Hypertensive Herzkrankheit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. November 2016
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Bestandteile des Herzens können durch eine hypertensive Herzkrankheit (HHK) geschädigt werden und Auslöser für verschiedene Funktionsstörungen anderer Organe sein. In dem nachfolgenden Text geht es um die Ursachen und Symptome der hypertensiven Herzkrankheit. Außerdem werden Behandlungsmöglichkeiten und eine Diagnostik aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine hypertensive Herzkrankheit?

Hat der Patient einen erhöhten Blutdruck, dann können verschiedene Krankheiten am Herz festgestellt werden. Der Fachbegriff dafür ist hypertensive Herzkrankheit. Krankheiten durch Gefäßveränderungen entstehen meist durch einen hohen Blutdruck.

Bei einer Koronaren Herzkrankheit verdicken sich die Gefäßwände und es werden Ablagerungen gebildet. Im schlimmsten Fall verengen sich die Gefäße und der Herzmuskel muss stärker arbeiten. Die Belastung des Herzes ist dauerhaft, was wiederum zu einer Verdickung der Muskelschicht führt und es kommt zur Hypertrophie. Der Muskel benötigt dann mehr Sauerstoff über das Blut. Im schlimmsten Fall kann ein Herzinfarkt auftreten, weil das Herz die Mehrarbeit nicht mehr bewältigen kann.

Ursachen

Die Ursachen bezogen auf eine hypertensive Herzkrankheit sind verschieden. Für einen erhöhten Blutdruck lassen sich die Ursachen meist nicht richtig nachweisen. Oft spricht man von essentiellen oder einer primären Hypertonie. Manche Faktoren sind begünstigt von dem hohen Blutdruck. Eine wichtige Rolle spielen soziale oder psychische Faktoren, aber auch Ernährungsgewohnheiten, z. B. zu viel Salz.

Sekundäre Hypertonien beruhen auf einer Grunderkrankung. So können Nierenerkrankungen oder endokrine Erkrankungen wie das Phächromozyktom entstehen. Eine Hypertonie kann dadurch entstehen, dass durch Zigarettenrauchen oder hohe Cholesterinwerte Veränderungen an den Blutgefäßen hervorgerufen werden und die Durchblutung sich verschlechtert. Die Herzmuskulatur und die Sauerstoffversorgung lassen nach, dies wird als eine koronare Herzkrankheit bezeichnet.

Es kommt zu krankhaften Veränderungen wie Herzrhythmusstörungen, zu einer Herzschwäche oder auch zu Herzinsuffizienz und zum Herzinfarkt. Gefäßveränderungen werden dann gefährlich, wenn sich der Herzmuskel aufgrund der verstärkten Arbeit durch einen hohen Blutdruck verdickt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der hypertensiven Herzkrankheit:

Je nach Ausprägung der hochdruckbedingten Veränderung sind die Symptome einer hypertensiven Herzkrankheit unterschiedlich. Sind die Herzkranzgefäße verengt, dann kommt es zu einem Druck in der Brust und zu Luftnot. Nach Verabreichung von Nitrospray verbessern sich die Symptome meist sofort. Kommt es zu einem Verschluss des Herzkranzgefäßes, dann stirbt das Herzmuskelgewebe ab. Dies kann zum Herzinfarkt führen. Oft ist dies mit starken Schmerzen verbunden, welche in der Brust oder im linken Arm anfangen. Oft strahlen sie bis zum Unterkiefer aus.

Durch die Dauerbelastung des Herzens wird der Herzmuskel beschädigt. Eine Flüssigkeitsansammlung in der Lunge führt zu Atembeschwerden, die Atemfrequenz erhöht sich und es kommt zu starken Hustenanfällen. Ein typisches Blubbergeräusch ist beim Atmen zu hören. Ein typisches Zeichen für das Lungenödem ist ein schleimiger Auswurf. Auch die Durchblutung des Gehirns kann gestört sein. Wenn diese weit fortgeschritten ist, dann kann der rechte Herzteil bereits betroffen sein. Dies hat zur Folge, dass sich Blut in den Venen staut.

Diagnose

Bezogen auf eine hypertensive Herzkrankheit sollte der Patient sofort ein Gespräch mit seinem Arzt führen. So können erste Herzerkrankungen näher ausgemacht werden. Der Arzt hört zunächst die Lunge ab und achtet auf ein Rasselgeräusch. Staut sich in den Venen Blut an, dann befinden sich Wassereinlagerungen z. B. in den Beinen. Um Bluthochdruck zu erkennen, kann auf einem EKG eine bestimmte Veränderung durch Zacken oder Kurven entdeckt werden. Diese deuten auf eine linksseitige Herzmuskulatur hin. Auch Sauerstoffstörungen können durch das EKG nachgewiesen werden. In einem Röntgenbild lassen sich ebenfalls Vergrößerungen des Herzumrisses festgestellt werden.

Behandlung

Um eine hypertensive Herzkrankheit zu behandeln, soll bei dem Patienten zunächst eine Normalisierung des Blutdrucks erreicht werden, damit keine Folgeerkrankungen entstehen. Liegt eine sekundäre Hypertonie vor, dann muss die Grunderkrankung vorerst behandelt werden. Eine salzarme Diät kann zu einer Reduzierung des Körpergewichts beitragen. Meidet der Patient Kaffee, Nikotin und Alkohol ist dies für die Therapie sehr hilfreich.

In manchen Fällen muss eine medikamentöse Behandlung notwendig werden. Diese erfolgt nach einem Stufenschema. Durch Betablocker wird der Blutdruck reduziert. Je nach Erfolg der Therapie, werden Dreifach- oder Vierfachkombinationen der Wirkstoffgruppen notwendig. Bei einer Herzinsuffizienz wirken vor allem Harn treibende Medikamente, diese führen zu einer Ausscheidung von Flüssigkeit und entlasten so das Herz. ACE Hemmer senken den Blutdruck, gefäßverengende Hormone werden unterdrückt.

Muss das Herz ständig gegen einen niedrigeren Druck arbeiten, dann bedeutet dies eine Kraftersparnis und somit auch eine Entlastung. Der Sauerstoffverbrauch im Herz sinkt, im Gegenzug nimmt das Sauerstoffangebot zu. Durch Betablocker werden die Aktivitäten des Herzens gesenkt und es kommt zum Abfall des Blutdrucks. Beide Faktoren haben eine geringe Beanspruchung des Herzens zur Folge. Liegt eine Grunderkrankung vor, dann werden Medikamente verabreicht. Eventuell kann auch ein Herzschrittmacher notwendig werden. Ist die Herzinsuffizienz fortgeschritten, dann kommt der Patient wahrscheinlich nicht um eine Herztransplantation herum.



Vorbeugung

Um eine hypertensive Herzkrankheit vorzubeugen, reicht oft schon ausreichend Schlaf und Erholung aus. Durch ein gezieltes Vermeiden von Übergewicht, mit etwas Sport und gesunder Ernährung kann sich die Normalisierung des Blutdruckes einstellen. Zu einer gesunden Ernährung gehören viel Obst und Gemüse und fettreduzierte Kost. Ungesättigte Fettsäuren sind ebenfalls positiv.

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