Auswurf (Hustenschleim)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. April 2017
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Hustenschleim oder Auswurf tritt bei verschiedenen Krankheitsbildern auf. Meist wird der grün-gelbe Bronchialschleim durch den so genannten produktiven Husten zu Tage befördert. Häufig tritt Hustenschleim im Rahmen von Erkältungskrankheiten auf. Allerdings können auch Raucherhusten oder Erkrankungen der Lunge oder Bronchien zu einer Verschleimung des Rachens führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Auswurf (Hustenschleim)?

Als Auswurf oder Hustenschleim wird ein zähflüssiges Sekret bezeichnet, das beim so genannten produktiven Husten ausgestoßen wird. Dabei kann es sich um einen chronischen Husten oder einen akuten Hustenanfall handeln. Abgehusteter Auswurf ist von grünlicher bis gelblicher Farbe, manchmal auch weißlich mit farblichen Beimischungen.

Es gibt dünnen Auswurf, der nahezu klar ist und kaum von Speichel zu unterscheiden ist und dicken, klumpenartig beschaffenen Hustenschleim. Gehustet werden kleinere oder größere Mengen Auswurf. Gelegentlich kommt es auch zu einem blutigen Hustenschleim als Auswurf.

Ursachen

Die Ursachen für einen als Auswurf auftretenden Hustenschleim sind sehr vielfältig. Häufig sind Bakterien oder Viren die Ursache für die Entstehung von Atemwegsinfektionen und den daraus resultierenden Hustenschleim.

Bislang unentdeckte Erkrankungen des Atmungsapparates können ebenso Ursache sein wie chronische Leiden wie Bronchitis oder eine akute Erkältung.

Die Palette der Krankheitsursachen reicht dabei von Auswurf bei harmlosen akuten Erkältungskrankheiten von Lunge und Bronchien über Folgen einer Verschleimung wegen Rauchens, bekannt auch als Raucherhusten, bis zu Auswurf und Hustenschleim als Ausdruck einer schweren Erkrankung wie Krebs.

Gelegentlich kommt es auch zu einer Kombination verschiedener Ursachen für einen Auswurf in Form von Hustenschleim. Auswurf als Hustenschleim kann in jedem Alter auftreten, betroffen sind sowohl Säuglinge als auch Senioren.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Auswurf, medizinisch als Sputum bezeichnet, tritt im Rahmen zahlreicher Atemwegserkrankungen auf. Nicht in jedem Falle ist es nötig, einen Arzt aufzusuchen. Auch im Rahmen einer banalen Erkältung tritt Auswurf auf. Dieser Hustenschleim kann entweder leicht lösbar oder sehr festsitzend sein. Im Falle eines festsitzenden Hustenschleims, der sich nicht innerhalb von ein bis drei Tagen von selbst löst, kann ein Arztbesuch sinnvoll sein.

Des Weiteren sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, wenn zusätzlich zum Auswurf Atemnot oder Fieber auftreten. Ein weiterer Grund einen Arzt aufzusuchen, stellt eine stark gelb-grüne Färbung des Schleims dar. Diese deutet auf eine bakterielle Infektion hin, die unter Umständen antibiotisch therapiert werden muss.

Sollte keine der genannten Erscheinungen auftreten, bietet es sich jedoch an abzuwarten. Auch eine Beratung in der Apotheke mit einer anschließenden Selbstmedikation kann in diesem Fall sinnvoll sein. In den meisten Fällen handelt es sich um grippale Infekte oder ähnlich gelagerte leichte Erkrankungen. Sollten die Beschwerden jedoch länger anhalten oder eines der oben genannten (oder andere) Symptome auftreten, wird ein Arztbesuch notwendig.

Diagnose und Verlauf

Anhand der Farbe des Auswurfs lassen sich erste diagnostische Schlüsse über die Ursache des Hustenschleims ziehen. Letzendlich sollte allerdings immer ein Arzt die Diagnose vornehmen und eine geeignete Behandlung von Auswurf und Hustenschleim einleiten.

Bei der Diagnose wird sich der behandelnde Arzt den als Hustenschleim abgesonderten Auswurf genau betrachten. Beschaffenheit des Schleims wie seine Dicke und auch die Farbe lassen bereits erste Rückschlüsse auf die Ursache von Auswurf und Hustenschleim zu. So deutet ein heller, nahezu durchsichtiger und an Speichel erinnernder Auswurf auf eine andere Ursache hin als ein dicker, zähflüssiger gelber, brauner oder grüner Auswurf. Auch ein blutiger Auswurf kommt vor und muss genau untersucht werden.

Der Arzt wird sich auch die Hustengeräusche des Patienten, die einen Auswurf als Hustenschleim begleiten, genau anhören und die Lunge und Bronchien sowie andere Teile des Atmungsapparates untersuchen. Bei Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung wird der Auswurf zur labortechnischen Untersuchung eingeschickt.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R09 Sonstige Symptome, die das Atmungssystem betreffen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Der Auswurf ist in den meisten Fällen ein Hinweis auf eine weitere Erkrankung. Häufig handelt es sich dabei um Erkältungskrankheiten oder den Raucherhusten. Der Auswurf enthält Schleim, der für die Versorgung der Schleimhäute in Mund und Rachen notwendig ist. Schafft es der Organismus nicht, diesen ausreichend neu zu produzieren, so entsteht eine Mundtrockenheit und der Schluckvorgang ist erschwert. Darüber hinaus gibt es Probleme oder Veränderungen bei der Sprachbildung und der Klangfarbe der Stimme. Der Auswurf ist verbunden mit einer Reduzierung des Flüssigkeitsmenge im Körper. Daher sollten vermehrt Getränke und vor allem Wasser aufgenommen werden. Es droht sonst ein Mangel an Mineral- und Nährstoffen.

Der Auswurf wird von vielen Menschen als unangenehm oder eklig empfunden. Der Schleim wird während des Hustens aus dem Rachen in den Mund befördert. Dabei besteht die Gefahr der Aspiration. Gelangt der Schleim in die Luftröhre, setzt ein reflexhafter Husten ein. Es besteht das Risiko, an dem Schleim zu ersticken. Darüber hinaus kann sich durch die Aspiration eine Lungenentzündung ausbilden. In schweren Fällen sind Krebserkrankungen die Ursache für den Hustenschleim. Weitere medizinische Maßnahmen und Therapien müssen eingeleitet werden. Es kommt häufig zu einem operativen Eingriff mit einer anschließenden Chemotherapie. Die Komplikationen einer Krebstherapie sind vielfältig und langwierig.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Hustenschleim und Auswurf ist so vielfältig wie die Ursachen des Auswurfs. Bei harmlosen Erkältungskrankheiten wird der Hustenschleimm sogar als positiv angesehen, da die Verklumpungen und Verunreinigungen im Atmungsapparat so abgehustet werden. Sitzt der Husten sehr fest, wird er mit entsprechenden Mitteln gelockert. So wird der Heilungsprozess durch das Abhusten des Auswurfs beschleunigt.

Zur Unterstützung des Abhustens von Auswurf und Hustenschleim haben sich milde pflanzliche Heilmittel etwa auf der Basis von Spitzwegerich als hilfreich erwiesen. Solche Mittel sind rezeptfrei erhältlich und weitgehend frei von Nebenwirkungen. Auch Heiltees mit entsprechenden pflanzlichen Extrakten wirken sich unterstützend aus und mildern zudem das Reizgefühl beim Husten, wenn Auswurf und Hustenschleim nach draußen befördert werden.

In der Apotheke gibt es rezeptfreie natürliche Heilmittel bei Auswurf und Hustenschleim. Je nach Krankheitsbild und Schwere von Hustenschleim und Auswurf kann der Arzt im Einzelfall nach seiner Diagnose rezeptflichtige Medikamente zur Behandlung verschreiben. Bei einer bakteriellen Infektion wird die Verabreichung von Antibiotika in Betracht gezogen. In schweren Fällen ist ein Absaugen des Schleims im Krankenhaus oder ambulant angezeigt. Ganz falsch ist es, das Abhusten von Hustenschleim und Auswurf zu unterdrücken, da dadurch das Krankhneitsbild noch verschlimmert werden kann. Daher sollte im Fall von Schleimabsonderungen wie Auswurf und Hustenschleim immer ein ausreichender Vorrat an hygienischen Papiertaschentüchern griffbereit sein.

Raucher sollten in jedem Fall bei Auswurf und Hustenschleim auf Nikotingenuss verzichten. Das wirkt sich positiv auf den Heilungsverlauf aus und unterstützt und fördert die Behandlung mit natürlichen Heilmitteln oder anderen Medikamenten.



Aussicht und Prognose

Ist der Auswurf von einer hellen oder klaren Struktur, so besteht aus medizinischer Sicht meist kein besorgniserregender Gesundheitszustand des Betroffenen. Dies gilt insbesondere dann, wenn keine weiteren Symptome wie Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Atemgeräusche vorhanden sind. Oftmals kommt es zu Schleimablagerungen durch eingeatmete Stoffe der Luft oder nach längerem Reden oder Singen. Diese Vorgänge werden als einmalig betrachtet und haben keinen Krankheitswert.

Kommt es jedoch zu weiteren Beschwerden, handelt es sich bei dem hellen Auswurf meist um einen entzündlichen Prozess. Bei diesem liegt häufig eine Erkältungserkrankung vor. Die Erkrankung kann durch einen Befall von Bakterien oder Viren ausgelöst werden. Oftmals kommt es zu einer Gabe von Antibiotika oder anderen Erkältungsmitteln. Mit dem Abklingen der Erkrankung reduziert sich auch der Auswurf. Es kommt daher meist innerhalb weniger Wochen zu einer vollständigen Rückbildung und Heilung.

Blutiger, brauner oder zähflüssiger bis dicker Auswurf beruht meist auf schweren Erkrankungen. Diese können einen chronischen Verlauf haben. Zusätzlich droht bei einer Tumorbildung ein lebensbedrohlicher Zustand. Wird ein Tumor diagnostiziert, so kann eine Prognose individuell nach der Form des Krebses beurteilt werden. Der Auswurf ist dann als Warnsignal zu deuten, der ein sofortiges Handeln benötigt. Bei einem chronischen Verlauf ist der Auswurf über einen längeren Zeitraum wiederkehrend.

Vorbeugung

Durch Vorbeugen lassen sich zahlreiche Formen von Auswurf und Hustenschleim vermeiden, damit das Krankheitsbild erst gar nicht in Erscheinung tritt.

Dazu gehört zu allererst bei Erwachsenen ein völliger Verzicht auf das Rauchen. Kinder können wirksam vor Auswurf und Hustenschleim geschützt werden, wenn in ihrer Gegenwart nicht geraucht wird.

Passivrauchen ist nämlich eine wissenschaftlich erwiesene Ursache für Auswurf und Hustenschleim als Ausdruck einer Erkrankung der Atemwege. Insgesamt ist eine gesunde Lebensweise eine gute Vorbeugung, um Auswurf und Hustenschleim zu vermeiden oder zu verringern, falls bereits akut.

Dazu gehören auch Spaziergänge in frischer Luft und längere Aufenthalte in einer abgasfreien grünen Natur. Auch ein regelmäßiger Aufenthalt in der salz- und jodhaltigen Luft am Meer ist wirksam gegen Auswurf und Hustenschleim.

Bücher über Husten

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Peter kommentierte am 21.11.2016 um 10:00 Uhr

Ich hatte vor 6 Jahren eine "kalte Lungenentzündung", bei der Untersuchung wurde eine Hausstaubmilbenallergie festgestellt. Werde mich bei nächster Gelegenheit
einer Kontrolluntersuchung stellen, huste immer morgens ganz kurzzeitig aber immer mit einem grauweissen Schleimklümpchen als Auswuf. Macht mir Angst. Bin sportlich und seit jeher Nichtraucher und nicht einmal Passivraucher, aber eher ängstlich und nervös, wohne in der Extremadura in Spanien, die Luft ist so rein dass man noch die Sterne in ihrer vollen Strahlkraft sieht.

marieke kommentierte am 05.12.2015 um 19:16 Uhr

Ich habe seit langem einen Husten, mit zähem durchsichtigem Auswurf. Bei folgenden Ärzten war ich schon vorstellig: Lungenarzt, HNO und bei einem Gastroenterologen. Keiner konnte mir helfen. Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand Rat weiß.