Leber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2016
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Die Leber erfüllt im menschlichen Körper viele wichtige Funktionen bei Stoffwechsel-, Verdauungs- und Entgiftungsprozessen. Trotzdem verlaufen Erkrankungen der Leber anfangs mit unspezifischen Symptomen und werden daher oft erst spät bemerkt.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Leber ist das zentrale Stoffwechsel-Organ des menschlichen Körpers und die größte Verdauungsdrüse. Sie ist außerdem das Hauptentgiftungsorgan und schützt den Körper durch das Abbauen vor giftigen Substanzen, ist in das Immunsystem und in den Hormonhaushalt involviert. Die altgriechische Bezeichnung für die Leber lautet Hepar, woraus sich der Begriff Hepatologie ableitet. Die Hepatologie ist die Lehre von der Leber beziehungsweise den Lebererkrankungen.

Das Gewicht der Leber liegt zwischen 1400 und 1800 Gramm. Die Leber ist ein weiches Organ mit einer gleichmäßigen Struktur. Sie kann sich außergewöhnlich gut regenerieren. Wenn Teile des Organs operativ entfernt werden, wachsen diese wieder nach. Dadurch eignet sich die Leber für eine Lebendorganspende, da sich der entnommene Teil im Organempfänger ebenso wie der im Organspender verbliebene Teil wieder zu einer vollständigen Leber entwickelt.

Anatomie der Leber.

Anatomie

Die Leber befindet sich auf der rechten Seite des Oberbauchs unterhalb des Zwerchfells. Anatomisch lässt sie sich in zwei große und zwei kleine Leberlappen einteilen. Von den beiden großen Leberlappen liegt der rechte Leberlappen (Lobus dexter) unter dem Zwerchfell, mit dem er teilweise verwachsen ist.

Der etwas kleinere linke Leberlappen (Lobus sinister) ragt bis in den linken Oberbauch hinein. Die beiden kleinen Leberlappen sind der quadratische Lappen (Lobus quadratus) sowie der geschwänzte Lappen (Lobus caudatus).

Funktionell kann die Leber außerdem in acht Segmente unterteilt werden. Das Gewebe der Leberlappen setzt sich aus winzigen Leberläppchen zusammen, die durch Bindegewebe zusammengehalten werden. Die Leberläppchen bestehen hauptsächlich aus Leberepithelzellen, den sogenannten Hepatozyten.

An der unteren Seite der Leber befindet sich die sogenannte Leberpforte (Porta hepatis). Über die Leberpforte gelangen verschiedene Gefäße, wie die Pfortader (Vena portae) und die Leberarterie (Arteria hepatica propria) in die Leber hinein und andere Gefäße, wie der Gallengang, Lymphgefäße und Nerven, aus der Leber heraus.

Die Pfortader (Vena portae) leitet nährstoffreiches Blut vom Darm zur Leber. Die Leberarterie hingegen transportiert das sauerstoffreiche Blut, das vom Herzen kommt. Insgesamt werden täglich an die 2000 Liter Blut durch die Leber gepumpt. Die Leber ist über Bänder in der Bauchhöhle fixiert und von Bauchfell überzogen.

Funktion

Zu den wichtigsten Aufgaben der Leber zählen die Produktion lebenswichtigen Eiweißstoffen, das Verwerten von Nahrungsbestandteilen sowie der Abbau von Stoffwechselprodukten. Außerdem speichert die Leber Vitamine, Fette und Eiweißbausteine und synthetisiert Ausgangsstoffe für die Produktion von Hormonen. Über das Blut kommen Nährstoffe aus dem Darm in die Leber. Hier können sie je nach Bedarf des Körpers von der Leber an das Blut abgegeben oder aus diesem entfernt werden.

Die Leber ist in den Glukose-, Fett- und Proteinstoffwechsel involviert. So kann sie beispielsweise einen Überschuss an Glukose im Blut als Glykogen speichern. Bei Bedarf baut sie das Glykogen wieder in Glukose ab und stellt es dem Körper als Energielieferanten zur Verfügung. Die Leber kann mit Hilfe von Hormonen, wie beispielsweise dem Insulin, den Blutzuckerspiegel steuern und konstant halten. Die Leberzellen sind in der Lage, Zucker in Fett und Eiweiße in Zucker umzuwandeln und diese je nach Bedarf des Körpers abzugeben oder zu speichern.

Zu den durch die Leber gebildeten Eiweißstoffen zählen unter anderen die Gerinnungsfaktoren, die für die Blutgerinnung bei Verletzungen lebenswichtig sind. Die Leber kann Cholesterin herstellen, wodurch Gallenflüssigkeit gebildet und für den Abbau von Fett verwendet werden kann. Die Leber entgiftet den menschlichen Körper, in dem sie schädliche Stoffe umwandelt. So wird Alkohol beispielsweise über eine Zwischenstufe von den Leberenzymen in Essigsäure abgebaut.

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Erkrankungen der Leber

Gesunde und zirrhotische Leber.

Zu den häufigsten Erkrankungen der Leber zählen die Fettleber, eine Hepatitis (Leberentzündung), eine Leberzirrhose sowie das hepatozelluläre Karzinom (Leberkrebs). Abgeschlagenheit und Müdigkeit können erste Symptome für eine Lebererkrankung sein, ebenso Übelkeit, Erbrechen und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch.

Links: Gesunde Leber. Rechts: Einlagerung von Fettvakuolen (Fettleber).

Erst im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf kommt es zu der für Lebererkrankungen charakteristischen Gelbfärbung der Haut.

Bei der Fettleber lagert sich vermehrt Fett in das Organ ein. Eine Hepatitis kann sowohl durch Viren ausgelöst werden oder Folge einer Fettleber sein. Stoffwechselerkrankungen können ebenfalls eine Hepatitis auslösen. Die Leberzirrhose entsteht durch eine dauerhafte Belastung der Leber.

Das in der Leber enthaltene Bindegewebe vermehrt sich und verdrängt allmählich die Leberzellen, womit die Funktion der Leber verloren geht.

Das hepatozelluläre Karzinom ist häufig die Folge einer Hepatitis B- oder C-Infektion. Übermäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht können ebenfalls ein hepatozelluläres Karzinom begünstigen.

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