Chondrokalzinose (Pseudogicht)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Dezember 2014
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Die Chondrokalzinose wird auch als Pseudogicht bezeichnet, weil Gicht und Chondrokalzinose eine ähnliche Symptomatik aufweisen. Die Gelenkerkrankung verläuft in vielen Fällen zunächst symptomfrei. Ruft die Chondrokalzinose bei Patienten schließlich Beschwerden hervor, wird diesen häufig auf medikamentösem Weg begegnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Chondrokalzinose?

Die Erkrankung der Chondrokalzinose ist eine Form der Gelenkerkrankung. Das Krankheitsbild zeichnet sich vor allem durch auftretende Knorpelverkalkungen auf, die die Kniegelenke betreffen. Seltener können auch die Gelenke von Hüfte oder Händen Verkalkungen aufweisen.

Im Vergleich zur Gicht sind die Beschwerden, die im Rahmen einer Pseudogicht auftreten, meist milder. Nach medizinischer Definition kann zwischen der primären und der sekundären Chondrokalzinose unterschieden werden: Die primäre Erkrankungsform wird als eigenständige Krankheit bewertet, während die sekundäre Form Symptome umfasst, die aufgrund einer anderen Grunderkrankung auftreten.

Ursachen von Chondrokalzinose

In vielen Fällen können die Ursachen einer Chondrokalzinose medizinisch nicht vollständig aufgeklärt werden. Liegt bei Betroffenen eine primäre Erkrankungsform vor, so räumt die Wissenschaft mögliche genetische Einflussfaktoren ein. Die sekundäre Variante der Chondrokalzinose kann unter anderem durch Stoffwechselerkrankungen begünstigt werden.

Entsprechende Erkrankungen des Stoffwechsels umfassen beispielsweise Gicht, Schilddrüsenunterfunktionen sowie die Nebenschilddrüsen betreffende Überfunktionen. Sind Gelenke bereits krankhaft verändert, kann auch diese Tatsache das Auftreten einer sekundären Chondrokalzinose fördern.

Die charakteristischen Beschwerden, die mit einer Pseudogicht einhergehen können, sind im Regelfall auf Kalziumpyrophosphatkristalle zurückzuführen, die sich im Gelenkknorpel anreichern. Diesen Kristallen aus Kalziumpyrophosphat verdankt die Chondrokalzinose ihren Namen. Dringen Kalziumpyrophosphatkristalle in das Knorpelgewebe vor, kann der Knorpel geschädigt werden. Außerdem können die Kristalle zu lokalen Gelenkentzündungen führen, die für eine vorliegende Chondrokalzinose charakteristisch sind.

Symptome und Verlauf von Chondrokalzinose

Typische Symptome einer Chondrokalzinose:

Der Verlauf einer Chondrokalzinose ist unter anderem von der vorliegenden Erkrankungsform abhängig. Liegt eine Pseudogicht in primärer Form vor, so zeigt sich deren Verlauf in vielen Fällen als chronisch (länger- bis langfristig). Im Rahmen einer solchen primären Pseudogicht kann beispielsweise Gelenkverschleiß (Gelenkarthrose) auftreten, der sich durch Abnutzungen des Knorpelgewebes kennzeichnet.

Ein entsprechender Verschleiß der Gelenke kann zu Gelenkschmerzen und nicht selten auch zu Funktionsstörungen der Gelenke führen. Da die Pseudogicht zu Beginn häufig symptomfrei verläuft, spricht das Auftreten von Beschwerden oft für ein bereits fortgeschrittenes Krankheitsstadium. Der Krankheitsverlauf einer sekundären Chondrokalzinose orientiert sich an dem Verlauf der zugrunde liegenden Erkrankung - positive Entwicklungen der Grunderkrankung beeinflussen häufig auch den Pseudogichtverlauf positiv.

Hinsichtlich einer möglichen individuellen Symptomatik der Chondrokalzinose sind unterschiedliche Beschwerdeformen voneinander zu unterscheiden: Symptome können etwa die plötzliche Schwellung eines Gelenkes, aber auch die wiederholte und schubweise Entzündung mehrere Gelenke umfassen. Kalziumpyrophosphatkristalle können sich darüber hinaus auch außerhalb der Gelenke ablagern.

Diagnose von Chondrokalzinose

Um eine vorliegende Chondrokalzinose zu bestätigen, können unterschiedliche diagnostische Maßnahmen zum Einsatz kommen. Sind bei einem Patienten bereits Beschwerden aufgetreten, besteht beispielsweise die Möglichkeit, betroffene Gelenke einer Röntgenuntersuchung zu unterziehen. Nicht selten wird eine symptomfreie Pseudogicht auch zufällig auf Röntgenbildern entdeckt, die aus einem anderen Anlass erstellt wurden. Auf Röntgenaufnahmen zeigt sich eine Chondrokalzinose oft durch streifige Knorpelverkalkungen.

Im Rahmen einer sogenannten Kristallarthropathie können mithilfe einer mikroskopischen Untersuchung Kristallablagerungen nachgewiesen werden. Eine solche mikroskopische Untersuchung erfordert im Vorfeld eine Punktion des betroffenen Gelenkes bzw. der betroffenen Gelenke. Bei sekundären Formen der Pseudogicht können nicht zuletzt auch Blutuntersuchungen hilfreich sein - Blutwerte wie Eisen- und Kalziumkonzentration tragen hier möglicherweise dazu bei, die Grunderkrankung zu identifizieren.

Behandlung von Chondrokalzinose

Sinnvolle Therapiemaßnahmen im Rahmen einer Chondrokalzinose sind vornehmlich von Krankheitsform und -stadium sowie den individuellen Beschwerden abhängig. Geht eine primäre Pseudogicht noch nicht mit Beschwerden einher, so sind im Regelfall keine therapeutischen Maßnahmen notwendig. Hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten einer sekundären Chondrokalzinose konzentrieren sich sinnvolle Therapieschritte meist auf die Bekämpfung der diagnostizierten Grunderkrankung(en).

Akute Beschwerden, die mit einer Chondrokalzinose einhergehen, können häufig mithilfe sogenannter nichtsteroidaler Antirheumatika (Medikamente, die zur Linderung von Schmerzen und/oder Entzündungen eingesetzt werden und beispielsweise den Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthalten) bekämpft werden. Alternativ können auch Kältebehandlungen zu einem Rückgang akuter Beschwerden beitragen, die mit einer Chondrokalzinose einhergehen.

Hat die Pseudogicht ein chronisches Stadium erreicht, so können Wärmebehandlungen als Maßnahme der Wahl krankheitstypische Beschwerden lindern. In einigen Fällen erweisen sich wärmetherapeutische Schritte aber als nicht ausreichend, weshalb hier chirurgische Eingriffe notwendig werden können.

Eine Operation kann sich im chronischen Stadium einer Pseudogicht etwa dann als sinnvoll erweisen, wenn betroffenes Knorpelgewebe durch abgelagerte Kristalle annähernd vollständig zerstört wurde. Betrifft ein solcher Knorpelschaden aufgrund einer Chondrokalzinose etwa den Meniskus (eine sich im Kniegelenk befindliche Knorpelstruktur), so kann es sich in Abhängigkeit von der ärztlichen Einschätzung unter anderem empfehlen, den angegriffenen Meniskus operativ zu entfernen.

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Vorbeugung von Chondrokalzinose

Einer Chondrokalzinose kann nur in sehr begrenztem Maße vorgebeugt werden. Um dazu beizutragen, das Auftreten einer sekundären Pseudogicht zu vermeiden, empfehlen Mediziner ein frühzeitiges Behandeln von Grunderkrankungen, die das Pseudogichtrisiko erhöhen können. Als mögliche Grunderkrankungen einer sekundären Chondrokalzinose sind beispielsweise Gelenkveränderungen sowie verschiedene Erkrankungen des Stoffwechsels zu nennen.

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