Gallensteine

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2016
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Gallensteine oder Gallenblasensteine (Cholelithiasis) sind verfestigte, kristalline Bestandteile aus Gallenflüssigkeit, die sowohl im Gallengang (Choledocholithiasis), als auch in der Gallenblase (Cholezystolithiasis) selbst entstehen können. In den meisten Fällen bleiben Gallensteine völlig ohne Beschwerden. Gallensteine können aber auch heftige Schmerzen im Oberbauch (Gallenkolik) hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gallensteine (Cholelithiasis)?

Bei Gallensteinen (Gallenblasensteine), in der Fachsprache als Cholelithiasis bezeichnet, handelt es sich um körpereigene, verfestigte Gallenflüssigkeit. In der Galleblase und im Gallengang sollten sich eigentlich lediglich flüssige Substanzen befinden. Daher können die Gallensteine ein Hindernis für das Fließen der Gallenflüssigkeit darstellen.

Gallensteine können unterschiedliche Größen aufweisen. Feinste, oft im Ultraschall übersehene Steinchen werden in der Fachsprache als "Gries" bezeichnet.

Wenn Gallensteine über einen längeren Zeitraum in der Gallenblase verbleiben, kann dies eine Reizung oder Entzündung der Gallenblasenwand verursachen. Diese Gallenblasenentzündung wird dann als Cholezystitis bezeichnet. Eine Gallenblase mit einer verdickten sowie verkalkten Blasenwand (Porzellangallenblase) ist beim Röntgen sichtbar.

Anatomie der Gallenblase mit Gallensteinen.

Ursachen

Gallensteine bilden sich meist dann, wenn in der Gallenflüssigkeit die Verhältnisse der verschiedenen Bestandteile nicht mehr optimal sind. Dadurch können schlecht lösliche Bestandteile, zum Beispiel Cholesterin, möglicherweise verklumpen.

Zu 80 Prozent besteht die Gallenflüssigkeit aus Wasser. Von den anderen Bestandteilen sind die meisten löslich (zum Beispiel: Eiweiße, Bilirubin, Gallensäuren). Wenn von diesen löslichen Substanzen zu wenig, oder vom nichtlöslichen Cholesterin zu viele Bestandteile vorhanden sind, können diese Cholesterinanteile verklumpen.

Cholesterinsteine bilden 80 Prozent der Gallensteine. Häufig entstehen sie in der Gallenblase; manchmal wandern sie in den Gallengang. Pigmentsteine bestehen zu großen Teilen aus Bilirubin. Auch Mischformen der Steine können vorkommen.

Unter dem Röntgen sind Gallensteine in der Regel nicht erkennbar. Wenn die Gallensteine verkalkt sind, kann man sie auf den Röntgenbildern erkennen. Frauen sind häufiger betroffen. Bei den über 40-jährigen ist etwa eine von fünf Frauen, jedoch nur einer von zehn Männern von Gallensteinen betroffen.

Gesunde Gallenblase und Gallenblase mit Gallensteinen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome von Gallensteinen:

Die Symptome von Gallensteinen im Gallengang verursachen häufig typische Gallenkoliken, die zwischen 15 Minuten und fünf Stunden andauern können und sich als Schmerzen im Oberbauch bemerkbar machen.

Diese Schmerzen können dann auf den Rücken sowie auf die rechte Schulter ausstrahlen. Häufig werden diese Schmerzen von Erbrechen sowie Übelkeit begleitet.

Durch die Beeinträchtigung des Fließens der Gallenflüssigkeit reichern sich im Gallengang Leberenzyme im Blut an. In der Folge färbt sich der Urin dunkel und der Stuhlgang bleibt hell.

Die Gallenflüssigkeit wird unter Umständen sogar zurück in die Leber geführt. Folgend vermehrt sich der Gallenfarbstoff im Blutkreislauf und die Haut färbt sich gelb. Gelbsucht oder Ikterus können die Folge sein. Zugleich kann der Rückstau der Gallenflüssigkeit die Gallenwege entzünden und zu einer Gallenblasenentzündung führen.

Diagnose

Menschen, die unter Gallensteinen leiden, haben Beschwerden. Sie klagen über Bauchschmerzen und vertragen oft keine fetthaltigen Speisen. Manche hatte in der Vergangenheit bereits Gallenkolliken. Der Arzt untersucht Patienten zuerst körperlich. Beim Abtasten des rechten Oberbauchs klagen sie über Schmerzen. Hat der Arzt den Verdacht, dass es ein Gallenstein sein könnte, mit dem die Gallenwege verlegt sind, wird er zuerst im Labor eine Untersuchung des Blutes veranlassen. Sind die Leberenzyme erhöht und sind Gallensekretstoffe nachweisbar, deutet das auf Gallensteine hin.

Relativ schnell lassen sich Gallensteine mithilfe einer Sonografie nachweisen. Bei der Untersuchung mit Ultraschall kann der Arzt auch erkennen, wenn sich die Gallenblase vergrößert oder wenn bereits eine Verdickung der Gallenblasenwand stattgefunden hat. Die Sonografie bietet dem Arzt auch die Möglichkeit, festzustellen, ob anstelle von Gallensteinen bösartige Veränderungen an der Gallenblase die Beschwerden des Patienten verursachen.

Nicht in jedem Fall reicht eine Sonografie aus, um Gallensteine sicher zu diagnostizieren. Bestehen Zweifel kann der Arzt auch auf die Magnetresonanztomografie (MRT), eine Computertomografie (CT) oder die Endoskopie zurückgreifen. Bei der endoskopischen Untersuchung führt der Arzt ein mit einer Kamera ausgestattetes Endoskop über den Mund, Magen und Dünndarm in die Gallengänge ein. Kann er Gallensteine finden, besteht die Möglichkeit, diese während der Untersuchung zu entfernen.

Behandlung und Therapie

Behandelt werden müssen Gallensteine dann, wenn sie dem Betroffenen Probleme bereiten. Durch Ultraschall oder Endoskopie kann der Arzt Ort, Größe und Zusammensetzung der Steine diagnostizieren.

Gallensteine mit Durchmessern bis fünf Millimetern können mit Tabletten aufgelöst werden. Dabei werden die Medikamente über mehrere Monate oder Jahre hinweg eingenommen. Einzelne Steine bis zu zwei Zentimetern können von außen mit Ultraschall zertrümmert werden (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie). Die entstandenen Steinsplitter können anschließend medikamentös aufgelöst werden.

Größere beziehungsweise mehrere Gallensteine werden vom Arzt chirurgisch behandelt. Dabei wird die Gallenblase operativ entfernt (Cholezystektomie), womit neue Steine nicht wieder auftreten können.

In 98 Prozent der Behandlungen wird die risikoarme endoskopische Variante angewendet. Der Chirurg führt dabei ein Endoskop durch Speiseröhre und Magen weiter in den Zwölffingerdarm. Das Papollotom öffnet dort den Gallenwegschließmuskel. Daraufhin fallen die meisten Steine von allein raus, die von den Dormia-Körbchen aus dem Gallengang gefischt werden.

Sind Steine widerspenstig, können diese vorher mechanisch durch Ultraschall oder Laser zerkleinert werden. Leberzellen übernehmen nach der Entfernung der Gallenblase die Produktion der Gallenflüssigkeit und ermöglichen den Patienten anschließend ein normales Leben.

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Vorbeugung

Gallensteinen kann nicht direkt vorgebeugt werden. Übergewicht sowie eine cholesterinreiche und ballaststoffarme Ernährung sind Risikofaktoren, die die Entstehung von Gallensteinen begünstigen. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist auch empfehlenswert, wenn bereits Gallensteine aufgetreten sind. Das Risiko der Neubildung wird dadurch wesentlich verringert.

Auch auf ausreichend Bewegung sollte täglich beachtet werden. Eine regelmäßige Überprüfung der Blutfettwerte kann auch frühzeitig zur Vorbeugung von Gallensteinen beitragen. Bei Diabetikern kommt hinzu, dass der Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist.

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