Rheumatoide Arthritis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2016
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Die rheumatoide Arthritis ist die am häufigsten vorkommende entzündliche Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis und zeigt sich durch Schmerzen, Steifigkeit und Schwellung der betroffenen Gelenke.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine rheumatoide Arthritis?

Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkserkrankung mit in der Regel chronischem Verlauf. Schmerzhafte, steife und geschwollene Gelenke sind das Leitsymptom dieser Krankheit, die von allen entzündlichen Erscheinungsformen des rheumatischen Formenkreises am häufigsten auftritt. Betroffen sind Angehörige aller Altersklassen mit einem Erkrankungsgipfel zwischen 55 bis 64 Jahren.

Zwei von drei Patienten, die unter rheumatoider Arthritis leiden, sind Frauen. Eine heilende Therapie ist bislang nicht bekannt. Um die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der meist chronisch verlaufenden Erkrankung möglichst lange hinauszuzögern, werden von rheumatoider Arthritis Betroffene im Rahmen eines individuell zusammengestellten Behandlungskonzeptes von mehreren medizinischen Fachrichtungen gemeinsam betreut.

Ursachen

Trotz des häufigen Auftretens der rheumatoiden Arthritis, die unter ihrer umgangssprachlichen Bezeichnung Rheuma schon den Status einer Volkskrankheit innehat, sind die Ursachen dieser Erkrankung noch nicht hinreichend bekannt. In erster Linie handelt sich wohl um eine Autoimmunreaktion des menschlichen Organismus. Der Körper beginnt, sich gegen die eigenen Zellen zu richten, was im Fall der rheumatoiden Arthritis zu einer gravierenden Entzündungsreaktion der beteiligten Gelenke und zu deren Schädigung führt.

Auch genetische Auslöser für diesen chronischen Zerstörungsprozess werden diskutiert. Aufgrund umfangreicher Statistiken über Geschlecht und Alter der betroffenen Patienten müssen auch das weibliche Geschlecht und ein höheres Alter als Risikofaktoren für die Entstehungswahrscheinlichkeit der rheumatoiden Arthritis berücksichtigt werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der rheumatoiden Arthritis:

Rheumatoide Arthritis: Von Gelenkentzündungen betroffene Gelenke.

Die typischen Symptome der rheumatoiden Arthritis entstehen auf Basis der chronischen Entzündung der betroffenen Gelenkstrukturen. In vielen Fällen sind besonders Finger und Hände betroffen, was über das Schmerzempfinden hinaus auch eine deutliche Einschränkung der Handlungsfähigkeit im Alltag bedeutet.

Die klassischen Beschwerden bei rheumatoider Arthritis sind Schmerzen der Gelenke (vor allem nachts und morgens), eine ausgeprägte Morgensteifigkeit sowie die Schwellung der betroffenen Strukturen. In diesem Zusammenhang sind Zeichen für einen fortschreitenden Verlauf die Ausweitung auf mehrere Gelenke (Polyarthritis) sowie eine Organbeteiligung von Lunge (Fibrose, Pleuritis), Herz, Augen und Haut (Bildung von Rheumaknoten oder Entzündungen der kleinen Gefäße).

Entzündliches Rheuma ist durch seinen chronischen Verlauf mit fortschreitender Gelenkzerstörung gekennzeichnet. Schwere Verläufe der rheumatoiden Arthritis können sowohl die Lebensqualität als auch die Erwerbsfähigkeit massiv beeinträchtigen.

Diagnose

Die rheumatoide Arthritis wird meist im Rahmen einer dreiteiligen Diagnostik festgestellt. Zur körperlichen Untersuchung und Befragung des Patienten wird das Ausmaß der Schädigung der von der Entzündung betroffenen Gelenke im Röntgenbild festgehalten. Mit gezielten Blutuntersuchungen wird die Diagnostik der rheumatoiden Arthritis ergänzt.

Typische Hinweise auf die Erkrankung liefern erhöhte Entzündungswerte (CRP, Blutsenkung), eine durch die Entzündungsreaktion ausgelöste Blutarmut sowie das Aufspüren von (allerdings unspezifischen) Rheumafaktoren. Hilfe bei der kompletten Diagnostik liefern die sogenannten ACR-Kriterien: Sind bei einem Patienten vier von sieben Diagnosekriterien erfüllt, gilt die Diagnose der rheumatoiden Arthritis als gesichert.

Behandlung

Eine Behandlung, die die rheumatoide Arthritis heilt, ist bislang noch nicht bekannt. Im Moment konzentrieren sich die therapeutischen Bemühungen darauf, die bestehenden Beschwerden wirkungsvoll zu lindern, ein Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern und den Betroffenen Hilfen anzubieten, mit denen sie ihren Alltag trotz der entzündungsbedingten Einschränkungen bestmöglich bewältigen können.

Therapiekonzepte für die rheumatoide Arthritis bauen in der Regel auf der interdisziplinären Kooperation verschiedener medizinischer Fachleute auf und vereinen die Behandlungsoptionen von Rheumatologen, Orthopäden, Physio-, Sport- und Ergotherapeuten sowie – soweit erforderlich – Psychologen und Sozialpädagogen.

Klassische Medikamente bei rheumatischer Arthritis sind schmerzlindernde und entzündungshemmende Mittel wie nicht-steroidale Antirheumatika oder kortisonhaltige Präparate sowie der Einsatz von Antikörpern. Bei massiven Gelenkschädigungen werden im Rahmen von operativen Eingriffen beispielsweise Prothesen eingesetzt. Ein wichtiger Baustein im Hinblick auf die Schmerzen, die die rheumatoide Arthritis mit sich bringt, sind Kälteanwendungen.

Diese sind sowohl lokal (als Kältepackung oder –gel) als auch als Aufenthalt in speziellen Kältekammern möglich. Bewegung und Sport – oft auch in eigens zusammengestellten Rheumagruppen unter Anleitung qualifizierter Therapeuten – dienen dazu, die natürliche Beweglichkeit der Gelenke so lange wie möglich zu erhalten. Wenn bereits größere Einschränkungen vorhanden sind, ist die Mobilisation durch Physiotherapeuten ebenso wichtig wie das Aufsuchen eines Ergotherapeuten, der bei rheumatoider Arthritis Informationen zum Gelenkschutz und zu Alltagserleichterungen wie beispielsweise Greifhilfen bieten kann.

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Vorbeugung

Für die Autoimmunreaktionen der rheumatoiden Arthritis gibt es keine effektive Möglichkeit der Prophylaxe. Mit regelmäßiger Bewegung, gelenkschonendem Sport (Schwimmen, Radfahren) und einer ausgewogenen Ernährung können Knochen oder Gelenke jedoch sinnvoll gestärkt werden. Im Hinblick auf die rheumatoide Arthritis sollten statt tierischer Nahrungsmittel vor allem eine vitaminreiche Kost, Omega-3-Fettsäuren sowie – um Knochenschwund vorzubeugen – auch kalziumhaltige Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen.

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