Husten beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2017
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Husten beim Babys ist weit verbreitet. Dabei handelt es sich beim Husten um einen Schutzreflex, durch den eingeatmete Stoffe oder Partikel aus den Atemwegen entfernt werden. Das Gleiche gilt für Sekret und Schleim, der sich dort ansammelt. In den meisten Fällen entsteht er durch Infektionen der oberen Atemwege.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Husten beim Baby?

Beim Husten gilt es, zwischen verschiedenen Arten zu unterscheiden. So kann er sich trocken und bellend oder feucht und rasselnd äußern. Nicht selten ist er auch mit Atemnot verbunden.

Während trockener, bellender Husten auf Erkältungskrankheiten, Asthma bronchiale oder den nicht ungefährlichen Pseudokrupp hinweist, ist feuchter, rasselnder Husten ein Indiz für ein Übermaß an Sekret in den Atemwegen, der abgehustet werden sollte. Zu feuchtem Husten kann es im späteren Stadium einer Erkältung oder Bronchitis kommen. Mitunter deutet er auch auf eine Lungenentzündung hin.

Ursachen

In den meisten Fällen wird der Husten durch eine Atemwegserkrankung wie einen grippalen Infekt oder eine Bronchitis verursacht. Auslöser der Atemwegsinfektionen sind zumeist Viren oder Bakterien. Je mehr Kontakt das Baby zu Gleichaltrigen hat und je jünger es ist, desto größer ist auch das Infektionsrisiko. So leiden manche Kinder sogar sechs bis acht Mal im Jahr unter einer solchen Infektion. Wird das Kind älter, reduziert sich die Häufigkeit der Erkrankungen.

Die Übertragung der Viren findet durch Tröpfcheninfektion statt. Die Keime werden von den Erkrankten abgehustet und von dem Baby eingeatmet. Aber auch durch das Berühren von infizierten Händen oder Gegenständen mit dem Mund, der Nase oder den Augen, können die Krankheitserreger in den Körper vordringen. Manchmal wird der Husten beim Baby aber auch durch andere Gründe hervorgerufen. Dabei kann es sich um das Verschlucken von Nahrung oder Milch handeln. Eine weitere Ursache ist das Verschlucken von Fremdkörpern, die wieder abgehustet werden. Mitunter entsteht der Husten auch durch äußeren Druck auf die Luftröhre.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Husten beim Baby sollte dem Kinderarzt vorgestellt werden, wenn die Intensität des Hustens stetig zunimmt. Zudem ist ärztlicher Rat geboten, wenn das Baby sichtlich unter den Hustenanfällen leidet. Gegebenenfalls kann der Kinderarzt mit hustenstillenden Medikamenten dafür sorgen, dass ein Kind gerade nachts zur Ruhe kommt und sich von einem Infekt erholen kann.

Bei Husten beim Baby sollte unbedingt noch am gleichen Tag ein Kinderarzt aufgesucht werden, wenn Fieber auftritt. Fieber ist generell beim Baby immer ein Grund für einen Arztbesuch. Gerade bei sehr jungen Babys unter 4 Monaten sind auch leichte Anstiege der Temperatur im Rahmen eines Infekts durch einen Kinderarzt abzuklären.

Anhaltender oder stärker werdender Husten in Kombination mit neu einsetzendem Fieber können ein Hinweis darauf sein, dass aus einem harmlosen meist viral bedingtem Schnupfen eine schwere bakterielle Infektion wird. Darauf können auch weitere Symptome beim Baby wie Heiserkeit, Bauchschmerzen, Nahrungsverweigerung und vor allem brodelnder Atem hindeuten. Durch Abhören der Lunge kann der Kinderarzt schnell und schmerzfrei feststellen, ob der Husten beim Baby harmloser Natur ist oder eine Infektion vorhanden ist, die beispielsweise mit Antibiotika behandelt werden könnte.

Diagnose und Verlauf

Bei der Untersuchung des erkrankten Babys befragt der Kinderarzt die Eltern und hört die Brust des Kindes mit einem Stethoskop ab. Wichtig ist bei der Diagnostik die Unterscheidung zwischen einer Atemwegserkrankung und allergischem Asthma. Besteht Verdacht auf Verschlucken eines Fremdkörpers, lässt sich eine Röntgenuntersuchung durchführen, um Aufschluss zu erhalten.

Weitergehende Untersuchungen sind auch bei Verdacht auf eine Lungenentzündung erforderlich. Letztlich hängt der Umfang der Untersuchung vom Ausmaß und der Dauer der Beschwerden ab. So können gegebenenfalls Untersuchungsverfahren wie eine Blutabnahme oder eine Endoskopie notwendig sein. Hat der Husten keine ernste Ursache, verschwindet er nach einigen Tagen von selbst wieder. Leidet das Baby jedoch unter Fieber oder dauert der Husten länger als zwei Tage an, ist es besser, einen Arzt zu konsultieren. Das Gleiche gilt, wenn das Kind unter Atemnot oder blutigem Auswurf leidet.

Komplikationen

Husten beim Baby ist nichts Außergewöhnliches. Aber gerade bei ihm kann sich dahinter auch eine lebensgefährliche Erkrankung verbergen. Da das Immunsystem des Säuglings noch nicht vollständig ausgeprägt ist, können auch einfachere Infektionskrankheiten bereits zu Komplikationen führen. Des Weiteren leiden Babys sehr häufig an den oft für sie lebensbedrohlichen Kinderkrankheiten Keuchhusten oder Masern. Auch eine gefährliche Epiglottitis (Kehldeckelentzündung) kann vorkommen, die bei einem Viertel aller Babys zum Tod führt.

Alle diese Erkrankungen unterscheiden sich im Anfangsstadium oft nicht von einer normalen Erkältungskrankheit. So beginnt Keuchhusten wie bei einer Erkältung mit Schnupfen, leicht erhöhter Temperatur und etwas Husten. Wenn nach ca. zwei Wochen das Fieber abgeklungen ist, folgt dann ein mehrwöchiger quälender nächtlicher Husten. Bei Säuglingen sind die Hustenattacken allerdings so schwach, dass sie nur ein piepsendes Geräusch verursachen. Die Atemwege schwellen schnell zu und es kann zu Erstickungsanfällen mit tödlichem Ausgang kommen.

Des Weiteren können besonders bei Babys Komplikationen durch Folgeinfektionen mit Bakterien auftreten, die häufig zu Lungenentzündung, Mittelohrentzündungen oder gar Hirnhaut- oder Hirnentzündungen führen. Auch Masern beginnen im Anfangsstadium mit typischen Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen und Fieber, bevor der charakteristische Hautausschlag auftritt. Besonders bei Babys führen Masern häufig zu Komplikationen wie der gefährlichen Enzephalitis, die auch noch in den Folgejahren zum Tod führen kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung des Hustens richtet sich nach der auslösenden Ursache. Da meist Viren für die Beschwerden verantwortlich sind, gibt es keine speziellen Medikamente gegen diese Keime. Im Falle eines bakteriellen Infekts erhält das Kind dagegen oft Antibiotika. Bei Bedarf lassen sich auch fiebersenkende Arzneimittel, Präparate zum Einreiben oder Nasentropfen verabreichen.

Wichtig ist zudem eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Durch die Flüssigkeit kann der zähe Schleim, der in den Atemwegen sitzt, verdünnt werden, wodurch das Baby ihn dann leichter abhustet. Als empfehlenswert gelten ungesüßter Anistee, Fencheltee oder Wasser. Um das Baby beim Abhusten zu unterstützen, ist eine leichte Klopfmassage hilfreich. Das Gleiche gilt für die richtige Lagerung.

Wird das Baby mit einem Hustenmittel eingerieben, darf es sich dabei nur um ein Präparat handeln, das sich für kleine Kinder eignet. So muss das Mittel frei von Menthol und Kampfer sein, da diese Atemkrämpfe bei den kleinen Patienten hervorrufen können. Wichtig ist auch regelmäßiges Lüften, damit das Kind frische Luft erhält.



Vorbeugung

Um das Baby vor häufigem Husten zu schützen, müssen seine Abwehrkräfte gestärkt werden. So sollte es genügend Schlaf, ausreichend Bewegung an der frischen Luft und eine gesunde Ernährung erhalten.

Gegen eine Infektion mit Pneumokokken-Bakterien empfiehlt die STIKO (Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts) eine Impfung für alle Babys ab dem 2. Lebensmonat. Zur Vermeidung einer Ansteckung mit Erkältungsviren sollte der Kontakt zwischen erkrankten Familienmitgliedern und dem Baby vermieden werden.

Bücher über Atemwegserkrankungen

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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