Lymphknotenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Bei einer Lymphknotenentzündung handelt es sich um eine Abwehrreaktion, die besonders oft während Erkältungen auftritt. Sie lässt sich meistens ertasten und ist aufgrund einer erbsengroßen Verhärtung im Bereich des Halses oder Unterkiefers auffällig. Lymphknotenentzündugen können aber auch in allen anderen Körperregionen entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lymphknotenentzündung?

Lymphknoten sind Teil des Immunsystems. Sie durchziehen in Form von Gefäßen den gesamten Körper und wirken als wichtiges Transportmittel für Abwehrzellen. Bei Lymphknotenentzündungen wird zwischen akuten und chronischen unterschieden. Die Entzündung kann regional, auf bestimmte Lymphknoten beschränkt, auftreten oder über den Körper verteilt. Hals, Unterkiefer und Gesicht sind besonders häufig betroffen, weil die Erreger über Mund und Nase in die Atemwege gelangen und sich schnell ausbreiten können.

Generell sind Lympknotenentzündungen oftmals eine Folgereaktion auf eine Entzündung in der Nähe, wo sie auftreten. Sie werden unter anderem durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Im Laufe der Erkrankung schwellen die Lymphknoten an. Besonders in der Halsregion sind sie bei Erkältungen oftmals ertastbar. Lymphadenitis kann schmerzhaft und eitrig verlaufen oder kaum wahrgenommen werden.

Ursachen

Immer, wenn die Immunzellen Fremdkörper entdecken, kommt es zur Lymphadenitis (Lympknotenentzündung). Auslöser können hierbei unterschiedlichste Erreger sein. In den meisten Fällen handelt es sich um Infektionskrankheiten, die das Anschwellen der Lymphknoten auslösen. Generelle Verdächtige sind jedoch sämtliche Pilze, Viren, Bakterien sowie einige Parasiten.

Besonders häufig verursachen Rhinoviren, Influenzaviren, Parainfluenzaviren, Adenoviren sowie das Eppstein-Barr-Virus Lymphknotenentzündungen. Diese sind für Schnupfen, Grippe oder Pfeifferisches Drüsenfieber verantwortlich. Die Entzündung der Lymphknoten ist nur eine sekundäres Symptom, hervorgerufen durch Infektionen. Im Kindesalter können Masern und Röteln die Lymphknoten zum Anschwellen bringen.

Virale Auslöser sind häufiger vertreten als bakterielle. Bekannteste Vertreter der bakteriellen Verursacher entspringen den Gattungen der Chlamydien, Staphylokokken sowie Moraxella catarrhalis. Bei Tumorerkankungen ist es auch möglich, dass der Körper Tumorzellen nicht als eigene anerkennt und versucht, diese zu bekämpfen. Weitere Ursache sind rheumatoide Erkrankungen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Entzündete Lymphknoten äußern sich meistens zuerst durch Anschwellen. Anschließend können Fieber und Abgeschlagenheit auftreten, bei Entzündungen im Mundbereich Schluckbeschwerden sowie Halsschmerzen. Generell ist das Anschwellen der Lymphknoten ein positives Zeichen, zeigt es, dass das Immunsystem an der Abwehr der Erreger arbeitet.

Lymphknoten arbeiten im Rahmen des Abwehrsystems wie Filter. Ihre Aufgabe ist es, sämtliche Fremdkörper in der Lymphflüssigkeit zu erkennen und diese zu entfernen. Sie verfügen über verschiedene Immunzellen, welche dazu in der Lage sind, Bakterien und Viren zu erkennen. Nehmen diese einen Erreger wahr, vermehren sie sich, um diesen zu bekämpfen. Kommt es zu einer Infektion, transportieren Lymphozyten Partikel des Erregers zu den Lympknoten.

Dank dieser Benachrichtigung werden daraufhin mehr Immunzellen gebildet und ausgesendet. Während der Herstellung der Immunzellen schwillt der Lymphknoten an und ändert seine Form. Er verliert seinen flachen Zustand und wird zu einer 1 bis 2 Zentimeter großen Kugel, welche man äußerlich teilweise ertasten kann. Die meisten auftretenden Symptome sind somit mit der generell vorliegenden Infektion verknüpft und weniger mit der Entzündung der Lymphknoten.

Diagnose

Die Diagnose verläuft über Tastmaßnahmen, bei denen der Arzt Rücksicht auf Größe, Form und Beweglichkeit der Lymphknoten nimmt. Konsistenz und Schmerzempfindlichkeit sind weitere wichtige Kriterien. Zudem müssen Fragen zum generellen Krankheitsverlauf geklärt werden. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, kommen Blutuntersuchungen oder im Zweifelsfall Gewebsproben zum Einsatz. Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen sind ebenfalls gängige Maßnahmen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Lymphknotenentzündungen basiert auf der unterschiedlichen Diagnose. Hierbei spielt vorallem die Ursache der Schwellung eine entscheidene Rolle. Im Rahmen einer viralen Entzündung, wie zum Beispiel einer Grippe, ist eine Behandlung meistens nicht notwenig. Mit Abklingen des Infekts, geht auch die Schwellung der Lymphknoten zurück. Bei Bakterien hingegen muss die Entzündung behandelt werden.

Wurden sie frühzeitig als Erreger erkannt, hilft in den meisten Fällen die Einnahme von Antibiotika. Es kann jedoch notwendig sein, dieses direkt zu injizieren, was einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt mit sich bringt. Besonders wenn die Erkennung der bakteriellen Ursache zu spät ausfindig gemacht wurde, kann es dazu kommen, dass die Lymphknoten sich mit Eiter füllen und operativ entfernt werden müssen. Es muss unbedingt vermieden werden, dass der Eiter nach außen dringt und das umliegende Gewebe infiziert. Tritt dieser Vorgang auf, kann zudem eine Blutvergiftung entstehen. Diese kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen.

Entzündlich vergrößerte Lymphknoten, deren Schwellung einige Wochen anhält oder wohlmöglich ohne andere Infektion einhergehen, sollten unbedingt untersucht werden. Hier ist es ratsam, das Gewebe genauer zu betrachten, um eine eventuell bösartige Veränderung aufzudecken. Entweder wird eine Probe des Gewebes oder gleich der gesamte Lymphknoten entnommen. Untersuchungen geben Ausschluss darüber, ob es sich um eine Krebserkrankung handelt. Um eventuelle, schwerwiegende Krankheiten zu erkennen, ist es somit wichtig, bei dauerhaft geschwollenen Lymphknoten einen Arzt aufzusuchen.



Vorbeugung

Speziell vorbeugen lassen Lymphknoten sich nicht. Die einzige Möglichkeit, der Schwellung in diesem Zusammenhang aus dem Weg zu gehen, ist die Vorbeugung infektiöser Erkrankungen.

Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, einer ausreichenden Wasserzufuhr und regelmäßiger Bewegung kann helfen, das Immunsystem zu stärken und das Risiko zur Entstehung von Krankheiten zu reduzieren.

Facetten eines ungesunden Lebensstil wie übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum sollten auf ein Minimum beschränkt werden. Wichtig ist stattdessen der Kontakt zur frischen Luft.

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