Zittern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. Juni 2015
Gesundpedia.deSymptome Zittern

Als Zittern werden ruckartige Kontraktionen der Muskulatur bezeichnet, beginnend von kleinen Muskeln. Von dort aus kann sich das Zittern ausweiten. Es signalisiert eine Reihe von unterschiedlichen Zuständen, die sowohl körperlicher als auch psychischer Natur sein können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zittern?

Die äußerliche Erscheinung des Zitterns kennt jeder. Dabei bebt der ganze Körper; bei manchen Menschen sind auch einzelne Körperteile stärker betroffen als andere und das Zittern macht sich nur selektiv bemerkbar. Assoziiert wird der Zustand mit psychischer Verstimmung oder Erregung, etwa Angst oder Nervosität angesichts eines erkennbaren Auslösers. Bei Kindern kann das Zittern oft nicht bewusst gesteuert werden, während die meisten Erwachsenen dazu in der Lage sind, den Zustand bewusst im Griff zu behalten.

Auch körperliche Zustände wie große Kälte können Zittern als Reaktion auslösen. Sie sind meistens eine Abwehr- oder Schutzreaktion des Körpers oder haben im Falle einer körperlichen Ursache auch eine ganz praktische Funktion. Beim Zittern bewegen sich vor allem kleine Muskeln ruckartig und unwillkürlich. Dadurch kommt die Erscheinung zustande und der Mensch zittert am ganzen Körper. Der Sinn des Zitterns besteht darin, gerade die kleinen Muskeln zu bewegen, da sie auch besonders stark auskühlen können und dadurch anfälliger wären, würden sie sich nicht bei Kälte weiter bewegen.

Ursachen

Zittern kann körperliche oder psychische Ursachen haben. Zu den typischen körperlichen Ursachen gehören Unterkühlung oder Aufregung mit erhöhter Adrenalinausschüttung. Die Gabe verschiedener Medikamente kann ebenfalls zum Zittern führen und ist dann ein harmloses Symptom; mehr darüber erfahren kann der Betroffene im Beipackzettel des Medikaments.

Ob sich das Zittern noch normal und wie zu erwarten verhält, kann dem Patienten der behandelnde Arzt verraten. Körperliche Abhängigkeiten wie die Alkohol- oder Drogensucht ziehen bei Entzug Zittern nach sich. Allerdings kann Zittern auch ein Symptom für eine Erkrankung sein. Typische Krankheiten sind dabei Schilddrüsenüberfunktion, Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose oder Schlaganfall.

Häufig sind aber auch die rein psychischen Gründe. Angst, Nervosität, Panikattacken und andere ähnlich starke Gefühle sind ebenfalls häufige Auslöser. Zittern hat meistens eine kombinierte körperliche und psychische Ursache. Die Kontraktionen der Muskulatur hat bei den körperlichen Ursachen den Sinn, durch die Bewegung für Wärme zu sorgen und dadurch zu verhindern, dass der Körper zu stark auskühlt.

Diagnose und Verlauf

Zittern, das sich auf eine ganz natürliche, harmlose Ursache zurückführen lässt, bessert sich meistens schon, wenn die Ursache behoben wird. Es kann dann genauso schnell verschwinden, wie es gekommen ist. Wurde das Zittern beispielsweise durch Kälte verursacht, hilft es, sich etwas Warmes anzuziehen.

Zittern kann aber auch medikamentös bedingt sein oder auf eine Grunderkrankung hindeuten - dann gehört es jedoch zu den unspezifischen Symptomen. Zittern nach einem Entzug stellt sich meistens schnell ein, nachdem der Stoff dem Menschen entzogen wurde, von dem er abhängig ist. Es dauert einige Zeit an und bessert sich langfristig, ohne dass es behandelt werden müsste.

Die Dauer des Zitterns ist davon abhängig, wie stark die Sucht ausfiel und wie der Betroffene in dieser Zeit medikamentös betreut wird. Die Diagnose des Zitterns an sich wiederum fällt sehr leicht, da man es dem Betroffenen deutlich ansieht.

Behandlung und Therapie

Zittern bedarf in den meisten Fällen keiner Behandlung. Es handelt sich dabei um ein Symptom und ist oft nur von kurzer Dauer oder lässt sich sehr schnell wieder beheben. Harmloses Zittern, beispielsweise durch Kälte, deutet darauf hin, dass sich der Betroffene wärmer anziehen muss, da er friert.

Bei manchen ebenfalls harmlosen Erkrankungen wie einer Erkältung können Betroffene ebenfalls zittern und müssen dann lediglich noch wärmer eingepackt werden. Zittern durch den Entzug von Stoffen, von denen sie körperlich abhängig geworden sind, kann man ebenfalls kaum effektiv behandeln. Wichtig ist in dieser Zeit, dem Betroffenen dabei zu helfen, dem Suchtmittel fern zu bleiben und trotz der Entzugssymptome die Entzugskur weiter durchzuhalten.

Zittern durch Medikamente ist meistens ebenfalls harmlos; wenn der Patient jedoch das Gefühl bekommt, dass darunter seine Gesundheit leidet oder es ihm nicht gut geht, sollte er den behandelnden Arzt aufsuchen. Das Zittern als Symptom für gewisse Krankheiten wie Parkinson oder Epilepsie kann durch eine entsprechende Behandlung des Arztes gelindert werden.

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Vorbeugung

Zittern durch Kälte kann man durch warme Kleidung effektiv vorbeugen. Manche Menschen sind psychisch so leicht erregbar, dass sie bereits bei geringen Triggern anfangen, spürbar zu zittern. Um das zu verhindern und dem Zittern vorzubeugen, kann eine begleitende Psychotherapie erforderlich sein, da der Betroffene Hilfe und Unterstützung dabei braucht, seinen Alltag zu bewältigen.

Häufig kann man sich aber auch schon selbst helfen, indem man das psychisch bedingte Zittern in dem Moment erkennt, in dem es aktuell wird; denn dann kann man daran arbeiten, es bewusst zu verhindern. Diese Methode hilft allerdings nur bei rein psychisch bedingten Problemen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Bärchen kommentierte am 27.03.2016 um 12:58 Uhr

Mein Mann (fast 80) leidet seit geraumer Zeit unter einem Zittern des gesamten Körpers. Es tritt kurzfristig auf und ist nach kurzer Zeit wieder vorbei. In der rechten Hand hat er einen Tremor, der aber angeblich nichts mit Parkinson zu tun hat. Könnte es sich dennoch auf Grund dieses neu hinzugekommen gesamten Körperzuckens um Parkinson handeln? Außerdem läuft ihm auch oft der Speichel aus dem rechten Mundwinkel.