand ein teilnahmsloses, nicht ansprechbares Verhalten zeigt, ist von Apathie oder apathischem Verhalten die Rede. Es stellt sich die Frage: Ist Apathie eigentlich harmlos und vorübergehend? Oder handelt es sich bei der Apathie vielleicht sogar um ein alarmierendes Anzeichen einer ernsteren Erkrankung?

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Apathie?

Man spricht von einer Apathie, wenn der Betroffene nicht mehr ansprechbar ist. Zudem erfolgt auf äußere Reize keine oder kaum noch eine Reaktion. Ein Blickkontakt findet ebenfalls nicht mehr statt. Im Vordergrund stehen eine (scheinbare) Gefühllosigkeit sowie eine auffällige Teilnahmslosigkeit. Weist ein Patient diese Anzeichen einer Apathie auf, so handelt es sich immer um eine ernstzunehmende Erkrankung, die sofortige Hilfe erfordert.

Apathie kann Menschen in jedem Alter betreffen. Auffällig jedoch ist, dass überwiegend ältere Menschen unter einer Apathie leiden. Dies ist nicht verwunderlich: So tritt bei den Demenzkranken eine Apathie am häufigsten auf. Abhängig von der Form der Demenzerkrankung, können zwischen 60 bis über 90 Prozent der Erkrankten im Laufe der Zeit die Symptome einer Apathie aufweisen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Apathie sind in der Forschung noch nicht genau geklärt. Es steht jedoch fest, dass stets eine Störung des zentralen Nervensystems ursächlich ist. Apathie tritt auch bei bestimmten Krankheiten auf, unter anderem bei einer starken Unterfunktion der Schilddrüse, bei Autismus, bei Anorexia nervosa (Magersucht) sowie bei Depressionen.

Tritt Apathie bei einer Tollwuterkrankung auf, deutet dies aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen bevorstehenden aggressiven Ausbruch hin. Die Gefahr einer Hirnhautentzündung ist sehr groß. Auch bei einer fortgeschrittenen Demenz ist Apathie sehr häufig anzutreffen. Zeigen jedoch Kleinkinder Symptome einer Apathie, liegt dem oftmals eine Infektionskrankheit zugrunde, die mit hohem Fieber einhergeht.

Krankheiten

Typische Krankheiten mit einer Apathie:

Diagnose und Verlauf

Typische Symptome einer Apathie:

Treten die ersten Anzeichen für eine Apathie auf, sollte umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden. Dies gilt auch für das Pflegepersonal in Alters- und Pflegeheimen, die besonders häufig mit der Diagnose Apathie konfrontiert werden. Oftmals gehen mit der Apathie verschiedene Symptome einher. Dazu gehören Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, mangelnder Appetit und ein verändertes Urteilsvermögen.

In der Klinik wird die Diagnose gestellt und nach den tieferliegenden Ursachen für die Apathie gesucht. In der Regel liegt der Apathie nämlich eine Grunderkrankung zugrunde, die sich nun verschlechtert und ein neues Stadium erreicht hat. Nur in seltenen Fällen ist die Apathie die alleinige Erkrankung.

Um die Diagnose zu festigen, werden neben verschiedenen Tests auch Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren genutzt, wie zum Beispiel das MRT. Die Behandlung einer Apathie kann jedoch erst erfolgen, wenn die Ursache zweifelsfrei feststeht. In dieser Zeit wird der an Apathie Erkrankte im Krankenhaus verbleiben müssen.

Behandlung

Die Behandlung einer Apathie gehört immer in ärztliche Hände und richtet sich nach der jeweiligen Grunderkrankung. Ist eine Depression die Ursache für die Apathie, gehört der Patient in die Hände eines erfahrenen Psychologen. Mit der Hilfe von Gesprächstherapie und eventuell der Gabe von Medikamenten (Psychopharmaka) soll ein Weg aus der Hilflosigkeit und den Ohnmachtsgefühlen gesucht werden. Ist dies erfolgt, verschwindet damit auch die Apathie.

Generell darf man aber nicht vergessen, dass psychische Erkrankungen selten geheilt, sondern nur dem Verlauf eine andere Richtung gegeben werden kann, so dass ein normales Leben wieder wahrscheinlich wird.

Liegen einer Apathie leichtere Infektionskrankheiten zugrunde, sind die Heilungschancen als gut anzusehen. Eine ungünstige Prognose dagegen besteht, wenn der Patient an Tollwut oder an einer Demenzerkrankung leidet. In diesen Fällen verfügt die Medizin noch nicht über ein ausreichendes Behandlungsspektrum, um die der Apathie zugrunde liegende Erkrankung heilen zu können.

So enden viele Tollwuterkrankungen immer noch tödlich, auch wenn die moderne Medizin eine Sedierung sowie die gleichzeitige Gabe von Virostatika probiert. Auch die Demenz kann nicht wirklich aufgehalten oder geheilt werden. Dennoch ist es sinnvoll, den Verlauf mit speziellen Übungen für das Gedächtnis sowie mit Medikamenten ein wenig zu verlangsamen.

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Vorbeugung

Einer Apathie kann nicht vorgebeugt werden. Dennoch ist es sinnvoll, dass besonders ältere Menschen genügend trinken, um durch den Flüssigkeitsmangel gar nicht erst die Anzeichen einer Apathie zu entwickeln. Der Aufenthalt in der prallen Sonne sollte in den Sommermonaten unbedingt gemieden werden. Dies betrifft jedoch alle Altersstufen. Der Grund: Ein Zuviel an Sonne kann einen lebensgefährlichen Hitzeschlag verursachen.

Apathie ist hierbei nur eines der warnenden Anzeichen. Da die Apathie bei Demenzkranken nicht nur ein einfaches Begleitsymptom ist, sollten besonders ältere Menschen stärker beobachtet und in ihrem Alltag begleitet werden. Damit kann eine Apathie zwar nicht verhindert werden, dennoch ist es möglich, sofortige ärztliche Hilfe anzufordern.

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