Sensibilitätsstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. August 2016
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Bei einer Sensibilitätsstörung handelt es sich um eine zeitweise Reizung oder eine dauerhafte Schädigung der Nerven. Dies führt zu fehlgeleiteten Empfindungen bei der Ausübung äußerer Reize auf den Körper des Patienten. Es gibt eine Vielzahl an Formen von Sensibilitätsstörungen, genauso vielfältig sind auch die Ursachen, die möglichen Diagnosen sowie die Behandlungsmöglichkeiten. Leider existiert keine wirksame Vorbeugung gegen Sensibilitätsstörungen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Sensibilitätsstörungen?

Eine Sensibilitätsstörung ist ein verändertes Empfinden von äußeren Reizen, verursacht durch eine Störung der Nerven. Man unterscheidet zwischen sieben verschiedenen Reizen: Berührungsempfinden, Temperaturempfinden, Vibrationsempfinden, Schmerzempfinden, Bewegungsempfinden, Lageempfinden und Kraftempfinden.

Diese Reize werden beim Vorliegen einer Sensibilitätsstörung entweder als unangenehm oder schmerzhaft (bei der so genannten Dysästhesie), als stärker als üblich (bei der Hyperästhesie), als schwächer als üblich (bei der Hypästhesie) oder überhaupt nicht empfunden (bei der Anästhesie).

Eine weitere Form der Sensibilitätsstörung ist die Parästhesie, bei der eine Empfindung vorhanden ist, diese aber nicht durch einen entsprechenden Reiz ausgelöst wurde. Hierbei kommt es zum Beispiel zum so genannten Ameisenlaufen, bei dem es sich anfühlt, als würden Insekten über die Haut laufen, was aber nicht der Fall ist.

Sensibilitätsstörungen sind aber nicht nur per se bedenklich, sie können auch weiterreichende Folgen haben: Zieht sich beispielsweise ein Betroffener mit einer Anästhesie eine Verletzung zu und merkt dies in Ermangelung eines Schmerzempfindens nicht, leitet er unter Umständen keine Wundversorgung in die Wege. Hier droht nicht nur ein Verbluten, sondern auch die Infektion der Wunde.

Ursachen

Da eine Sensibilitätsstörung durch eine Dysfunktion der Nerven ausgelöst wird, ist seine jeweilige Ursache auch in diesem Bereich zu suchen. Die Gründe für die Symptome können von einer temporären Reizung der Nerven, etwa bei Migräne, Durchblutungsstörungen, einem Befall durch Viren oder einer medikamentösen Behandlung, bis hin zu dauerhaften Schädigungen der Nerven reichen.

Hierzu zählen beispielsweise Verbrennungen, ein Schlaganfall, Diabetes, Tumore (vor allem, wenn sie im Gehirn oder im Rückenmark auftreten) oder neurologische Erkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Da die Ursachen für eine Sensibilitätsstörung vielfältig sind, ist bei längerem Anhalten der Symptome eine ärztliche Untersuchung unerlässlich, um festzustellen, ob es sich um eine zeitweise Nervenreizung oder eine bedenkliche Krankheit handelt. Der zuständige Facharzt ist der Neurologe. Zunächst befragt dieser den Patienten, der eine ungewöhnliche Empfindung an seinem Körper festgestellt hat, etwa ein Taubheitsgefühl oder einen ungewöhnlichen Schmerz ohne Auslöser. Der Neurologe bringt in Erfahrung, seit wann die Symptome bestehen und ob mögliche Ursachen dafür bekannt sind. Außerdem muss er über eventuelle vorherige Erkrankungen sowie eingenommene Medikamente informiert sein.

Parallel dazu findet eine Untersuchung des Körpers und des Bluts sowie eine neurologische Untersuchung statt. Bei letzterer wird überprüft, ob und wie der Patient auf Reize wie verschiedene Temperaturen oder Schmerz reagiert. Daraufhin grenzen weiterführende, je nach vermuteter Form der Störung einberaumte Untersuchungen, wie eine Kernspintomographie, eine Computertomographie, eine Hirnwasseruntersuchung oder ein Allergietest, die Krankheit weiter ein.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung einer Sensibilitätsstörung ist die konkrete Ursache maßgebend. Ist beispielsweise ein Nerv eingeklemmt, so kann dies entweder durch eine Operation, eine Massage oder durch gymnastische Übungen behandelt werden. Grundsätzlich ist es bei der Dysästhesie und der Hyperästhesie, also den beiden Formen, bei denen Reize zu Schmerzen führen, eine empfehlenswerte Vorgehensweise, die Schmerzen mit schmerzlindernden Mitteln zu unterdrücken.

Sollte es nötig sein, ist auch die Gabe von Antidepressiva in Erwägung zu ziehen. Liegt ein Schlaganfall vor, so ist eine sofortige intensivmedizinische Betreuung unerlässlich. Wird der Schlaganfall nämlich nicht behandelt, so wird dies bleibende Schäden oder gar den Tod des Betroffenen nach sich ziehen.

Wenn die Sensibilitätsstörung die Nebenwirkung eines Medikaments ist, dann muss der Patient dieses unter der ständigen Kontrolle eines Arztes absetzen. Liegt eine Infektion durch Bakterien vor, so müssen Antibiotika verabreicht werden.

Da auch schwerwiegender Alkoholmissbrauch eine Ursache für eine Sensibilitätsstörung sein kann, ist in diesem Fall eine Entziehungskur sowie die Einnahme von Vitamin B1 zu empfehlen.

Diabetiker sollten ihren Blutzuckerspiegel auf einen gesunden Wert bringen und zugleich Alpha-Liponsäure zu sich nehmen. In den meisten Fällen von Sensibilitätsstörungen, die mit einer dauerhaften Störung des Nervensystems im Verbindung stehen, ist die dauerhafte Einnahme von Medikamenten nicht zu vermeiden.



Vorbeugung

Leider gibt es keine umfassende Möglichkeit, eine Sensibilitätsstörung zu verhindern. Generell gilt eine ausgewogene Ernährung mit der Zuführung von ausreichenden Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen als empfehlenswert. Zudem dienen viel Bewegung, häufige Erholungsphasen und das Vermeiden von unnötigem Stress der Reduzierung der Gefahr von Nervenkrankheiten. Sollte es sich um ein Problem orthopädischer Natur handeln, von dem der Patient Kenntnis hat, so können längerfristige physiotherapeutische Behandlungen vorbeugend gegen Sensibilitätsstörungen wirken.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Gertrudis kommentierte am 02.06.2016 um 13:48 Uhr

Ich habe eine Reihe von Beschwerden: Manchmal werden meine Beine total schwer (fühle mich dann wie 90, bin aber erst 62 Jahre), ich kann mich dann nur hinlegen. Ich reagiere extrem stark auf Kälte, besonders am Unterkörper, mit Muskelschmerzen, auf Wärme reagiere ich auch sehr stark am Hals und Oberkörper, wie Hitzewallung mit Schwitzen, an der vorderen Halsseite ein unangenehmes Brennen. Ich kann nur bei totaler Dunkelheit und Stille schlafen. Ich leide an einer Vulvodynie und an einer Reizblase. Ich habe oft Muskelschmerzen und -schwäche, besonders der Beine. Die Diagnose der Rheumatologin: "Am ehesten sind die Schmerzen mit einem Fibromyalgiesyndrom zu erklären". Ein Neurologe hat nach NLG die Diagnose "Polyneuropathie" gestellt, ein weiterer, der bei der Ermittlung des NLG-Wertes meine Körpergröße und mein Alter einbezogen hat, hat einen normalen NLG-Wert errechnet. Meine Orthopädin sagte: "Bei Polyneuropathie kann man nichts machen." Ich beurteile meine mich sehr beeinträchtigenden Problematiken als eine Hyposensibilisierung meiner Körpernerven, also eine Sensitivitätsstörung. Haben Sie eine Idee, was ich tun könnte, ohne die Beschwerden nur mit Schmerzmitteln zu überdecken?