Hypertensive Krise (Hypertensiver Notfall)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks kann das Zeichen für eine hypertensive Krise (hypertensiver Notfall) sein. Unbehandelt kann daraus ein hypertensiver Notfall entstehen - und damit eine lebensgefährliche Situation.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine hypertensive Krise (hypertensiver Notfall)?

Die hypertensive Krise (hypertensiver Notfall) bezeichnet einen sehr plötzlichen, massiven Anstieg des Blutdrucks auf einen kritischen, aber noch nicht lebensbedrohlichen Wert.

Wird diese Krise nicht schnell genug erkannt und angemessen behandelt, können Organe geschädigt werden. Daraus kann sich eine lebensbedrohliche Situation entwickeln, die als hypertensiver Notfall benannt ist.

Ursachen

Eine hypertensive Krise (hypertensiver Notfall) kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist bei den Betroffenen ein erhöhter Blutdruck als Vorerkrankung bekannt. Einer der häufigsten Auslöser der Krise ist eine Unterbrechung der bereits bestehenden Therapie, meist wurden die Medikamente nicht oder zu unregelmäßig eingenommen. Werden andere Medikamente nicht weisungsgemäß verabreicht, können sie ebenfalls einen plötzlichen Anstieg des Blutdrucks verursachen. So sollten Antidepressiva nicht zusammen mit tyraminreichen Speisen wie Bier oder Käse genommen werden.

Stress, Panikattacken oder Angststörungen können ebenfalls einen sprunghaften Anstieg des Blutdrucks bewirken. Auch hormonelle Zusammenhänge sind als Ursache bekannt. Die Präeklampsie - früher bekannter als Schwangerschaftsgestose - ist eine seltene Komplikation in der zweiten Hälfte einer Schwangerschaft, die mit Bluthochdruck einhergeht. Nebennierenerkrankungen können ebenfalls Auslöser sein für einen zu hohen Blutdruck.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der hypertensiven Krise (hypertensiver Notfall):

Die Symptome der hypertensiven Krise (hypertensiver Notfall) und der Notfallsituation unterscheiden sich vor allem in ihrem Ausmaß und inwieweit verschiedene Organe betroffen sind. Bei der hypertensiven Krise sind die Symptome noch wenig spezifisch. Viele Patienten haben ein gerötetes Gesicht. Sie verspüren ein Druckgefühl im Kopf, Übelkeit bis zum Erbrechen, häufiges Zittern, gelegentlich tritt Nasenbluten auf. Sowohl Benommenheit als auch gesteigerte Erregung sind als Symptome bekannt.

Weitere Organe sind in der Regel nicht in Mitleidenschaft gezogen. Liegt bereits ein hypertensiver Notfall vor, sind ähnliche Symptome vorhanden, ergänzt durch weitere. Patienten leiden unter Angina pectoris, einem Engegefühl in der Brust. Es kommt zu Sehstörungen. Da sich Wasser in der Lunge sammelt, ist oft ein rasselnder Atem hörbar, Atemnot tritt ein. Außerdem können bei einer Notfallsituation bereits Organe geschädigt sein. Das plötzliche Ansteigen des Blutdrucks führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße im Gehirn. Aus diesen Gefäßen kann Flüssigkeit austreten und eine Hirnschwellung verursachen, die zu Hirnblutungen führen kann.

In der Niere kommt es zur Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen. Das schädigt das Organ, was zu einer akuten Funktionseinschränkung führt und damit zu Nierenversagen. Im Herzen verursacht der Blutdruckanstieg eine starke Belastung des linken Herzens, das mit mehr Kraft Blut in die Gefäße pumpen muss. Gelingt das nicht, tritt ein so genanntes Linksherzversagen ein. Es droht ein Infarkt.

Diagnose

Zur Diagnose ist es wichtig, zwischen der hypertensiven Krise (hypertensiver Notfall) und dem Notfall zu unterscheiden. Erster Schritt sind hier das Messen des Blutdrucks und des Pulsschlags sowie eine Spiegelung des Augenhintergrunds. Im Gespräch ist zu klären, welche Medikamente der Patient eingenommen hat bzw. ob vergessen wurde, evtl. blutdrucksenkende Mittel einzunehmen.

Auch die weitere Medikation muss erfasst werden, so wurden möglicherweise Mittel ohne ärztlichen Rat eingenommen oder zusammen mit kontraindizierten Medikamenten oder Nahrungsmitteln. Zu prüfen ist auch, ob Alkohol- oder Drogenmissbrauch vorliegen. Die Laboruntersuchung sollte Blutbild und Urinwerte umfassen und gegebenenfalls einen Schwangerschaftstest.

Behandlung

Therapeutisch unterscheidet sich die Behandlung der hypertensiven Krise (hypertensiver Notfall) grundlegend von der Behandlung der Notfallsituation. In der Krise sollte der Blutdruck nur langsam gesenkt werden, um andere Organe zu schützen, die bei einem plötzlichen Blutdruckabfall Schaden nehmen könnten. Die Medikation erfolgt in der Regel über Tabletten, empfohlen wird eine ambulante Überwachung für 48-72 Stunden.

Bei einem Notfall ist sofortige stationäre Aufnahme nötig. Das gilt vor allem für Patienten mit akuter Linksherzinsuffizienz, akutem Koronarsyndrom, Schwangere und Patienten mit Benommenheit, Lähmungen oder anderen neurologischen Auffälligkeiten. Liegt bereits eine Organschädigung vor, muss schnellstmöglich gehandelt werden. Wichtig ist auch hier grundsätzlich, den Blutdruck langsam zu senken, andernfalls könnte die Hirndurchblutung beeinträchtigt werden.

Liegt ein Linksherzversagen vor, muss der Blutdruck sehr schnell gesenkt werden. Dazu wird der Patient mit erhöhtem Oberkörper gelagert und ruhig gestellt. Medikation erfolgt oral oder, wenn nötig, auch intravenös. Empfohlen sind die Wirkstoffe Clonidin, Urapidil oder Dihydralazin. Wenn blutdrucksenkenden Maßnahmen die hyptertensive Krise nicht lindern oder der Blutdruck nach der Therapie schnell wieder ansteigt, ist auch bei der hypertensiven Krise eine stationäre Behandlung angezeigt. Die Blutdruckwerte müssen gesenkt werden, bevor sie die Organe schädigen können. Beim hypertensiven Notfall hängt die Prognose entscheidend davon ab, ob die Funktion der geschädigten Organe wieder hergestellt werden kann.

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Vorbeugung

Das regelmäßige Einnehmen verordneter blutdrucksenkender Medikamente kann einer hypertensiven Krise (hypertensiver Notfall) vorbeugen. Auf eine gesunde und vernünftige Ernährung ist zu achten. Ist die Krise überwunden, muss der Blutdruck richtig eingestellt und regelmäßig kontrolliert werden. Nur so kann einem erneuten plötzlichen Anstieg des Blutdrucks, der Gefahr einer Organschädigung und damit einem hypertensiven Notfall vorgebeugt werden.

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