Hyperhydratation

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Hyperhydratation - allein die Bezeichnung ist eigentlich schon kompliziert genug. Doch etwas genauer über die Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten einer Hyperhydratation Bescheid zu wissen, kann nur von Vorteil sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hyperhydratation?

Eine Hyperhydratation bezeichnet einen zu hohen Gehalt an Wasser im menschlichen Körper. Dabei werden grundsätzlich drei Formen voneinander unterschieden, die sich durch ihren jeweiligen Natriumgehalt bzw. ihren Natriumspiegel charakterisieren.

Bei diesen drei Formen handelt es sich zum einen um die hypertone Hydratation, bei der zusätzlich zum Überschuss an Wasser im Körper auch zu viel Natrium, welches im Normalfall vor allem in Form von Salz über die Nahrung aufgenommen wird, im Blut vorhanden ist. Die Folge ist ein Funktionsverlust der roten Blutkörperchen. Und da diese für den Transport von Sauerstoff im Körper verantwortlich sind, ist ein akuter Sauerstoffmangel die Folge.

Die zweite Form der Hyperhydratation ist die sogenannte hypotone Hydratation, bei der zu wenig Natrium im Blut vorhanden ist. In der Folge kann es zu Venenstau sowie zu der Entstehung von Ödemen kommen. Bei der dritten Form, der isotonen Hydratation, ist der Natriumspiegel hingegen völlig normal, jedoch wird immer mehr Wasser im Körper eingelagert.

Ursachen von Hyperhydratation

Jede der drei Formen einer Hyperhydratation hat auch seine eigene Ursache. So wird eine hypertone Hydratation häufig durch eine Niereninsuffizienz, also einer eingeschränkten Funktion der Nieren hervorgerufen, da dieser unter anderem die Regulierung des Natriumhaushalts zukommt, der dann aus dem Gleichgewicht gerät. Aber auch das Trinken von Salzwasser oder die übermäßige Infusion von Salzlösungen kann eine hypertone Hydratation auslösen.

Hypotone Hydratationen können ebenfalls durch ein Versagen der Nieren ausgelöst werden, da diese das aufgenommene Wasser nicht mehr richtig verarbeiten und ausscheiden können. Daneben treten sie auch auf, wenn z.B. ein hoher Flüssigkeitsverlust (etwa durch Durchfall, Erbrechen oder starkes Schwitzen) durch das Trinken von salzarmer Flüssigkeit ausgeglichen wird.

Eine isotone Hydratation wird hingegen durch eine vermehrte Einlagerung von Wasser im Körper hervorgerufen. Dies geschieht z.B. infolge einer Herzinsuffizienz oder einer Leberzirrhose. Eine weitere Ursache ist eine Überwässerung infolge einer Infusionstherapie, also wenn dem Körper zu große Mengen Flüssigkeit in zu kurzer Zeit zugefügt werden.

Symptome von Hyperhydratation

Typische Symptome bei Hyperhydratation:

Diagnose und Verlauf von Hyperhydratation

Die Diagnose jeglicher Form der Hyperhydratation erfolgt über eine Analyse der Blutwerte. Dabei erkennt der Arzt schnell, ob die Natriumwerte im Blut erhöht oder zu niedrig sind. Ist die Ursache lediglich eine vorübergehende Unter- bzw. Überversorgung mit Natrium, hat diese bei rascher Behandlung keine ernsthaften Folgen.

Bleibt diese Behandlung jedoch aus, sind zumeist geschwollene Hände und Füße erste sichtbare Folgen. Im weiteren Verlauf kann es dann aber auch zu schwerwiegenden Erkrankungen wie Ödemen in Lunge und Hirn kommen, die unter Umständen auch lebensbedrohlich sein können. Häufig hängt der weitere Verlauf aber auch von den der Hyperhydratation zugrunde liegenden Erkrankungen wie etwa einer Leberzirrhose oder einem akuten Nierenversagen ab.

Behandlung von Hyperhydratation

Die Behandlung und Therapie einer Hyperhydratation hängt in erster Linie von deren Ursache ab. Gegen eine Überwässerung, bei der zu wenig Natrium im Blut ist und die keinerlei schwerwiegende Ursachen hat, hilft bereits die Verabreichung von mineralhaltiger Flüssigkeit. Dadurch wird der Betroffene schnell wieder mit ausreichend Elektrolyten versorgt, so dass sich die Überwässerung und der Natriumhaushalt schnell wieder normalisieren können.

Ist dagegen zuviel Natrium im Blut und liegt keine schwerwiegende Erkrankung zugrunde, sind zumeist sogenannte Diuretika das Mittel der Wahl. Dies sind wassertreibende Medikamente, die die Ausscheidung von Flüssigkeit stark erhöhen und so dabei helfen, das überflüssige Wasser so schnell wie möglich aus dem Körper zu bekommen. Zusätzlich wird in den meisten Fällen eine natriumarme Ernährung verordnet und eine Bilanzierung der Flüssigkeit vorgenommen, um den Wasserhaushalt besser kontrollieren zu können.

Sind allerdings andere Erkrankungen für die Überwässerung verantwortlich, müssen diese natürlich zuerst kuriert werden. Bei einer Herzinsuffizienz können dies z.B. herzstärkende Medikamente, sogenannte Digitalis, sein. Ist hingegen eine Schwäche der Nieren das Problem, kann eine Dialyse (Blutwäsche) dabei helfen, die normale Funktion der Nieren zu gewährleisten und so auch einer Hyperhydratation entgegenzuwirken.

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Vorbeugung von Hyperhydratation

Der beste Weg einer Hyperhydratation vorzubeugen, die nicht infolge einer schwereren Erkrankung auftritt, ist eine gesunde Lebensweise. Besonders der Verzehr von Salz sollte in einem vertretbaren Rahmen gehalten und nicht übertrieben werden. Bei hohen Temperaturen oder großen körperlichen Belastungen, etwa durch Sport oder körperliche Arbeit, sollte ein Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen nach Möglichkeit mit dem Genuss von mineralhaltigen Getränken ausgeglichen werden.

Da der Körper nämlich beim Schwitzen oder auch bei manchen Krankheitssymptomen wie Durchfall oder Erbrechen viele Mineralstoffe und Salze verliert, muss unbedingt darauf geachtet werden diese durch die Nahrung oder Getränke wieder ausreichend zuzuführen. Eine Hyperhydratation ist eine akute Bedrohung für das Wohlbefinden und die Gesundheit. Darüber hinaus kann sie Symptom für eine ganze Reihe von Krankheiten sein, weshalb erste Anzeichen sofort von einem Arzt gecheckt werden sollten.

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