Knieschwellung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juni 2016
Gesundpedia.deSymptome Knieschwellung

Bei der sicht- und tastbaren Knieschwellung sammelt sich Körperflüssigkeit im Gelenkinneren, die dort im Normalfall nicht zu finden ist. Die Knieschwellung als Begleiterkrankung wird in dem nachfolgenden Abschnitt definiert. Es folgen Absätze über die Ursachen, die Diagnosen und die Behandlungen der Knieschwellung und ihrer ursächlichen Erkrankungen. Abschließend werden vorbeugende Maßnahmen genannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Knieschwellung?

Im Fachjargon bezeichnet man die Knieschwellung als Gelenkerguss. Drei Arten von Gelenkergüssen werden unterschieden. Der blutige Gelenkerguss (Hämarthros) ist zumeist auf eine komplexe Verletzung oder auf eine Bluterkrankheit zurückzuführen. Der mit Eiter gefüllte Erguss (Pyarthros) gründet in einer Infektion.

Aber auch die Ansammlung von serösen und fibrinösen Körperflüssigkeiten sind ursächlich für den Gelenkerguss. Durch die Knieschwellung ist das Gelenk in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt. Die schmerzhafte Knieschwellung geht meist mit einer Rötung und Überwärmung einher.

Ursachen

Eine häufige, nichtentzündliche Ursache der Knieschwellung ist die durch Verschleiß bedingte Veränderung des Kniegelenks (Arthrose). Durch langjährige Überbelastung wird die elastische Knorpelschicht im Gelenk ausgedünnt, so dass Oberschenkel- und Unterschenkelknochen quasi aufeinander reiben. Höheres Lebensalter, Übergewicht, Bewegungsmangel, aber auch erbliche Veranlagung spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Bei jüngeren und sportlich aktiven Menschen sind Verletzungen am Kniegelenk und Gelenkinnenschäden wie Meniskus- und Bänderrisse oft ursächlich für die schmerzhafte Knieschwellung. Die rheumatoide Arthritis gehört zu den entzündlichen Ursachen einer Knieschwellung. Diese chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung befällt die Gelenkschmiere. Diese kann die durch Bewegung des Gelenkes entstehende Reibung nicht mehr günstig beeinflussen und das Kniegelenk wird zerstört.

Allerdings tritt diese Arthritis in mindestens drei verschiedenen Gelenkregionen auf. Bei einer Knieschwellung an nur einem Knie kann eine Borreliose, verursacht durch einen Zeckenstich, verantwortlich sein. Auch bei Kristallablagerungen im Knorpel, einem Pseudogicht-Anfall, kommt es zu einer akuten Entzündung, Knieschmerzen und einer Knieschwellung.

Knieschwellung (Geschwollenes Knie)

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Während der Befragung (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt ab, woher die Knieschwellung rührt. Die angesammelte Flüssigkeit im Gelenkinneren wird mit einer feinen Hohlnadel abgezogen. Nach der Gelenkpunktion erfolgt die Untersuchung der Flüssigkeit im Labor. Dabei ergeben sich mögliche Hinweise auf Krankheitserreger, auf rheumatoide Entzündungen oder auf Ablagerungen von Kalziumkristallen. Letzteres würde auf eine Pseudogicht hindeuten.

Der Arzt ermittelt die Krankenvorgeschichte, die Bewegungs- und Ernährungsweise, die erbliche Veranlagung. Er informiert sich auch über mögliche Verletzungsursachen. Röntgenbilder und Magnetresonanztomographie (MRT) werden eingesetzt, wenn ein Verschleiß- oder Verletzungsschaden des Gelenks vermutet wird.

Bei der rheumatoiden Arthritis, die letztendlich zur Zerstörung des Gelenks führt, sind neben der körperlichen und den bildgebenden Untersuchungen auch die Entzündungsdauer und die Ergebnisse der Blutuntersuchungen maßgebend, wie zum Beispiel Rheumafaktor, Autoantikörper, Entzündungsparameter. Bei der Sonografie können entzündliche Veränderungen der Gelenkinnenhaut und die Knieschwellung beurteilt werden.

Behandlung und Therapie

Bei einer Knieschwellung mindern kühlende Eisbeutel und das Hochlagern des Gelenks die Schmerzen. Schmerzlindernd wirkt auch die Gelenkpunktion, da sich der Druck im Gelenkinneren durch den Abzug der Flüssigkeit verringert. Die Knieschwellung lässt nach und das Kniegelenk wird wieder beweglich. Damit keine Krankheitserreger von der Haut ins Kniegelenk gelangen, wird die Haut um die Knieschwellung herum gründlich desinfiziert.

Der Arzt führt die Kanüle in den Gelenkraum ein und die Flüssigkeit wird abgesaugt. Auch Injektionen von Medikamenten können über Gelenkpunktionen erfolgen. Bei Arthrose bildet sich die Knieschwellung allerdings wieder nach. Ständige Punktionen erhöhen das Infektionsrisiko. Um einer Knieschwellung entgegenzuwirken, muss die ursächliche Erkrankung therapiert werden. Die rheumatoide Arthritis wird ganzheitlich behandelt, um entzündliche Prozesse zu hemmen und die Kraft und Funktionalität der Gelenke zu erhalten.

Entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente lindern akute Schmerzen. Kälte-, Wärme- und Elektrobehandlung gehören zu den physiotherapeutischen Maßnahmen. Eine Umstellung des Bewegungs- und Ernährungsverhaltens ist dabei von größter Wichtigkeit. Reicht die medikamentöse und physikalische Therapie nicht mehr aus, erfolgt die Kniegelenkendoprothese als operative Behandlung gegen die Gonarthrose. Das natürliche Kniegelenk wird durch ein künstliches ersetzt. Bei einer schmerzhaften Knieschwellung sollte umgehend diagnostiziert werden, ob es sich um eine Verletzung, eine Entzündung oder um degenerative Veränderungen handelt.



Vorbeugung

Da die Knieschwellung eine Begleiterkrankung ist, müssen vorbeugende Maßnahmen in Bezug auf die ursächlichen Erkrankungen getroffen werden. Eine gemäßigte Bewegung durch gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren und Nordic Walking und eine ausgewogene Ernährung führen zu einer Reduktion des Körpergewichts.

Übergewicht schadet Hüft- und Kniegelenken. Durch regelmäßige Bewegung wird der Abbau des Gelenkknorpels verzögert, die Muskelkraft aufgebaut und die Gelenkflüssigkeit erneuert. Eine reibungslose Funktion des Kniegelenks wird dadurch gewährleistet.

Auf der anderen Seite schaden die Dauerbelastung durch Leistungssport und die Verletzungsgefahr bei Risikosportarten dem Kniegelenk. Um eine Knieschwellung und sämtliche Funktionsbeeinträchtigungen des Kniegelenks auszuschließen, sollte eine gefahrlose, moderate Sportart ausgeübt werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Unbeweglich kommentierte am 24.05.2015 um 09:37 Uhr

Ich habe ein geschwollenes rechtes Knie, das nur bei Bewegung schmerzt. Auf dem Röntgenbild war alles okay. Das Knie war weder gerötet, noch heiß. Ich treibe kaum Sport und sitze meistens am Computer. Was kann das sein?