Mittelohrentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Juni 2015
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Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) bezeichnet eine akute, plötzlich auftretende Infektion des Ohres. Meist lösen Bakterien, die die Schleimhaut des Mittelohrs befallen die Entzündung aus. Typische Beschwerden einer akuten Mittelohrentzündung sind u.a.: Ohrenschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Eine Mittelohrentzündung lässt sich in aller Regel gut therapieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mittelohrentzündung (Otitis media)?

Eine Mittelohrentzündung (Otitis media) ist eine schmerzhafte, häufig durch Bakterien, seltener durch Viren verursachte, entzündliche Erkrankung des Mittelohrs. Dabei handelt es sich genau genommen um eine Entzündung der Schleimhaut des Mittelohrs.

Von einer Mittelohrentzündung sind in erster Linie Kleinkinder und Säuglinge betroffen, doch auch Erwachsene können daran erkranken. Je nach Verlauf der Erkrankung unterscheidet man zwischen einer akuten (Otitis media acuta) und der chronischen (chronische Otitis media) Form der Mittelohrentzündung.

Ursachen

Ursache für eine Mittelohrentzündung sind in circa 60 Prozent der Erkrankungen Bakterien, doch auch Viren können eine Mittelohrentzündung hervorrufen.

Der Nasen-Rachen-Raum und das Mittelohr sind durch die Eustachische Röhre (auch Ohrtrompete genannt) verbunden. Durch diesen Luftkanal wird das Mittelohr belüftet und vorhandene Flüssigkeit kann dadurch ablaufen.

Bei einer akuten Mittelohrentzündung dringen Erreger über die Eustachische Röhre in den Mittelohrbereich und die Schleimhaut des Mittelohrs entzündet sich. Meist geschieht dies durch eine behinderte Nasenatmung während einer Erkältung.

Auch Polypen behindern die Nasenatmung und können so eine Mittelohrentzündung verursachen.

Das Eindringen der Keime ins Mittelohr über den äußeren Gehörgang, zum Beispiel durch verunreinigtes Badewasser, ist in seltenen Fällen möglich. Jedoch war bei diesen Patienten das Trommelfell schon vor der Mittelohrentzündung defekt oder verletzt. Bei Säuglingen und Kleinkindern führt die kürzere Ohrtrompete zu häufigeren Erkrankungen – deshalb sind sie von Mittelohrentzündungen auch öfter betroffen als Erwachsene.

Außenohr-Mittelohr-Innenohr. Entstehung einer Mittelohrentzündung.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome einer Mittelohrentzündung:

Der Betroffene von einer Mittelohrentzündung verspürt einen stechenden Schmerz in einem oder in einigen Fällen auch in beiden Ohren. Weitere Symptome für eine Mittelohrentzündung können neben den Ohrenschmerzen, ein Klopfen im Ohr, Fieber, Kopfschmerzen, ein allgemeines Krankheitsgefühl oder ein gedämpftes Hörvermögen sein.

Hin und wieder wird auch von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Mittelohrentzündung berichtet. Im fortgeschrittenen Stadium der Mittelohrentzündung kann ein Bruch des Trommelfells entstehen, der sich durch einen zunächst leicht blutigen und später eitrigen Ausfluss aus dem Ohr zeigt.

Diagnose

Eine Mittelohrentzündung geht in der Regel mit starken Ohrenschmerzen einher. In diesem Fall sollte man schnellstmöglich einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen, denn werden diese nicht rechtzeitig behandelt, können eventuell bleibende Schäden auftreten.

Der Arzt wird zunächst das Ohr gründlich untersuchen, um die Ursache für die Ohrenschmerzen herauszufinden. Eine häufig angewandte Form der Untersuchung ist die sogenannte Otoskopie. Bei dieser Ohrspiegelung werden äußerer Gehörgang und Trommelfell mit einem speziellen Gerät genau untersucht.

Rötungen und Schwellungen des Trommelfells sind meist deutliche Anzeichen für eine Entzündung. Auch Hörtests oder eine Nasenspiegelung können hilfreich bei der Ursachendiagnostik sein.

Behandlung und Therapie

Die Diagnose Mittelohrentzündung stellt ein HNO-Arzt durch die Begutachtung des Trommelfells, das bei einer Mittelohrentzündung gerötet und vorgewölbt ist. In vielen Fällen ist für den Arzt auch eine Perforationsstelle zu sehen, aus der Sekret austritt. Wurde die Mittelohrentzündung durch Viren hervorgerufen, können sich auch Bläschen auf dem Trommelfell bilden.

Eine akute Mittelohrentzündung wird meist mit Antibiotika behandelt. Zudem können Nasentropfen verabreicht werden, die ein Abschwellen der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum bewirken. Dadurch wird die Ohrtrompete freigelegt und die im Mittelohr gesammelte Flüssigkeit kann in den Rachenraum abfließen.

Bestehen beim Patienten starke Schmerzen, so verschreibt der Arzt zudem meist entzündungshemmende Schmerzmittel.

Vielen Betroffenen hilft bei einer Mittelohrentzündung die wärmende Bestrahlung mit Rotlicht. Obwohl der Erfolg wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen wurde, berichten viele Betroffene über eine schmerzlindernde Wirkung. Haben sich die Beschwerden nach drei bis vier Tagen noch nicht verbessert, wird vom Arzt Antibiotika verabreicht. Antibiotika helfen jedoch nur bei einer bakteriellen Infektion, nicht bei einer durch Viren hervorgerufenen Mittelohrentzündung.

Leidet ein Patient wiederholt an einer Mittelohrentzündung, helfen kleine Röhrchen, die während einer Operation ins Trommelfell gesetzt werden. Sie belüften das Mittelohr und führen dazu, dass die Flüssigkeit besser abfließen kann.

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Vorbeugung

Vorbeugen kann man einer Mittelohrenzündung, indem man auf den Selbstreinigungsmechanismus des Gehörgangs vertraut und auf eine zusätzliche Reinigung mit Wattestäbchen verzichtet.

Diese stören den Selbstreinigungsmechanismus und können eine Mittelohrentzündung begünstigen.

Liegt bereits eine Trommelfellperforation vor, so sollte man beim Duschen oder Baden einen Gehörschutz (Schwimmschutz) verwenden.

Seit einigen Jahren ist bei Kindern eine Impfung gegen die häufigsten Erreger der Mittelohrentzündung (Pneumokokken) möglich.

Bei Kindern sollte man zudem darauf achten, dass sie immer eine freie Nase haben.

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