Coronavirus-Infektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Juni 2017
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Eine Coronavirus-Infektion verläuft ähnlich einer atypischen Lungenentzündung und endet in vielen Fällen tödlich. Vor allem in Asien und dem Nahen Osten kommt es vermehrt zu Fällen dieser Atemwegserkrankung, gegen die es bis jetzt noch keine medikamentöse Therapie gibt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Coronavirus-Infektion?

Eine Coronavirus-Infektion ist eine Erkrankung des Respirationstrakts, die von zur Gruppe der RNA-Viren zählenden Coronaviridae verursacht wird. Die bisher bekannten Virenstämme lösen die als SARS oder Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom bekannte atypische Lungenentzündung aus.

Die seit dem Sommer 2012 beim Menschen auftretende Krankheit MERS-CoV oder Middle East Respiratory Syndrome Corona Virus, die sich durch eine akute Erkrankung der Lunge und lebensbedrohliche Atemprobleme äußert, ist ebenfalls die Folge einer Coronavirus-Infektion.

Ursachen

Eine Coronavirus-Infektion wird durch Virenstämme ausgelöst, die sich hauptsächlich Tiere als Hauptwirte suchen und, wie von Wissenschaftlern vermutet wird, entweder vom Tier auf den Menschen übertragen wurden oder sich durch bestimmte Genmutationen weiterentwickelt haben.

Im Falle einer Coronavirus-Infektion, die sich in Form der asiatischen Lungenkrankheit SARS äußert, gelten Schleichkatzen und Fledermäuse als Hauptwirte des verantwortlichen Virus. Ihr Fleisch wird in der chinesischen Küche als Delikatesse zubereitet und in der traditionellen chinesischen Medizin als Arzneimittel verarbeitet. So wird angenommen, dass es durch den engen Kontakt mit den Tieren und deren kontaminierten Fleischprodukten zu einer sogenannten zoonotischen Übertragung auf den Menschen gekommen ist.

Im Gegensatz zu der Coronavirus-Infektion SARS, die auch in der sekundären Übertragungsform, also von Mensch zu Mensch hoch ansteckend ist, gilt eine solche Infektion mit dem MERS-Coronavirus, das von Dromedaren stammt, nur unter bestimmten Voraussetzungen als wahrscheinlich. Grundsätzlich werden beide Krankheiten durch Tröpfcheninfektion übertragen. Mögliche andere Ursachen, die bis jetzt nicht eindeutig nachgewiesen werden konnten, sind Kontakt- und Schmierinfektionen sowie die Übertragung über kontaminierte Fäkalien und Schädlinge wie beispielsweise Kakerlaken.

Wann zum Arzt?

Besteht der Verdacht auf die hochansteckende Coronavirus-Infektion, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Zeigen die Betroffenen Symptome wie hohes Fieber, Atemnot, Kurzatmigkeit, Husten, Muskelschmerzen, Halsschmerzen und Schüttelfrost, kann nur ein Arzt mit einem Antikörpertest feststellen, ob eine Infektion mit dem Coronavirus besteht oder nicht.

RNA-Viren breiten sich im Organismus des Patienten aus und führen zu einer Lähmung der Flimmerhärchen, die maßgeblich an der Atemfunktion beteiligt sind. Zeigt der Patient eine Infektion mit dem SARS-Coronavirus, stellt sich zu den grippeähnlichen Symptomen zusätzlich eine atypische Lungenentzündung ein. Diese äußert sich durch die Entzündung beider Lungenflügel und der Abnahme der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen.

Da diese Infektionskrankheit durch Schmieren- und Tröpfcheninfektion übertragen wird, sollten auch Personen, die mit dem Patienten in einem Haushalt leben oder regelmäßig mit ihm Kontakt haben, umgehend einen Arzt aufsuchen, um durch einen Antikörpertest festzustellen, ob sie gleichfalls betroffen sind. Dies gilt auch dann, wenn sich noch keine Symptome zeigen, da die Inkubationszeit zwei bis sieben Tage dauert. Suchen die betroffenen Personen keinen Arzt auf, weil sie der Meinung sind, es handelt sich lediglich um eine harmlose Grippe und bleibt eine symptomatische Behandlung aus, verlaufen Infektionen mit dem Coronavirus in vierzig Prozent der Fälle tödlich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Coronavirus-Infektion:

Die als SARS bekannte Coronavirus-Infektion verläuft wie eine atypische Lungenentzündung. Zwei bis sieben Tage nach der Infektion zeigen sich plötzlich hohes, rasch ansteigendes Fieber sowie Atemnot und Schmerzen des Brustkorbs und des Muskelapparats. Im weiteren Verlauf der Coronavirus-Infektion kommt es zu einer Entzündung beider Lungenflügel sowie einer signifikanten Abnahme der Blutplättchen und weißen Blutkörperchen. Als mögliche Begleitsymptome lassen sich mitunter auch Husten, Heiserkeit, eine Halsentzündung sowie seltener auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Schwindelgefühle beobachten. In bis zu 20% aller Fälle endet die Corona-Infektion SARS mit dem Tod.

Die unter der Bezeichnung MERS-CoV geführte Coronavirus-Infektion beginnt ähnlich einer Grippe schlagartig mit hohem Fieber und Husten. Nach etwa einer Woche kommt es zu einer Lungenentzündung und akutem Atemnotsyndrom, das in vielen Fällen zu einer respiratorischen Insuffizienz, das heißt einem totalen Atemversagen führt. In etwa 40 bis 50% der Fälle verläuft die Coronavirus-Infektion MERS-CoV tödlich, wobei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Krebspatienten und Diabetiker die schwersten Ausprägungen erleiden.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion wird nach einer detaillierten Beurteilung der Risikofaktoren, wie einem vorangegangenen Kontakt zu infizierten Patienten oder einem Aufenthalt in einem Risikogebiet ein Röntgen der Lunge durchgeführt, um die virusbedingte Lungenentzündung festzustellen. Auffällig sind in diesem Zusammenhang die schweren Symptome, während sich auf dem Röntgenbild nur kleine Veränderungen zeigen.

Zusätzlich geben ein Nachweis des Virus im Speichel sowie die Analyse des Sekrets der Luftröhre und der bronchialen Spülflüssigkeit zuverlässige Hinweise auf eine Coronavirus-Infektion. Auch ein Bluttest zur Identifikation der Antikörper gegen den Erreger gibt Aufschluss darüber, ob eine Coronavirus-Infektion vorliegt.

Komplikationen

In den meisten Fällen führt eine Coronavirus-Infektion zu den gewöhnlichen Symptomen einer Grippe. Dabei tritt starkes Fieber zusammen mit Husten und Schluckbeschwerden auf. In der Regel nimmt die Lebensqualität des Betroffenen enorm ab und der Alltag wird eingeschränkt. Es kommt zu Schmerzen an den Muskeln und den Extremitäten. Die Infektion selbst dauert mehrere Tage an, wobei der Betroffene innerhalb dieser Zeit auf Bettruhe angewiesen ist. Auch der Magen-Darm-Trakt kann betroffen sein, sodass es zu Durchfall oder Erbrechen kommt. In schwerwiegenden Fällen leidet der Patient auch an Atemnot, wobei es häufig zu Panikattacken und zur Bewusstlosigkeit kommen kann. Bei der Behandlung kommt es in der Regel zu keinen Komplikationen, wenn diese frühzeitig beginnt. Die Coronavirus-Infektion heilt innerhalb weniger Tage ab und hinterlässt auch keine Folgeschäden. Durch die Behandlung ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass der Patient an der Infektion erneut erkrankt. Da die Coronavirus-Infektion ansteckend ist, sollte der Kontakt zu anderen Personen vermieden werden. Es kommt nicht zu einer verringerten Lebenserwartung.

Behandlung und Therapie

Im Kampf gegen eine Coronavirus-Infektion stehen bis dato keine Medikamente für eine ursächliche Behandlung zur Verfügung. Im Zuge der Therapie sollen die Symptome gelindert und die beeinträchtigte Atmung durch zusätzliche Gaben von Sauerstoff unterstützt werden. In vielen Fällen sind auch eine maschinelle Beatmung und eine gezielte Thorax-Physiotherapie erforderlich.

Die Symptome der Coronavirus-Infektion SARS können durch die Verabreichung von hochdosierten Steroiden wie Cortison sowie intravenöse Gaben des antiviralen Medikaments Riboflavin therapiert werden. Auch die Behandlung mit Blutserum von Patienten, die eine Coronavirus-Infektion erfolgreich durchgestanden haben, hat sich in vielen Fällen erfolgreich bewährt.

Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Infektion MERS-CoV haben Wissenschaftler in Versuchsreihen mit infizierten Rhesusaffen die Behandlung mit einer Kombination von Riboflavin und Interferon, das die Vermehrung des Virus stoppt, beobachtet und festgestellt, dass es dadurch zu deutlich geringeren Schädigungen von Lungengewebe und Viruskonzentrationen im Blut kommt. Auch an Proteinbehandlungen, die den Virus daran hindern können, in die Zellen einzudringen, wird intensiv gearbeitet. Die Mediziner vermuten, dass sich mit diesen Forschungsansätzen ein wirksamer Schutz gegen die Coronavirus-Infektion entwickeln lässt.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung einer Coronavirus-Infektion besteht darin, nicht in Länder zu reisen, wo es zu einer Epidemie dieser Erkrankung gekommen ist, da fast alle in Europa verzeichneten Infektionen aus den Risikogebieten importiert wurden. In Asien und dem Arabischen Raum sollten der Kontakt mit Tieren sowie Plätze mit Menschenansammlungen möglichst gemieden und auf vermehrte Hygiene geachtet werden. Wer durch chronische Vorerkrankungen ein geschwächtes Immunsystem aufweist, sollte dies besonders beherzigen, um einer lebensgefährlichen Coronavirus-Infektion vorzubeugen.

Bücher über Coronavirus-Infektion

Quellen

  • Payk, T.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Dilling, H. & Freyberger, H.J.: Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Huber Verlag, 6. Auflage 2012
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Bergner, T. M. H.: Burnout-Prävention. Schattauer, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Tölle, R., Windgassen, K.: Psychiatrie. Springer, Berlin 2014

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