Kolik

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Juli 2015
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Treten plötzlich sehr starke, krampfartige Schmerzen in der Bauchgegend auf, handelt es sich häufig um eine Kolik. Koliken können verschiedene Ursachen haben und erfordern nicht selten medizinische Hilfe; mit dieser ist eine Behandlung in den meisten Fällen jedoch sehr erfolgreich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kolik?

Mit dem Begriff Kolik werden sehr starke, bewegungsunabhängige Bauchschmerzen bezeichnet. Verursacht werden diese durch ein krampfhaftes Zusammenziehen der glatten Muskulatur eines Hohlorgans. Typischerweise sind die Nieren, der Darm oder die Gallenblase Auslöser dieser Schmerzen.

Daher unterscheidet man im Wesentlichen, ausgehend vom betreffenden Organ, verschiedene Kolikarten:

Bei Säuglingen kommt es häufig zur so genannten Dreimonatskolik, welche in den ersten drei Lebensmonaten auftreten kann. Charakteristisch für Koliken sind wellenartige Schmerzen; es wechseln sich Zustände stärkster Schmerzen mit fast schmerzfreien Phasen ab. Es können auch andere innere Organe wie etwa der Magen oder die Gebärmutter betroffen sein, dies sind aber Ausnahmefälle.

Ursachen

Je nachdem, ob es sich um eine Nieren-, Darm- oder Gallenkolik handelt, können verschiedene Ursachen zu dem Beschwerdebild führen. Gallenkoliken haben ihren Ursprung in Gallensteinen, welche die Gallenblase verstopfen können, was dann zu oft heftigen Beschwerden führt.

Häufig wird eine Gallenkolik durch zu fettes Essen verursacht. Zur Verdauung der fetten Speisen muss viel Gallenflüssigkeit produziert werden, welche eventuell vorhandene Gallensteine in die Gallengänge spülen kann. Nierenkoliken entstehen, wenn Nierensteine den Harnleiter verstopfen.

Eine Darmkolik kann einerseits als typisches Symptom einer chronisch- entzündlichen Darmerkrankung vorliegen oder wenn Blähungen, Fremdkörper, Tumore bzw. Reizungen der Darmschleimhaut den Durchgang verengen. Die Schmerzen einer Kolik kommen dadurch zustande, dass sich das betroffene Hohlorgan zusammenzieht um so die Blockade zu lösen, die etwa durch Nieren- oder Gallensteine verursacht wird.

Symptome und Verlauf

Typische Anzeichen von Koliken:

Typisch für Koliken ist, dass die Schmerzen scheinbar aus dem Nichts auftauchen und sehr stark sind. Koliken können von wenigen Minuten bis mehreren Stunden andauern. Bei einer Gallenkolik gehen die wehenartigen Schmerzen vom Oberbauch aus und können bis in den Rücken ausstrahlen. In weiterer Folge kann es aufgrund der starken Schmerzen zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Stuhl und Urin können eine dunkle Farbe annehmen.

Bei einer Nierenkolik kommt es wie bei der Gallenkolik zu stärksten wellenartigen Schmerzen, die nun jedoch eher im Unterbauch liegen und zur Blase hin ausstrahlen. Die den Harnleiter verstopfenden Nierensteine können die Innenwand des Harnleiters verletzen, daher ist Blut im Urin ein typisches Symptom von Nierensteinen. Auch bei Nierensteinen sind Übelkeit und Erbrechen Begleitsymptome.

Bei Darmkoliken kann der gesamte Bauch schmerzen. Die starken Schmerzen führen auch hier zu vegetativen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen oder auch Schweißausbrüchen oder Herzrasen. Aufgrund der starken Symptome wird meist rasch ärztliche Hilfe gesucht, sodass das zugrundeliegende Problem schnell und effektiv behandelt werden kann.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Kolik wird der Bauch abgetastet und der behandelnde Arzt erhebt eine Anamnese, um andere Erkrankungen auszuschließen. Danach kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Eine Sonographie des Bauchraumes ist für eine Diagnosestellung von Gallen- oder Nierensteinen unumgänglich. Zur Diagnosestellung kann auch eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie nötig werden. Bei Verdacht auf eine durch Nierensteine ausgelöste Nierenkolik, wird zusätzlich eine Urinuntersuchung angeordnet. Um die Harnleiter zu untersuchen, kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel nötig sein. Nach der Anamneseerstellung wird bei Verdacht auf eine Darmkolik mithilfe von bildgebenden Verfahren wie etwa Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen nach den Ursachen für die Kolik gesucht. Auch eine Endoskopie kann manchmal nötig sein, um das Problem ausmachen zu können.

Behandlung und Therapie

Bei Koliken aller Art, kann Wärme die Krämpfe lindern. Auch mäßige Bewegung wirkt krampflindernd. Besonders bei Nierenkoliken ist es wichtig viel zu trinken. Sind die Schmerzen akut und sehr stark, werden Schmerzmittel sowie krampflösende Medikamente verabreicht.

Sind die akuten Schmerzen unter Kontrolle, wird versucht die Ursache für die Beschwerden zu entfernen. Im Fall von Gallen- oder Nierensteinen etwa wird versucht diese zu zertrümmern, sodass sie ausgeschieden werden können. Treten Gallenkoliken immer wieder auf, ist es häufig nötig die Gallenblase zu entfernen.

Bei Darmkoliken werden neben Schmerzmitteln und krampflösenden Medikamenten auch Arzneien gegen Blähungen gegeben. Bei entzündlichen Darmerkrankungen werden Antibiotika verabreicht. Je nach Ursache für die Darmkolik, wird eine Umstellung der Ernährung empfohlen.

Liegt eine Blockade des Darmes vor, ist manchmal eine Operation nicht abzuwenden. Grundsätzlich können bei leichteren Koliken natürliche Mittel und Hausmittel hilfreich sein. Dazu gehören etwa warme Wickel um den Bauch, Kamillen- oder Fencheltee bzw. warme Bäder.

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Vorbeugung

Zur Prophylaxe von Koliken, sollte grundsätzlich darauf geachtet werden, dass die Bauch- und Nierengegend immer warm gehalten wird. Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist besonders zur Verhinderung von Nierenkoliken wichtig. Treten immer wieder Probleme im Zusammenhang mit der Gallenblase auf, ist es häufig empfehlenswert diese zu entfernen, wodurch weiteren Koliken vorgebeugt wird. Darüber hinaus ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung eine gute Vorbeugung für sowohl Gallenkoliken als auch Darmkoliken.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Emma kommentierte am 30.08.2016 um 08:59 Uhr

Meine Tochter (13) hat seit sie klein ist viel mit Magen-Darm-Infekten zu tun. Es ist im Laufe der Zeit zwar besser geworden, aber wenn sie damit kämpft, dann sind die Beschwerden sehr stark. Plötzliche Bauchschmerzen, Magenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen. Meist kommt beim Erbrechen nur viel Schaum und Schleim und kurz danach Galle raus. Wir sind deswegen in ständiger ärztlicher Behandlung. Es wurde aber bislang noch nichts "Schlimmes" festgestellt. Eine gastroenterologische Untersuchung wurde noch nicht durchgeführt, da bis jetzt immer psychische Ursachen (Schule) von den Ärzten vermutet wurden. Meine Tochter hat die Anlage eines dritten Nierenbeckens. Könnten vielleicht daher die Beschwerden kommen? Bin mittlerweile wirklich am verzweifeln. Heute hat sie wieder so einen Tag. Wer kann mir weiterhelfen und Rat geben?