Darmkolik

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. März 2015
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Die Darmkolik bezeichnet Krampfschmerzen, welche ihren Ursprung innerhalb des Dickdarms haben. Eine Kolik, welche die lateinische Benennung Colicus oder Colon trägt, bezeichnet Schmerzen, welche sich auf einer äußerst intensiven Stufe bewegen und sich zudem intervallartig wie auch bewegungsabhängig zeigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Darmkolik?

Eine Darmkolik entsteht, wenn sich die Muskulatur des jeweiligen Organs krampfartig zusammenzieht, weil ihr ein zu großer Widerstand begegnet. Schmerzintervalle bedeuten, dass sie in einer Art Wellenverlauf auftreten: Relativ schmerzfreie Phasen wechseln hierbei mit äußerst intensiven Schmerzspitzen.

Die häufigsten Begleitsymptome einer Darmkolik zeigen sich als Übelkeit bzw. Erbrechen, hoher Blutdruck sowie Schweißausbrüche und Tachykardie (stark erhöhter Puls über längere Zeit). Bei einer Darmkolik können sich die vielfältigen Symptome bis zu einem Kreislaufkollaps steigern.

Ursachen

Eine typische Darmkolik ähnelt sehr den speziellen Symptomen von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn (chronisch-entzündliche Darmerkrankung). Bei Morbus Crohn ist im Besonderen der Dünndarm und bei der Colitis ulcerosa im Speziellen die gesamten Schleimhäute des Dick- und Mastdarms entzündet.

Personen, die keinerlei chronische Darmentzündungen aufweisen, können ebenso von einer Darmkolik betroffen sein. Hierbei liegt die Ursache bei schmerzhaften Gasansammlungen innerhalb des Darms (Meteorismus), Verwachsungen mit Abschnürungen einiger Darmbereiche, Blähungen sowie ein chronisch oder akut aufgeblähter beziehungsweise blockierter Darmbereich. Eine Darmblockade entsteht zum Beispiel falls Fremdkörper, Tumore oder gewisse Störungen der Darmwände die Darmwindungen reduzieren oder sogar vollständig verstopfen.

Eine Darmkolik wird dagegen selten mittels falscher Ernährungsweise oder Lebensmittelunverträglichkeit (beispielsweise Laktoseintoleranz) hervorgerufen. Diese treten lediglich einmalig und spontan auf und lassen nach einigen Minuten wieder nach. Selbst psychosomatische Ursachen wie beispielsweise ein erhöhter Stresslevel können als Darmkolik auftreten.

Symptome und Verlauf

Typische Anzeichen einer Darmkolik:

Als Symptome einer Darmkolik zeigen sich meistens: extrem erhöhter Blutdruck, Herzrasen sowie Schweißausbrüche, Magenschmerzen und -krämpfen und massive Unterleibsschmerzen. Durch die extremen Schmerzen ist das Bauchfell aufs Äußerste gereizt, woraus starke Übelkeit und Erbrechen sowie eine kurzzeitige Darmlähmung resultieren kann. Die auftretenden Krämpfe einer Darmkolik innerhalb des Darmbereiches dauern normalerweise ungefähr zwanzig bis zu dreißig Minuten an.

Diagnose

Die Diagnose einer Darmkolik basiert stets auf einer umfangreichen wie auch ausführlichen Anamnese. So können psychosomatische oder funktionelle Darmbeschwerden und etwaige Differenzialdiagnosen wie beispielsweise Gallensteine oder Magenerkrankungen eindeutig ausgeschlossen werden. Eine Diagnose psychosomatischer und funktioneller Beschwerden ist nicht einfach und benötigt normalerweise erst den Ausschluss eventueller organischer Ursachen. Sie ist jedoch äußerst wichtig, um die individuelle Therapie sowie die optimalen Medikamente zu definieren. Um organische Ursachen einer Darmkolik zu diagnostizieren, werden zum Beispiel Röntgenuntersuchungen, Ultraschall sowie endoskopische Maßnahmen angewandt.

Des Weiteren wird zur Diagnose der Darmkolik eine Magnet- und Computer-Resonanztomografie (MRT/CRT) oder sogar die chirurgische Bauchspiegelung eingesetzt. Bei der Darmkolik können die bildgebenden Untersuchungen gegebenenfalls mithilfe von Kontrastmitteln durchgeführt werden. Besonders hilfreich sind zu einer schnellen wie auch sicheren Diagnose ausführliche Beschreibungen der jeweiligen Patienten. So zum Beispiel zu welcher Zeit, und wie intensiv die Bewegungen des Darms auftreten, ergänzend hört der behandelnde Arzt den Darmbereich ab, um die oftmals lauten Spritzgeräusche einer Darmkolik festzustellen.

Behandlung und Therapie

Bei der Therapie einer Darmkolik werden unterschiedliche Methoden je nach jeweiliger Ursache angewandt. Hierbei kann es sich um schulmedizinische und homöopathische Methoden, aber auch um die bewährten Therapien der traditionellen chinesischen Heilkunst sowie um klassische Kräuteranwendungen handeln.

Eine Darmkolik wird in der Schulmedizin normalerweise mithilfe von Schmerzmitteln, krampflösenden Medikamenten sowie Maßnahmen, um den Darm zu entblähen behandelt. Hierbei handelt es sich um Sofortmaßnahmen wie auch ursachenbezogene Therapien. So kann beispielsweise eine völlige Ernährungsumstellung bis zu einer lactosefreien Kost im Speziellen bei Allergikern eine ideale Therapie sein, um einer Darmkolik in Zukunft vorzubeugen.

Eventuell muss der Einsatz von Antibiotika oder sogar ein chirurgischer Eingriff erfolgen, um die schmerzenden Blockaden aufzulösen und ganz zu entfernen.

Entzündliche Darmerkrankungen benötigen dagegen spezifische Behandlungsmethoden. So werden bei Morbus Crohn Betroffenen beispielsweise zusätzliche Nebennierenhormone eingesetzt.

Milder, jedoch oftmals nicht immer hilfreich, sind Therapien mit Johanniskraut oder Fenchel sowie Anis und Enzian, Spitzwegerich, Kümmel und Kamille in den unterschiedlichen Kombinationen. Diese sanften Anwendungen werden zum Beispiel bei einer Darmkolik als Düfte, Kräutertees, Bauchwickel sowie warmen Bädern verabreicht.

In der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) werden Darmkolik Patienten hauptsächlich mit Entspannungsübungen und Akupunktur behandelt. Dies hat sich bereits bei psychosomatischer und stressbedingter Darmkolik als sehr hilfreich erwiesen.

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Vorbeugung

Um einer Darmkolik im Vorfeld zu begegnen, gilt als grundsätzliche Vorsorge: Den gesamten Nieren- und Bauchbereich stets ausreichend warmzuhalten. Eine reichhaltige Flüssigkeitszufuhr vermindert zudem im Besonderen Nierenkoliken. Darüber hinaus dient eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise zur besten Vorsorge gegenüber einer Darmkolik.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

M.Luse kommentierte am 26.11.2015 um 22:01 Uhr

Nach einer Blasen-OP hatte ich schlimme Verdauungsbeschwerden. Nach Jahren hat es es sich so eingependelt, dass ich hin und wider sofort nach der Verdauung, also wenn der Darm leer ist, ganz schlimme Schmerzen im Unterbauch bekomme. Dann hilft nur noch direkt Heizkissen auf den Bauch, auf auf die Couch und Beine anziehen. Dieser akute Schmerz dauert ungefähr zwanzig Minuten, mal mehr, mal weniger. Anschließend bin ich total geschafft. Ob das eine Darmkolik ist, weiß ich nicht, aber es fühlt sich so an.

G.H. kommentierte am 30.11.2015 um 11:16 Uhr

Ich leide seit 19 Jahren an extremen Darmkoliken. Habe schon einmal meine Arbeit verloren. Im Moment ist es so schlimm, dass ich manchmal nicht weiß, wie ich den Arbeitstag herum kriegen soll. Ich habe die Krämpfe in der rechten Bauchseite. Erst vor kurzem hat ein Arzt diese Diagnose gestellt. Er hat mir Novaminsulfon Tropfen und Buscopan verordnet. Das hilft auch nicht. Können Sie mir einen Rat geben was mir noch helfen könnte?

Helmut kommentierte am 23.12.2015 um 08:09 Uhr

Es ist mir nun zum zweiten Mal passiert, dass ich während des Stuhlganges eine derartig schmerzhafte Darmkolik bekommen habe, dass mir der kalte Schweiß gekommen ist und ich ohnmächtig geworden bin. Ich finde mich danach, nach Sekunden, am Fußboden wieder. Das Ganze dauert so lange, bis der ganze Stuhl entleert ist, danach ist Ruhe. Ich möchte noch anführen, dass ich vor einem Jahr eine Koloskopie hatte und auch eine Magenspiegelung. Ich hatte die erste Darmkolik vor ca. zwei Jahren. Darmkolik war aber auch schon vor der Koloskopie.