Mediastinitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
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Eine Mediastinitis ist eine Entzündung des Mittelfells, die in akuter oder chronischer Form auftritt und eine sehr schwere Erkrankung für den Betroffenen bedeutet. Eine akute Mediastinitis kann durch die Perforation der Speiseröhre, Entzündungen im Bereich von Kopf und Hals oder infolge einer Herzoperation auftreten. Es handelt sich bei beiden Formen der Mediastinitis um eine schwere Erkrankung, die bei verzögerter Diagnosestellung oder Behandlung zum Tod führen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Mediastinitis?

Die akute Mediastinitis ist eine meist bakteriell bedingte Entzündung des Mittelfells. Ursachen für eine Mediastinitis können Entzündungsprozesse im Bereich von Hals und Kopf sein. Ein eitriger Zahn oder ein Nebenhöhlenabszess können durchaus Auslöser für eine Mediastinitis sein.

Die Mediastinitis ist eine durchaus schwere und lebensbedrohende Erkrankung. Eine Verzögerung bis zur Diagnosestellung oder in der Behandlung der Mediastinitis führt mitunter zum Tod, denn die Sterblichkeitsrate bei einer Mediastinitis liegt bei 50 Prozent. Bei der chronischen Mediastinitis sind ein schwaches Immunsystem oder Pilze mögliche Auslöser, aber auch nach einer Strahlentherapie kann eine chronische Mediastinitis auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung einer Mediastinitis, einer Mittelfellentzündung, sind vielfältig. Sie reichen von entzündlichen Prozessen im Körper bis hin zu Infektionen im Brustkorb, Lungenfell, Herzbeutel oder der Lunge sein. Auch Infektionen der Lymphknoten, Wirbelsäule oder auch Knochenentzündung am Brustbein sind mögliche Streuherde für eine Mediastinitis.

Starkes Erbrechen oder die Einnahme von giftigen Substanzen sowie künstliche Beatmung begünstigt die Entstehung einer Mediastinitis. Die akute Mediastinitis entsteht oftmals durch ein Loch in der Speiseröhre oder auch ein Geschwür in der Speiseröhre. Auch ein operativer Eingriff mittels Herzchirurgie, da postoperative Komplikationen mitunter folgen bei einer akuten Mediastinitis. Eher selten ist das Entstehen einer Mediastinitis durch eine Perforation in der Luftröhre oder den Bronchien.

Weitere Möglichkeiten eine Mediastinitis zu bekommen sind Beschädigungen, die an den Luftwegen entstehen wie zum Beispiel bei einer Bronchoskopie oder Verletzungen, die infolge eines Verkehrsunfalls entstehen. Die eitrige Entzündung verteilt sich rasend schnell im Körper und infiziert den gesamten Blutkreislauf und auch andere Teile des Körpers.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Mediastinitis:

Zu möglichen Symptomen einer Mediastinitis zählen neben einer großen Atemnot oder hohes Fieber, Husten sowie große Schmerzen im Brustkorb. Es kommt mitunter auch zu Schüttelfrost, Schluckbeschwerden sowie Atemnot oder Herzrasen. Weitere Symptome einer Mediastinitis können auch Verwirrtheit und eine Halsschwellung sein. Bei einer chronischen Mediastinitis treten weiters Müdigkeit, Kopfschmerzen und eine allgemeine Schwäche auf.

Manche Menschen leiden bei einer Mediastinitis besonders unter einer Kurzatmigkeit. Die Erkrankung zeigt sich oftmals binnen weniger Stunden und vor allem schwer. Bei manchen Patienten zeigen sich viele der genannten Symptome erst im weiteren Verlauf der Mediastinitis. Bei Komplikationen kann es bei einer Mediastinitis zu einer Blutvergiftung kommen, in dem die Bakterien in die Blutbahn geraten.

Diagnose

Zur Diagnose einer Mediastinitis wird ein Röntgen des Thorax veranlasst. Aufgrund mehrerer Merkmale ist es mit dem Röntgen möglich, eine etwaige Mediastinitis zu bestätigen wie zum Beispiel eine deutliche Verbreiterung des Mittelfells. Dabei kommt es zu einer Verdrängung anderer Organe, die auf dem Röntgen gut sichtbar wird. Absolute Gewissheit, ob eine Mediastinitis vorliegt, gibt eine Computertomographie, die auch die vorhandene Luft im Mediastinum sichtbar macht.

Bei Verdacht auf eine Ösophagusperformation wird ein röntgendichtes Kontrastmittel verabreicht und ein Gastrografinschluck absolviert. Für die Bestimmung der Infektion wird gegebenenfalls eine Biopsie vorgenommen – es wird mit einer Nadel eine Gewebeprobe aus dem Entzündungsbereich entnommen, um eine Mediastinitis zu bestimmen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Endoskopie der Speiseröhre oder Bronchien, um eine Mediastinitis zu diagnostizieren.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung einer Mediastinitis werden unter Umständen Antibiotika eingesetzt oder ein operativer Eingriff vorgenommen. Bei einer Mediastinitis infolge einer zuvor erfolgten Operation wird die Operationswunde erneut geöffnet und gereinigt, oftmals wird noch eine Drainage gesetzt. Ziel der Behandlung ist die Vermeidung einer Ausweitung der Mediastinitis auf Knochen, Lunge, Herz und Blutgefäße sowie das Entstehen von Narben. Vor allem bei einer chronischen Mediastinitis kommt es oftmals zu einer besonders starken Narbenbildung.

Es ist eine längere intensivmedizinische Betreuung notwendig. Gerade bei einer chronischen Mediastinitis ist die Behandlung sehr schwierig. Alle Behandlungsmethoden, die zur Entlastung führen und damit die Symptome lindern, sind empfohlen. Eine starke Narbenbildung stört zudem auch die Funktionen von Lunge und Herz. Bei der chronischen Mediastinitis verdickt sich mitunter die Gefäßmuskulatur. Besonders gefährdet sind Männer zwischen 30 bis 50 Jahren, an einer Mediastinitis zu erkranken.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Mediastinitis ist es notwendig, entzündliche Prozesse ausheilen zu lassen. Ob es sich um eine Bronchitis oder eine Wurzelentzündung handelt oder die Behandlung von Tuberkulose: Die Ausheilung kann eine Mediastinitis verhindern. Auch nach Operationen ist es dringend notwendig, die notwendige Sorgfalt walten zu lassen und die entstandenen Wunden der Operation steril zu versorgen. Beim geringsten Verdacht einer Mediastinitis ist es ratsam, sich von einem Facharzt beraten zu lassen, um etwaige Risiken auszuschließen.

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