Geschwollene Füße

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. Juli 2017
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Geschwollene Füße und Beine sind bei vielen Personen ein häufig beobachtetes Problem. Meistens schwellen die Fußgelenke und ganze Beine am Abend an, wobei sie sich schwer und müde anfühlen. Das Symptom geschwollene Füße betrifft dabei Frauen wie auch Männer gleichermaßen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Füße?

Normalerweise sind geschwollene Füße und Beine das Resultat eines sehr anstrengenden Tages und werden einfach akzeptiert. Doch gerade die Frage, welche Ursache geschwollene Füße haben, ist wichtig, da auch eine ernst zunehmende Erkrankung den Grund bilden kann. Geschwollene Füße und Beine sind Wasseransammlungen (Ödeme) innerhalb des Gewebes.

Das Wasser entstammt dem Gefäßsystem des jeweiligen Beines und positioniert sich im umliegenden Gewebebereich. Die Flüssigkeitsmenge im Körper ist somit wesentlich höher als die Menge, welche der Körper abbauen kann. Ödeme treten nicht allein an Fuß oder Bein auf, sondern zeigen sich im gesamten Körper je nach Erkrankung der Person. Geschwollene Füße und Beine machen damit auf eine eventuelle Störung im Venensystem aufmerksam.

Ursachen

Geschwollene Füße und Beine entstehen durch veränderte Druckverhältnisse zwischen dem Gewebe und den Gefäßen. Dies kann einerseits durch wesentlich zu langes Stehen oder Sitzen, Überlastung sowie mangelnde Bewegung und andererseits durch eine genetisch veranlagte Venenschwäche entstehen. Während einer Schwangerschaft sind geschwollene Füße das Resultat eines veränderten Hormonhaushalts.

Geschwollene Beine werden zudem von sehr unterschiedlichen Krankheiten ausgelöst und bedürfen einer ärztlichen Untersuchung. Herzerkrankungen wie zum Beispiel ein Herzklappenfehler oder eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zeigen als Symptom geschwollene Füße beziehungsweise Beine. Des Weiteren können gewisse Medikamente wie beispielsweise Kortison Ödeme an Beinen und Füßen hervorrufen. Ebenso können Gefäßentzündungen wie auch -verschlüssse die Ursache für geschwollene Beine sein.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Wer beruflich bedingt viel steht oder lange sitzt, hat abends öfters geschwollene Füße. Solche Beschwerden sind unbedenklich. Auch nach dem Sport sind geschwollene Füße, insbesondere bei Tänzern/innen, völlig normal. In der Regel reicht es, die Beine eine halbe Stunde hochzulagern oder sich durch einfache gymnastische Übungen wie "Luftradeln" Erleichterung zu verschaffen. Wenn solche einfachen Maßnahmen aber nicht mehr helfen, ist Vorsicht geboten.

Wenn der Betroffene ständig geschwollene Füße und dicke Beine hat, kann das auf ernsthafte Krankheiten hinweisen. Dies gilt umso mehr, wenn die Schwellungen gemeinsam mit anderen Symptomen wie Krampfadern oder Besenreiser auftreten. Spätestens sobald Verfärbungen und Schmerzen hinzukommen oder die Haut sich verändert, sollte der Arzt aufgesucht werden.

Gleiches gilt, wenn akute Schwellungen der Füße mit Brustschmerzen, Atemnot oder Herzrasen einhergehen. Auch Patienten, bei denen geschwollene Füße gemeinsam mit akuter Kreislaufschwäche auftreten, müssen sofort zum Arzt. Sofern Schwellungen und Schmerzen immer nur einen Fuß und das jeweilige Bein betreffen, sollte der Arzt auch bei geringem Leidensdruck aufgesucht werden, um eine Venenentzündung und damit beginnende Venenthrombose auszuschließen.

Diagnose und Verlauf

Geschwollene Füße sollten somit stets ärztlich untersucht werden, um sicherzustellen, ob die Ursache an einer Grunderkrankung liegt oder welche anderen Hintergründe für die Ödeme verantwortlich sind. Für eine exakte Diagnose wird die Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten sowie der Verlauf und das Auftreten der geschwollenen Füße benötigt.

Zur Diagnoseerstellung für geschwollene Füße beziehungsweise Beine wird als Erstes die äußere Erscheinung der Beine in Augenschein genommen. Hier zeigen Hautkrampfadern/Krampfadern sowie Besenreiser auf eine Venenerkrankung hin. Eine sehr einfache und klassische Untersuchung ist, mittels der Finger auf die Ödeme des Gewebes zu drücken. Bleibt dabei die entstandene Delle eine Zeit bestehen, ist dies ein eindeutiger Hinweis auf Flüssigkeitseinlagerungen.

Zusätzlich können eine Ultraschalluntersuchung sowie Phlebographie (Venenuntersuchung mittels Kontrastmittel) detaillierte Informationen verschaffen. Werden geschwollene Füße und Beine mit Veränderungen keiner professionellen Behandlung unterzogen, können sich die Symptome weiter verschlechtern. Somit können geschwollene Füße und Beine zu Thrombosen, offenen Beinen oder schlimmstenfalls zu Embolien führen.

Komplikationen

Geschwollene Füße entstehen aufgrund von unterschiedlichster Ursachen und haben dementsprechend unterschiedliche Komplikationen. So können die Füße beispielsweise aufgrund einer Schwäche der Niere (Niereninsuffizienz) anschwellen. Dadurch kommt es nämlich zu einer Flüssigkeitsansammlung im Blut, die sich als Ödeme nicht nur an den Füßen sichtbar machen. Gegebenenfalls kann es auch zu einem Lungenödem kommen, der durch Atemnot und Brustschmerz gekennzeichnet ist.

Außerdem kommt es zu einem Bluthochdruck (Hypertonie). Langjährig kann dies zu einer Überlastung des Herzens kommen, was in einen Herzinfarkt enden kann und zudem zu einer Atherosklerose führen. Daneben werden weniger Elektrolyte ausgeschieden, so dass sich die Konzentration von vor allem Natrium und Kalium erhöht, was zusätzlich eine Herzrhythmusstörung begünstigt. Dies kann in einen plötzlichen Herztod enden. Die Niere ist außerdem wichtig zur Ausscheidung von Giftstoffen, die bei einer Niereninsuffizienz im Körper verbleiben und so zu Vergiftungserscheinungen führen können, die bis hin zum urämischen Koma enden.

Auch eine Schwäche des rechten Herzens kann Ödeme in den Füßen auslösen, da das Blut nicht mehr richtig gepumpt wird und so im Körper zurückbleibt. Diese Ödeme werden in der Nacht wieder vom Körper zurück resorbiert, so dass es zu plötzlichen Harndrang in der Nacht kommt. Eine Herzinsuffizienz ist zudem durch eine starke Abnahme der Leistung gekennzeichnet. In den schlimmsten Fällen kann es zu einem Kammerflimmern kommen, der in einen plötzlichen Tod des Herzens enden kann.

Behandlung und Therapie

Gegen geschwollene Füße kann die betreffende Person bereits selbst einige Maßnahmen treffen. So sollen geschwollene Füße und Beine beispielsweise auch nachts auf Venenkissen erhöht gelagert sowie gekühlt werden. Mithilfe der Hochlagerung wird es der überschüssigen Flüssigkeit wesentlich erleichtert abzufließen, sodass sich die Schwellung verringert. Entwässernde Medikamente (Diuretika), Lymphdrainagen und Wechselduschen können geschwollene Füße und Beine entlasten.

Um die Ödeme zu verringern, bieten sich zudem feuchtkalte Umschläge an. Dafür werden Handtücher mit kühlem Wasser getränkt, ausgewrungen und um Knöchel und Füße gelegt. Die Tücher sollten die Füße so lang bedecken, bis sie warm werden. Ist die Venenschwäche allerdings genetisch bedingt, ist eine spezielle Venengymnastik empfehlenswert. Hierbei werden im Besonderen die Muskeln der Waden trainiert, da diese den Blutstrom in Richtung des Herzens zurück pumpen.

Ausdauersportarten wie beispielsweise Schwimmen und Wandern, Nordic Walking sowie Radfahren helfen ebenso gegen geschwollene Füße. Des Weiteren werden speziell angepasste Kompressionsstrümpfe empfohlen, welche eine gewissen Druck auf die Venen ausüben. Dadurch werden sämtliche Gefäße eingeengt, sodass die Venenklappen sich wesentlich besser schließen. Der Stoffwechsel wird dadurch zusätzlich unterstützt, wodurch geschwollene Füße und Beine verhindert werden können.

Bei den Kompressionsstrümpfen stehen vier unterschiedliche zur Verfügung. Sie bieten eine unterschiedliche Festigkeit des Materials und somit auch in ihrem Druck auf Gewebe und Venen. Zu guter Letzt besteht die Möglichkeit schwache Venen mittels eines chirurgischen Eingriffs behandeln zu lassen, um geschwollene Füße und Beine zu verhindern.



Aussicht und Prognose

Bei geschwollenen Füßen bestehen gute Prognoseaussichten für Betroffene, die sich überanstrengt haben und den Körper zu starken Belastungen ausgesetzt haben. Die Schwellungen reduzieren sich bei ausreichender Ruhe, Schonung und Kühlung der Füße innerhalb weniger Stunden. Dies gilt ebenfalls für geschwollene Füße, die durch das Tragen von ungesundem Schuhwerk entstehen. Um eine dauerhafte Heilung zu erreichen, ist eine Umstellung der Belastungen für die Füße sowie eine Optimierung des Schuhwerks notwendig.

Bei chronischen Erkrankungen kommt es über ein langes Zeitfenster zu einer Zunahme der Beschwerden. Je nach Grunderkrankung kann es über mehrere Monate oder Jahre einen schleichenden Prozess geben, bei dem die Schwellungen stärker werden. In den meisten Fällen sind die auftretenden Schäden nicht reparabel und können in ihrem Fortschreitungsprozess nicht gestoppt werden. Das Ziel des Behandlungsplans ist die Zeitgewinnung innerhalb des progressiven Krankheitsverlaufs. Für eine dauerhafte Linderung der Beschwerden wird häufig ein operativer Eingriff durchgeführt.

Treten die Schwellungen aufgrund von Gewebeschäden oder Beschädigungen der Gefäße im Fuß ein, regeneriert sich der Fuß meist selbständig in den kommenden Wochen. Bei Brüchen, Rissen der Sehnen, Muskeln oder Nerven wird der Fuß für einige Zeit ruhig gestellt. Alternativ wird ebenfalls in einer Operation eine Korrektur vorgenommen. Beide Therapiemethoden bieten gute und dauerhafte Heilungschancen.

Vorbeugung

Um geschwollene Füße zu vermeiden, ist häufige Bewegung sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Vermeidung zu ausgedehnten Stehens und Sitzens zu empfehlen. Anstatt den Aufzug zu benutzen, sollten Betroffene das Treppenhaus nutzen und regelmäßig Spaziergänge zu unternehmen. Des Weiteren ist Radfahren ein exzellentes Training, um die Venen gesund zu erhalten. Gesunde und ausgewogene Ernährung ist ein weiterer Aspekt gegen geschwollene Füße, wobei der übermäßige Genuss von Alkohol stets zu vermeiden ist.

Bücher über geschwollene Füße

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

geschwollener Fuß kommentierte am 20.08.2015 um 11:36 Uhr

Meine Freundin ist derzeit im Urlaub in Kroatien und klagt seit Tagen über einen linken geschwollenen Fuß. Fingerdrucktest ist negativ, keine Rötung oder Erwärmung und heute morgen kam eine gewisse Steifigkeit dazu. Bin selbst Pflegefachkraft, mache mir jedoch keinen Reim darauf.