Anaphylaktischer Schock

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juli 2015
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Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen. Die Symptome reichen von leichten Hautausschlägen bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schockzustand und sind deshalb sehr ernst zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich bezogen auf bestimmte Substanzen um eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems. Verursacht wird der anaphylaktische Schock durch eine Allergie. Die Ursachen für Allergien sind genetisch bedingt, also vererbbar.

Die Entstehung erfolgt jedoch aufgrund von Kontakt mit dem Allergen (zum Beispiel über Anfassen oder Nahrungsaufnahme), bei der die Sensibilisierung im Körper beginnt. Oftmals findet beim ersten Kontakt noch überhaupt keine Reaktion statt, die Reaktionen können aber bei jedem Kontakt heftiger ausfallen. Der anaphylaktische Schock ist dabei die schwerste aller möglichen allergischen Reaktionen.

Ursachen

Die Ursache für einen anaphylaktischen Schock ist eine Immunreaktion des Körpers. Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich um eine allergische Reaktion. Durch Kontakt mit einer bestimmten Substanz (Allergen) findet im Körper eine Sensibilisierung statt.

Das bedeutet, dass das Allergen, das für den Körper eigentlich harmlos ist (zum Beispiel Erdnüsse), plötzlich als Bedrohung angesehen und durch die Immunreaktion bekämpft wird.

Normalerweise erfolgt die Immunreaktion bei Krankheitserregern wie Viren, Bakterien oder Pilzen, die für den Körper tatsächlich eine Bedrohung darstellen und deswegen bekämpft werden. Die eigentlich harmlosen Reize der Allergene werden durch eine oft heftige Immunreaktion des Körpers bekämpft.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Schon bei kleineren Symptomen ist unbedingt Vorsicht geboten, bei einer Verschlechterung ist sofort ein Arzt zurate zu ziehen oder ein Krankenwagen zu alarmieren, denn ein schnelles Handeln kann erforderlich sein.

Die Immunreaktionen bei einem anaphylaktischen Schock können sehr unterschiedlich ausfallen und werden deshalb in zwei Schweregrade unterteilt. Allerdings ist schon beim Auftreten leichter Symptome Vorsicht geboten, denn diese können sich sehr schnell verschlimmern.

Beim ersten Schweregrad ist zumeist nur die Haut betroffen. Rötungen und Quaddeln können auftreten. Doch schon ab dem zweiten Schweregrad spricht man vom lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Symptome sind unter anderem Juckreiz und Brennen im Rachen sowie Probleme beim Schlucken und Atmen. Diese Probleme können bereits einen Kreislaufschock mit einem massiven Blutdruckabfall oder Organversagen verursachen, was zum Tod führen kann.

Diagnose

Für die Feststellung einer Allergie, die einen lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock auslösen kann, gibt es verschiedene Möglichkeiten, denn es kann mitunter sehr schwierig sein, den wahren Auslöser einer Allergie festzustellen.

Zunächst ist die Kranken- und Vorgeschichte des Patienten (Anamnese) ein wichtiger Faktor. Die Betroffenen wissen meist selbst am Besten, wann und in welchem Zusammenhang allergische Reaktionen aufgetreten sind.

Verschiedene Allergietests (zum Beispiel Haut- und Blutuntersuchungen), die vom Hausarzt oder von Fachärzten durchgeführt werden, können Aufschluss über das Allergen geben.

Bei einem anaphylaktischen Schock ist diese Möglichkeit der Diagnose jedoch nicht gegeben. Die heftige körperliche Reaktion und eventuell eingenommene Medikamente verfälschen die Testergebnisse. Deshalb ist es so wichtig, schon bei den kleinsten Anzeichen einer allergischen Reaktion einen Arzt aufzusuchen.

Einige Allergien treten jedoch besonders häufig auf und sind deshalb einfacher festzustellen.

Nahrungsmittel wie Erdnüsse, Eier oder Meeresfrüchte, bestimmte Medikamente (Penicillin, Rheumamedikamente), Insektenstiche, Pollen und Insektengifte lösen sehr häufig einen anaphylaktischen Schock aus. Leidet ein Elternteil unter einer Allergie so ist es zudem wahrscheinlicher, diese ebenfalls zu bekommen.

Behandlung und Therapie

Ursachen eines allergisches Schocks und Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Die Behandlung eines anaphylaktischen Schocks erfolgt individuell. Ist der Zustand des Patienten akut, müssen zunächst alle Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden. Hierzu zählt die Beseitigung bzw. Unterbindung der Schockursache (Allergene).

So sollte zum Beispiel bei einem Bienenstich der Stachel, als Allergieauslöser schnellstens entfernt werden. Weiterin muss der Betroffene sofort in die sogenannte Schocklage gebracht werden.

Bei dieser muss der Patient auf den Rücken gelegt und dabei die Beine nach oben gelagert werden. Zudem sollte der Patient warm gelagert werden, um ein Auskühlen zu vermeiden.

Eine regelmäßige Pulskontrolle ist wichtig, um einen Kreislaufschock zu vermeiden. Bei einem schweren anaphylaktischen Schock wird ein Arzt das Medikament Adrenalin verabreichen, das die Schleimhäute abschwellen lässt und das Kreislaufsystem stabilisiert.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen einen anaphylaktischen Schock ist seine Prävention. Es soll möglichst gar nicht erst zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Deshalb ist die Vorsorge von so enormer Bedeutung. Schon bei den ersten Anzeichen von Allergien sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, der weitere Untersuchungen durchführt.

Wenn geklärt ist, was die allergische Reaktion hervorruft, ist diese Substanz zu meiden. Bei Pollen oder Insektenstichen ist das natürlich nur sehr schwer möglich. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten der Desensibilisierung. Dies ist eine spezielle Immuntherapie, bei der der Körper langsam wieder lernt, das Allergen nicht mehr zu bekämpfen, sondern zu tolerieren.

Zudem empfehlen Ärzte ein Notfallset. Dieses sollte ein sogenanntes Antihistaminikum enthalten. Im Ernstfall wird ein solches Medikament einen akuten anaphylaktischen Schock vermeiden helfen. Tabletten sind dafür jedoch aufgrund der möglicherweise auftretenden Schluckbeschwerden nicht empfehlenswert.

Stattdessen sollte ein Asthmaspray, ein flüssiges Medikament oder ein Adrenalin-Injektor bereitstehen. Was für wen am Besten geeignet ist, sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

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