Gallenkolik

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Gallenkolik

Als Gallenkolik bezeichnet man die klassischen Symptome eines Gallensteinleidens. Die Beschwerden einer Gallenkolik äußern sich vor allem durch heftige Schmerzattacken im Oberbauch, die durch Gallensteine in der Gallenblase ausgelöst wird. Diese so genannten Kolikschmerzen können nur wenige Minuten, aber auch bis zu einigen Stunden anhalten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gallenkolik?

Eine Gallenkolik ist ein typisches Folgesymptom einer Gallenkolik (Cholelithiasis). Dabei erkranken Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer an Gallensteinen und Gallenkoliken.

Allerdings hat es auch schon junge schlanke Männer gegeben, die an Gallensteinen erkrankt sind. Bei dieser Personengruppe könnte sich der Arzt jedoch mit der Diagnose schwerer tun, da sie nicht in das übliche Schema der Gallensteinpatienten passt.

Eine Gallenkolik ist keineswegs ungefährlich. So kann es beispielsweise vorkommen, dass ein Gallenstein in die Bauchspeicheldrüse gerät, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.

Ebenso kann es in Zuge einer Gallenkolik zu einer Gelbsucht durch einen feststeckenden Stein oder einer akuten Gallenblasenentzündung kommen. Deshalb sollte eine Gallenkolik unbedingt ernst genommen und zügig durch den Arzt therapiert werden.

Anatomie der Gallenblase. Gallensteine als Ursache einer Gallenkolik.

Ursachen

Eine Gallenkolik wird stets durch Gallensteine verursacht, die sich in der Gallenblase über einen längeren Zeitraum hinweg gebildet haben. Der eigentliche Schmerz entsteht durch die Verengung des Gallengangs durch eingeklemmte Gallensteine.

Im Hinblick auf die Bildung von Gallensteinen wird eine gewisse Prädisposition vermutet, die sich mit den Adjektiven "fat, female, fourty, fertile" umschreiben lässt. Anders gesagt, übergewichtige weibliche Personen über 40, die bereits Kinder geboren haben, sollen nach dieser Beschreibung besonders prädisponiert sein. Zudem stellt die Einnahme der Anti-Baby-Pille ein erhöhtes Risiko dar, an Gallensteinen zu erkranken.

Zu Gallensteinen kommt es, wenn die Gallenflüssigkeit in der Gallenblase "kristallisiert" und sich aus den Bestandteilen Cholesterin oder Bilirubin steinartige Gebilde entwickeln, die die Ursache für eine Gallenkolik sind.

Ausgelöst werden kann dieser Prozess durch fettiges Essen, Alkohol und Süßigkeiten wie z.B. Schokolade oder Sahneeis, durch Kohl, scharfe Gewürze, kurzum, eine Gallenkolik kann durch alle Nahrungsmittel hervorgerufen werden, die die Tätigkeit der Gallenblase besonders anregen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome einer Gallenkolik:

  • Verfärbung von Urin und Stuhl

Eine Gallenkolik entsteht, wenn ein Gallenstein auf dem Weg durch den Gallengang eingeklemmt wird. Eine Gallenkolik äußert sich in der Regel durch sehr starke, wellenartige Magenkrämpfe bzw. Krämpfe im Oberbauch. Diese kolikartigen Schmerzen, die auch in Rücken und Schulter ausstrahlen können, dauern unterschiedlich lang an (einige Minuten bis mehrere Stunden).

Häufig werden Gallenkoliken von Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet. Außerdem kann eine Dunkelfärbung des Urins, heller Stuhl und eine Gelbfärbung (Gelbsucht) der Haut auftreten.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Gallenkolik und wird ein Arzt aufgesucht, führt dieser zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten statt. In diesem werden die genauen Symptome sowie das Auftreten und die Dauer der Beschwerden besprochen. Anschließend untersucht der Mediziner das sogenannte Murphy-Zeichen. Dabei wird mit den Fingerspitzen Druck auf die Gallenblase ausgeübt. Treten dabei starke Schmerzen im rechten Oberbauch auf oder kann die Gallenblase gar vom Arzt ertastet werden, deutet dies auf das Vorliegen einer Gallenkolik hin.

Bestehen dennoch Zweifel und um die Kolik von anderen Erkrankungen wie etwa einer Entzündung der Gallenblase abzugrenzen, kann zusätzlich eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Bei einer Kolik bleiben die Entzündungswerte unverändert, während besonders die weißen Blutkörperchen bei einer Entzündung deutlich ansteigen. Auch die Geschwindigkeit der Blutsenkung zeigt bei einem entzündlichen Vorgang entscheidende Veränderungen.

Eine Ultraschalluntersuchung kann ebenfalls Auskunft darüber geben, ob tatsächlich eine Gallenkolik vorliegt. Auf diese Weise lässt sich der Zustand der Gallenblase zuverlässig erkennen. Selbst kleinste Gallensteine mit einer Größe von nur 3 mm können so identifiziert werden. Sollten die Beschwerden doch auf eine andere Erkrankung zurückzuführen sein, ist der Mediziner in der Lage, diese zu bestimmen. Wurde die zugrunde liegende Krankheit eindeutig diagnostiziert, kann direkt mit einer angemessenen Therapie begonnen werden.

Behandlung und Therapie

Es gibt verschiedene Methoden eine Gallenkolik zu behandeln. Im akuten Fall werden krampflösende Medikamente und Analgetika zur Schmerzlinderung verabreicht.

Als weiterführende Therapie kann versucht werden, die Gallensteine mit Hilfe von Medikamenten (Ursodeoxycholsäure) aufzulösen. Dies ist allerdings ein recht langwieriger Prozess, der den Organismus etwas belasten kann. Außerdem kann versucht werden, die Gallensteine per Stoßwellentherapie (Stoßwellen-Lithotrypsie [ESWL]) zu zertrümmern.

Die häufigste Methode ist die operative Entfernung der Gallenblase samt Gallensteinen. Diese Methode wird heutzutage minimal-invasiv angewandt, das heißt, die Gallenblase wird per Bauchspiegelung entfernt und der Patient muss höchstens 48 Stunden im Krankenhaus verbleiben.

Die Gallenblase ist ein Organ, ohne lebenswichtige Funktion. Daher hat die Entfernung in der Regel keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zur Folge. Eine wiederholte Gallenkolik ist damit ausgeschlossen.

Gallensteinpatienten sollten für den Fall einer Gallenkolik mit Fencheltee und krampflösenden Mitteln ausgerüstet sein. Auch eine Wärmflasche kann die Beschwerden lindern.

Ein allzu reichhaltiges und vor allem fettiges Essen sollte vermieden werden. Die Leberfunktion kann mit Hilfe von bitteren Gemüsen wie Chicoree und Grapefruit unterstützt werden.

Auch Artischocken (Artischockenextrakt) sowie Schwarzrettich und Pfefferminz sind gut dazu geeignet, einer Gallenkolik vorzubeugen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Gallenkolik


Bücher über Gallenkolik

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Gallenkolik?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?