Geschwollenes Gesicht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. November 2016
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Tritt ein geschwollenes Gesicht auf, sorgt dieses bei vielen Menschen für einen großen Schreck. Zudem stellt sich ein Schamgefühl ein. Aufgrund der weiteren Symptome wie Schmerzen, Kribbeln oder erhöhte Druckempfindlichkeit ist die Schwellung meist sehr unangenehm und belastend.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein geschwollenes Gesicht?

Ein geschwollenes Gesicht äußert sich darin, dass im Gesicht eine unnatürliche Schwellung auftritt, die nicht auf eine Gewichtszunahme zurückzuführen ist. Im Allgemeinen handelt es sich bei Schwellungen um Wasseransammlungen, die in den Zwischenzellräumen von Geweben auftreten. Diese werden als Ödeme bezeichnet. Bei einer Schwellung im Gesicht sind oftmals die Augenlider, der Mund, der Hals sowie die Bereiche rund um die Ohren betroffen.

In manchen Fällen kommt es zur schnellen Anschwellung des Gesichtes, die mit Atemwegsbeschwerden einhergehen kann. Dieser Zustand ist teilweise akut lebensbedrohlich. Daher sollte sofort ein Arzt gerufen oder aufgesucht werden. In anderen Fällen wiederum entwickelt sich ein geschwollenes Gesicht nur sehr langsam, hält sich dafür aber hartnäckig.

Die Ursachen sind vielfältig, wobei es sich häufig um eine Allergie handelt. Auch verschiedene Erkrankungen können zu einem geschwollenen Gesicht führen. Es gibt aber auch vergleichsweise harmlose Gründe. Vorsorglich sollte ein Arzt aufgesucht werden, um Erkrankungen ausschließen zu können. Dies gilt insbesondere, wenn ein geschwollenes Gesicht länger anhält oder plötzliche Beschwerden auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für ein geschwollenes Gesicht können sehr vielfältig sein. Die Wasseransammlung ist beispielsweise oftmals die Folge eines gestörten Lymphflusses. Bei einer Nierenerkrankung beispielsweise sind dies die typischen, "teigigen" Ödeme, die unter den Augen sichtbar sind. Viele innere Erkrankungen gehen ebenso mit einer Gesichtsschwellung einher. Das Gleiche gilt für Alkohol- und Drogenmissbrauch. Bei einem Schlafmangel kommt es manchmal zur Fließstörung der Lymphe, sodass sich das überschüssige Wasser in den Augenunterlidern ansammelt.

Dies ist eine der harmlosen Ursachen für ein geschwollenes Gesicht. Des Weiteren kommt es bei schlechten Zähnen, Erkrankungen im Kieferbereich und nach zahnmedizinischen Eingriffen sehr häufig zu einer Gesichtsschwellung. Diese ist in der Regel einseitig. Akute, allergische Reaktionen, zu wenig Schlaf, Migräneanfälle und Trigeminusneuralgien können ebenfalls ein geschwollenes Gesicht verursachen. Gefährlich sind plötzlich auftretende Schwellungen, die sogar eine Atemnot hervorrufen. Der Grund hierfür können beispielsweise allergische Reaktionen oder Infektionen im Hals-/Nasen-/Ohrenbereich sein, zum Beispiel bei Mumps oder Tonsillitis. Ursachen chronischer Art für ein geschwollenes Gesicht sind eine Herzschwäche, Erkrankungen der Nieren, Schilddrüse oder Nebenschilddrüse.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Zur Ermittlung der Ursachen für ein geschwollenes Gesicht wird der Arzt zunächst einmal die begleitenden Symptome betrachten. Auf diese Weise kann der Auslöser oftmals bereits erkannt werden. Dies gilt beispielsweise für die Bildung von Abszessen bei Zahnerkrankungen oder -behandlungen. Bei Infektionen wird die Diagnose durch Laboruntersuchungen auf die Erreger abgesichert. Wenn ein anaphylaktischer Schock aufgrund einer Allergie auftritt, besteht die Herausforderung darin, dass das entsprechende auslösende Allergen identifiziert wird.

Bei chronischen Schwellungen muss der Arzt häufig viele Diagnosemöglichkeiten nutzen, um die Ursache für ein geschwollenes Gesicht zu ermitteln, beispielsweise die Anamnese, Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren. Insektenstiche sowie Kontakt- und Lebensmittelallergien können ebenfalls zu einer Gesichtsschwellung führen, die ein Arzt mit entsprechenden weiterführenden Untersuchungen erkennen kann.

Der Verlauf der Gesichtsschwellung hängt von der Ursache ab. Während ein geschwollenes Gesicht bei einer Zahn- und Kiefererkrankung nach der Behandlung allmählich wieder verschwindet, sind andere Patienten eventuell von permanent auftretenden Gesichtsschwellungen betroffen, zum Beispiel bei Erkrankungen der Leber, Niere, Schilddrüse oder des Herzens. Hier müssen die Ursachen gezielt behandelt werden, aber nicht immer ist eine Besserung in Sicht. Insbesondere bei Nierenerkrankungen sind Ödeme unter den Augen (Wassereinlagerungen) charakteristisch und chronisch.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines geschwollenen Gesichts hängt von der Ursache ab, die ihr zugrunde liegt. Nach Zahnextraktionen oder anderen Kieferbehandlungen können beispielsweise kalte Auflagen eine gute Erleichterung bringen und die Gesichtsschwellung zurückgehen lassen. Hierfür kann ein Eiswürfel in ein Handtuch gewickelt werden, um es anschließend auf die geschwollene Stelle im Gesicht aufzulegen. Die Dauer sollte maximal zehn Minuten betragen, wobei die Anwendung vier bis fünf Mal am Tag wiederholt werden kann.

Ausgeprägte Zahninfektionen werden mit Antibiotika behandelt. Manchmal ist auch eine Operation erforderlich. Bei einer akuten Allergie kommen Antihistaminika und abschwellende Mittel zum Einsatz. Diese werden entweder gespritzt oder in der Form von Tabletten verabreicht. Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung werden Medikamente verordnet, die diese bekämpfen, sodass Schleim wieder abfließen kann. Eine Paste aus Sandelholz und Kurkuma kann ebenfalls für 30 Minuten auf das geschwollene Gesicht gelegt werden, was eine beruhigende Wirkung hat.

Auch Kopfschmerzen, Migräneanfälle und Trigeminusneuralgien verursachen oft ein geschwollenes Gesicht. Nach dem Ende der Schmerzattacken verschwindet die aufgetretene Schwellung meist sehr schnell wieder. Während den Betroffenen vor einigen Jahrzehnten kaum geholfen werden konnte, gibt es heutzutage moderne und gut wirksame Schmerzmittel und Behandlungspräparate. Ist ein Medikament die Ursache für ein geschwollenes Gesicht, muss dieses unbedingt abgesetzt werden.



Vorbeugung

Ein geschwollenes Gesicht vorzubeugen, hierfür gibt es aufgrund der vielfältigen Ursachen, die dafür infrage kommen, keine konkreten Empfehlungen. Im Allgemeinen stärkt eine gesunde Lebensweise das Immunsystem. Dies wiederum verringert das Risiko von Infektionserkrankungen. Es empfiehlt sich, das Salz in der Ernährung zu reduzieren. Das enthaltene Natrium kann das Risiko der Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut erhöhen.

Des Weiteren ist es ratsam, beim Schlafen zusätzliche Kissen zu verwenden, um in angehobener Position zu sein. Dies minimiert das Risiko der Schwellungen im Gesicht, die durch Ödeme verursacht werden. Es wird dadurch verhindert, dass sich unter der Haut Flüssigkeit ansammelt. Um Abszesse durch verschiedene Zahnerkrankungen zu verhindern, ist es wichtig, die Zähne regelmäßig durch einen Zahnarzt untersuchen zu lassen. Dies hilft auch, Karies und Zahnfleischentzündungen und damit ebenso die Gesichtsschwellung zu vermeiden. Bei Schwellungen im Gesicht, die aus einer Allergie resultieren, muss das Allergen gemieden werden. Allergiker werden zudem von Hautärzten und Allergologen mittels Desensibilisierung behandelt.

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