Hustenreiz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Juli 2017
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Ein gelegentlicher Hustenreiz hat keinen Krankheitswert, wenn man ihn auf Lufttrockenheit, Staub oder eine beginnende Erkältung mit trockenem Reizhusten zurückführen kann. Er kann in seltenen Fällen auch auf eine Lungenembolie, Lungenkrebs, eine beginnende Herzschwäche oder Asthma hindeuten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hustenreiz?

Definiert wird der Hustenreiz als Kratzen im Hals, das einen automatischen Hustenreflex auslöst. Es handelt sich hierbei um einen Selbsthilfemechanismus des Körpers.

In der Regel versucht der Organismus so, Fremdkörper wie Staub oder zähen Hustenschleim aus den Atemwegen zu entfernen. Bei trockenem Husten mit ständiger Reizung des Hals-Rachenraumes spricht man auch von einem unproduktiven Husten. Auch Raucher werden oft von einem hartnäckigen Hustenreiz heimgesucht.

Ursachen

Ein Hustenreiz entsteht auch dann, wenn man versehentlich einen Fremdkörper in die Luftröhre eingeatmet hat, beispielsweise ein Reiskorn oder einen Schluck Wasser. Als Ursachen von Hustenreiz kommen die verschiedensten Auslöser in Frage. Neben den klassischen Erkältungserscheinungen können auch Allergien - beispielsweise auf Rauch, Pestizide oder Duftstoffe - einen Hustenreiz auslösen.

Viele Umweltkranke wissen davon ein Lied zu singen. Die Reizung des respiratorischen Traktes wird bei ihnen aber auf Hypochondrie oder angebliche psychische Erkrankungen zurückgeführt, weil inhalatorische Allergien von Ärzten nicht ernst genommen werden. Fakt ist, dass immer mehr Menschen einen ständigen Hustenreiz verspüren, wenn sie einem starken Parfüm, Zigarettenrauch oder Tonerstäuben ausgesetzt sind. Feinstaub und Smog im Stadtbereich sind ebenfalls mögliche Auslöser von Hustenreiz. In China trägt man deshalb an smogreichen Tagen Atemschutzmasken.

Hustenreiz kann unter anderem auf eine akute oder chronische Bronchitis, COPD, Asthma oder Tuberkulose hinweisen. Außerdem kann auch bei einem Lungenödem, einer Lungenentzündung, Sauerstoffmangel, einer Medikamentenunverträglichkeit oder Herzschwäche ein Hustenreiz auftreten. Sogar psychische Ursachen sind nicht ganz auszuschließen. Ständiges Hüsteln kann sich auch verselbständigen und zu einer Manie bzw. einem Tic werden.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Hustenreiz ist meistens harmlos, kann jedoch auch das Symptom einer schweren Erkrankung sein. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn der Hustenreiz mit blutigem Auswurf einhergeht – handelt es sich bei dem Auswurf ausschließlich um Blut, muss der Rettungsdienst verständigt werden.

Hustenreiz in Begleitung von hohem Fieber, Atemnot, häufigem Nasenbluten oder anhaltenden Schmerzen im Brustkorb oder Hals, bedarf ebenfalls einer sofortigen Abklärung durch einen Arzt. Chronischer Hustenreiz sollte nach spätestens drei Wochen fachärztlich behandelt werden. Raucher und Patienten, die an einer Immunschwäche leiden, sollten die Ursachen bereits nach wenigen Tagen abklären lassen, um etwaige Komplikationen zu vermeiden.

Außerdem sollte bei Hustenreiz, der in unregelmäßigen Abständen oder in Schüben auftritt, ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es nach dem Kontakt mit reizenden Stoffen, einem Unfall oder einer längeren Reise zu Hustenreiz, liegt womöglich ebenfalls ein behandlungsbedürftiges Leiden vor. Hustenreiz bei Kindern, chronisch Kranken Asthmatikern, Schwangeren, Herz-Kreislauf-Patienten oder älteren Menschen muss generell fachärztlich abgeklärt werden.

Diagnose und Verlauf

Bei länger anhaltendem Hustenreiz, der über mehrere Tage oder Wochen nicht weggeht, sollte man zum Arzt gehen. Dies gilt vor allem dann, wenn dem trockenen Hustenreiz noch weitere Beschwerden folgen - etwa Atemnot, Bluthusten oder allergische Erscheinungen auf der Haut. Ein oder zwei Tage dauernder Hustenreiz, der eine Erkältung ankündigt, ist mit Hausmitteln zu bekämpfen und benötigt keine Diagnose vom Arzt.

Geht der Hustenreiz aber nicht in einen produktiven Husten über, kann er sehr quälend werden. Jetzt muss die Lunge abgehört und in den Hals geschaut werden. Zuweilen muss eine verschluckte Gräte entfernt werden. Der Arzt muss bei anhaltendem Hustenreiz gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen andenken.

Zuerst aber ist eine gründliche Anamnese über Dauer und Entstehen des Hustenreizes nötig. Auch weitere Beschwerden, die Hinweise gegen könnten, sind abzutasten. Gegebenenfalls sind ergänzend bildgebende Verfahren oder eine Bronchoskopie einzusetzen. Blutwerte können Aufschluss über Infektionserreger oder Entzündungswerte geben. Je nach Diagnose ist der Verlauf der Beschwerden unterschiedlich. Hustenreiz ist meistens nur ein Symptom, nicht aber das Problem selbst.

Komplikationen

Ein Hustenreiz hat meist harmlose Ursachen. Er kann aber auch als Symptom schwerwiegender Erkrankungen auftreten. Es handelt sich aber immer um ein Symptom, welches bei längerer Dauer sogar selber schädigend auf die Schleimhaut der Bronchien einwirken kann. Reizhusten kommt im Zusammenhang mit harmlosen Infektionen, Allergien und mechanischen Reizungen, aber auch mit potenziell tödlichen Erkrankungen wie Lungenkrebs, Lungenembolie, Lungenfibrose oder Tuberkulose vor.

Auch schwere Herzkrankheiten, Kehlkopfkrebs, Brustfellentzündungen oder Lupus Erythematodes können Hustenreiz verursachen. Besonders häufig wird Reizhusten auch in Verbindung mit der sogenannten Refluxkrankheit beobachtet. Die in die Speiseröhre zurückfließende Magensäure verursacht einen Hustenreiz, der sogar zum Erbrechen führen kann. Auch beim sogenannten Keuchhusten ist der Hustenreiz sehr häufig für einen Brechreiz verantwortlich.

Bei schweren Lungenerkrankungen kann sich ein Hustenreiz sogar zu einem Bluthusten entwickeln. Das ist ein sehr bedrohlicher Zustand, der sofortiger ärztlicher Hilfe bedarf. Dabei wird hellrotes Blut ausgehustet. Ein chronischer Hustenreiz kann durch schwere zugrunde liegende Erkrankungen verursacht werden. In manchen Fällen tritt er sogar mit Atemnot, Fieber, Brustschmerzen oder auch Sodbrennen auf. Das ist immer ein Alarmsignal. Allerdings kann auch ein chronischer Hustenreiz mit harmlosen Ursachen zu Komplikationen führen. Ständiges Husten verursacht Schäden in der Bronchienschleimhaut. Es entstehen kleine Risse und Verletzungen, die wiederum Ursache für einen Hustenreiz sein können. Dabei entwickelt sich ein sogenannter selbstunterhaltender Husten.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Hustenreiz richtet sich nach dem Auslöser, der den Hustenreiz verursacht. Ist eine Erkältung der Auslöser, behandelt man anders als wenn ein allergisches Geschehen vorliegt. Bei einer inhalatorischen Allergie ist die Meidung des Auslösers notwendig, um den Hustenreiz zu stoppen.

Entsteht der Husten beim Rauchen, sollte man einen Nikotinentzug in Erwägung ziehen. In langen Heizperioden kann ein Hustenreiz durch zu trockene Raumluft ausgelöst werden. Diese lässt sich leicht durch Luftbefeuchtung oder Inhalation mit Salzwasser beheben. Es darf allerdings durch nächtliche Luftbefeuchtung nicht zu Schimmelbefall im Schlafraum kommen.

Aspergillus-Keime können nämlich ebenfalls Hustenreiz auslösen. Die Behandlung schwerwiegender Erkrankungen, die sich durch Hustenreiz andeuten, wird meistens in einer Klinik vorgenommen. Lungentumore, Asbestose, Herzerkrankungen, Embolien und dergleichen gehören in fachkundige Hände. Fachärzte müssen solche Beschwerden mit Operationen, Blutverdünnung, Herzmedikamenten oder anderen Maßnahmen als die eigentliche Grunderkrankung therapieren.

Der Hustenreiz verschwindet automatisch, wenn die Grunderkrankung behandelt wird. Chronischer Hustenreiz ohne Ursache ist eher selten. Trotzdem kann man den Hustenreiz etwas lindern, beispielsweise indem man den Patienten viel warmen Tee trinken lässt oder ihm Inhalationen verschreibt. Bei Sängern und Sprechern wird Hustenreiz auch durch Stimmtraining oder reizlindernde Lutschtabletten behandelt.



Aussicht und Prognose

Grundsätzlich gibt es bei einem Hustenreiz eine gute Prognose. Im Normalfall kommt es zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit innerhalb einiger Wochen. Wird der Hustenreiz durch Bakterien oder einen Virusinfekt ausgelöst, tritt innerhalb weniger Tage oder Wochen eine vollständige Heilung der Beschwerden auf. Mit einer ärztlichen Behandlung wird der Heilungsprozess im Normalfall verkürzt. Bei einem normal funktionierenden Immunsystem verschwinden aber auch ohne eine medikamentöse Versorgung die Keime aus dem Organismus vollständig, da der Körper seine Selbstheilungskräfte aktiviert.

Raucher erleben innerhalb einiger Wochen oder Monate ebenfalls eine Minimierung des Hustenreizes, sobald sie das Rauchen dauerhaft einstellen. Werden giftige Stoffe eingeatmet tritt eine Spontanheilung der Beschwerden auf, wenn die zugeführte Luft zum Atmen frei von Toxinen ist. Bei einem Hustenreiz, der durch einen Fremdkörper in der Luftröhre, im Hals oder Rachen ausgelöst wird, ist die Prognose ebenfalls gut. Sobald der Fremdkörper entfernt wurde, tritt eine Spontanheilung ein und die Symptome verschwinden. Beschädigungen an der Gefäßwand im Mund- und Rachenbereich heilen innerhalb einiger Wochen vollständig aus. Bei chronischen oder psychischen Grunderkrankungen können die Beschwerden kontinuierlich vorhanden sein oder wiederholt auftreten. Eine Linderung des Hustenreizes findet meist nur in direkter Zusammenarbeit mit einer medizinischen sowie therapeutischen Versorgung statt.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Hustenreiz ist nur bedingt möglich. Beispielsweise kann man trockene Raumluft und ein schwaches Immunsystem verhindern. Man kann starke Düfte, ausgasende Pyrethroide aus Teppichen, toxische Lacke und Malfarben meiden oder Zigarettenrauch aus den eigenen Wohnräumen verbannen.

Doch auch Hühnerfedern können einem zum Verhängnis werden, weil sie langfristig Lungenfibrose auslösen können. Hustenreiz durch Tuberkulose, Herzschwäche oder eine Lungenembolie könnte man im Vorfeld allerdings kaum verhindern. Insgesamt ist ein gesunder Lebensstil die beste Vorbeugung gegen Hustenreiz.

Bücher über Atemwegserkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Michal kommentierte am 26.01.2015 um 13:47 Uhr

Ich leide seit einigen Jahren an Hustenreiz. Ich habe mein Leben lang als Lackierer gearbeitet. Angefangen bzw. verstärkt hat sich der Reiz nach Einführung von Wasserlack. Offiziell ist keine Ursache festzustellen. Die Unikilik Regensburg hat die Behandlung ohne Ergebnis abgeschlossen. Ich hätte ein hyperaktives Bronchialsystem. Die Berufsgenossenschaft lehnt meine Krankheit als Berufskrankheit hab.