Borreliose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Dezember 2014
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Die Lyme-Borreliose, Lyme-Erkrankung oder umgangssprachlich einfach Borreliose, bezeichnet eine durch Bakterien (Borrelia burgdorferi) verursachte Infektionskrankheit. In den allermeisten Fällen wird das Bakterium durch einen Zeckenbiss übertragen und verursacht eine Entzündungsreaktion mit einer typischen Rötung (Wanderröte) der betroffenen Hautregion.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Borreliose?

Lyme-Borreliose ist eine Erkrankung nach einer Infektion durch einen Zeckenbiss. Das Tückische ist, dass sie jahrelang unbemerkt verlaufen kann, bevor sie ausbricht. Oft haben Betroffene den Zeckenbiss nicht einmal bemerkt. Umso wichtiger ist es, erste Symptome zu erkennen und die Krankheit behandeln zu lassen.

Borreliose wird insbesondere durch Zecken bzw. Holzböcke auf den Menschen übertragen und in Form einer Infektion durch krankmachende Keime ausgelöst. In diesem Zusammenhang ist der Krankheitserreger ein äußerst widerstandsfähiger und schwer zu behandelnder Bakterienstamm.

Die Bakterienart Borrelia burgdorferi ist kennzeichnend für die Lyme-Borreliose. Aufgrund der eigentümlichen Gestalt dieser Bakterien werden diese in der Mikrobiologie als Spirochaeten bezeichnet.

Die Lyme Borreliose ist gekennzeichnet durch einen typischen Krankheitsverlauf, der unterschiedliche Organe und Organsysteme in Mitleidenschaft zieht. In diesem Bezug ist keine klare Abgrenzung einzelner Organe möglich, was die Therapie enorm kompliziert und langwierig gestaltet. Sowohl die Nerven als auch der Halte- und Bewegungsapparat sowie verschiedene Gewebsregionen können erkranken.

Die Diagnose der Borreliose erfolgt über die Hautrötung zusammen mit auftretenden Symptomen und wird durch den Antikörpernachweis im Blut oder Gehirnwasser abgesichert.

Ursachen

Die ursächlichen Zusammenhänge für die Ausprägung einer Lyme-Borreliose sind gegenwärtig insoweit bestimmt, dass es sich zunächst um Zeckenbisse handelt, die zu einer Übertragung der gefährlichen Erreger führen.

Da sich die Zecken, die vielfach auch als Holzbock bekannt sind, auf Wiesen und im Unterholz aufhalten, ist ein umgangssprachliches Synonym für die Lyme-Borreliose ebenfalls die Zeckenborreliose.

Wenn sich die winzigen Zecken auf der Haut anheften und sich durch die einzelnen Hautschichten hindurchgebissen haben, dann können die im Speichel der Zecken befindlichen Borrelien über die kleinen Wunden in den Blutkreislauf des Menschen gelangen und sich dort aufgrund der optimalen Lebensbedingungen vermehren.

Neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge gelten auch stechende Insekten wie Bremsen als Überträger. Nicht alle von einem Zeckenbiss befallenen Menschen erkranken an einer Borreliose, was möglicherweise mit bestehenden körpereigenen Immun- und Abwehrmechanismen in Verbindung gebracht werden kann.

Symptome und Verlauf

Die Symptome und Beschwerden bei einer Lyme-Borreliose können in Abhängigkeit vom Erkrankungsstadium individuell sehr unterschiedlich sein. Nach der Infektion (Stadium I) treten in der Regel um die Zeckenstichstelle die sehr charakteristischen ringförmigen, deutlich am Rand abgrenzbaren und in der Größe variierende Hautrötungen auf, die sich sukzessiv ausbreiten und durch einen starken Juckreiz auffallen. Daneben kann sich Lyme-Borreliose anhand von folgenden Symptomen zeigen:

Wenige Monate nach der Infektion (Stadium II) können grippeähnliche Symptome auftreten und neben der Haut weitere Organe betroffen sein. Eine Beteiligung des Nervensystems (Neuroborreliose) zeigt sich anhand einer Hinhaut- und/oder Nervenwurzelentzündung, die neurologische Ausfälle, Schmerzen sowie Lähmungen (bspw. Fazialisparese) verursachen. Daneben können Herz (Herzmuskel-, Herzbeutelentzündung) sowie die Augen (Uveitis) beteiligt sein.

Im weiteren Verlauf können Monate bis Jahre nach der Infektion (Stadium III) die Nerven und Gelenke (Lyme-Arthritis) in Form von chronisch verlaufenden Entzündungsschüben betroffen sein. Teilweise ist dieses Stadium einer Lyme-Borreliose durch eine dünne und bläuliche Haut an Händen und Füßen gekennzeichnet (Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer).

Der Verlauf einer Lyme-Borreliose hängt von einer frühzeitigen Diagnose sowie dem rechtzeitigen Beginn der Antibiotika-Therapie ab, durch welche spätere, zum Teil auch lebensbedrohliche Komplikationen wie die Beteiligung des Nervensystems oder eine Lyme-Arthritis vermieden werden können. Bei einem frühzeitigen Therapiebeginn beschränkt sich eine Lyme-Borreliose in der Regel auf das erste Erkrankungsstadium.

Diagnose

Die Lyme-Borreliose kann lange Zeit im Körper unbemerkt schwere Organ- und Nervenschäden anrichten, bevor sie sich durch schlimmere Beschwerden bemerkbar macht und diagnostiziert werden kann.

Ein erstes, sichtbares Zeichen einer Infektion ist eine kreisförmige, wandernde Hautrötung um die Bissstelle herum. Darüber hinaus können zeitnah oder auch wesentlich später u. a. Symptome wie allgemeines Schwächegefühl, Fieber, Schweißausbrüche, Muskelschmerzen, etc. auftreten.

Die Lyme-Borreliose kann nur über den Antikörpernachweis aus dem Blut oder Gehirnwasser sicher diagnostiziert werden. Zunächst wird ein einfacher ELISA-Test durchgeführt (= Enzyme Linked ImmunoSorbent Assay) und anschließend zur Absicherung der Diagnose mindestens ein weiterer Bestätigungstest.

Wenn auch Gehirn und Rückenmark von der Lyme-Borreliose betroffen sind, wird im Hirnwasser nach Antikörpern gesucht. Dazu werden im Bereich der Lendenwirbelsäule mit einer langen Nadel zwischen zwei Wirbeln vorsichtig kleine Mengen Gehirnwasser aus dem Rückenmark entnommen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der klassischen Lyme-Borreliose kann in ungünstigen Fällen mehrere Monate oder Jahre andauern und setzt sich sowohl aus der symptomatischen als auch ursächlichen Therapie zusammen.

Je früher die Symptome richtig diagnostiziert und eine Behandlung eingeleitet werden kann, desto günstiger sind die Chancen für eine Heilung. Außerdem kann die Gefahr von Komplikationen und Dauerschänden bereits vorher ausgeräumt werden. Die Lyme-Borreliose ist generell durch drei Krankheitsstadien gekennzeichnet.

An erster Stelle bei einer Therapie der Lyme-Borreliose steht der Einsatz von Medikamenten. Zur äußerst wirksamen Gruppe der Arzneimittel, die ursächlich einer Vermehrung der Krankheitserreger entgegenwirken, gehören die Antibiotika. Erfahrungsgemäß schlägt das Antibiotikum Doxyciclin am besten an. Schwangere Frauen und Kleinkinder werden mit Cefuroxin oder Amoxicillin versorgt.

Die beste Therapie mit Antibiotika wird stadienweise angepasst und basiert insbesondere auf einer lang anhaltenden Verabreichung niedriger Dosierungen, um einen Rückfall zu vermeiden. In die weitere Behandlung werden spezielle Schmerzmittel integriert und eine notwendige symptomatische Therapie umgesetzt.

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Vorbeugung

Eine direkte medizinische Prophylaxe gegen die Borreliose ist derzeit noch nicht umsetzbar. Für diesen Zweck müssen erst wirksame Impfstoffe oder Medikamente entwickelt werden. Die beste Vorbeugung besteht darin, sich nicht von einer Zecke beißen zu lassen.

In diesem Zusammenhang gibt es viele hilfreiche Tipps, welche eine möglichst geschlossene Kleidung und Schuhe sowie eine helle Kleidung beinhalten. Nach dem Aufenthalt in zeckenbesiedeltem Freiland ist ein sofortiges Untersuchen des Körpers angebracht, um Zecken noch vor dem Beißen zu erkennen.

Wenn es nötig ist, kann eine Zecke entfernt werden. Dies sollte möglichst zeitnah geschehen, damit keine Borrelien in das Blut gelangen können. Geübte Finger oder Hilfsmittel wie Zeckenzangen oder Pinzetten sind günstig. Beim Auftreten der sogenannten Wanderröte und Entzündungs- und Grippeanzeichen ist der Arzt die nächste Anlaufstelle.

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