Bauchschmerzen bei Kindern

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2017
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Bauchschmerzen bei Kindern können plötzlich auftreten und sehr heftig sein. Entscheidend für eine Selbstbehandlung ist der Kontext, in dem diese Schmerzen erscheinen. Bei einer eindeutigen Symptomatik kann mit einfachen Hausmitteln eine Linderung erreicht werden. In allen Fällen, die keine eindeutige Ursache aufzeigen, sollte unbedingt sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Bauchschmerzen bei Kindern?

Bauchschmerzen bei Kindern sind oft nicht leicht zu erkennen, wenn das Kind sich noch nicht verbal ausdrücken kann. Babys schreien, krümmen sich zusammen und verweigern die Nahrungsaufnahme. Oft kann die Mutter, wenn sie sanft den Bauch berührt, eine Verhärtung der Bauchdecke spüren. Auch bei Kleinkindern kann man diese Zeichen beobachten, meist zeigen die Kinder auf den Bauch oder können den Schmerz auch schon benennen. Mit einem Baby oder Kleinkind sollte immer sofort ein Arzt aufgesucht werden wenn Schmerzen auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für Bauchschmerzen sind vielfältig. Ein Infekt, eine Entzündung oder eine Verstopfung können die Beschwerden auslösen. Bei Babys, besonders bei Jungen, treten auch Koliken auf, die etwa im Alter von 6 Monaten wieder nachlassen. Wichtig ist, die Ursachen für die Schmerzen eindeutig bestimmen zu können um eine effektive Behandlung zu beginnen. Eine leichte Magenreizung oder die Auswirkungen eines Magen-Darm-Infektes kann man mit Hausmitteln auskurieren, bei einem heftigen Infekt mit großem Flüssigkeitsverlust oder bei einer Blinddarmentzündung gehören Kinder in fachärztliche Behandlung.

Das Allgemeinbefinden spielt hier eine große Rolle und dient Laien als Anhaltspunkt für die Entscheidung, ob ein Arzt hinzugezogen werden muss. Ist eine auffällige Abgeschlagenheit oder ein massives Schmerzempfinden zu beobachten, sollte das Kind nicht ohne sofortige ärztliche Diagnose bleiben. Anders sieht es aus wenn Geschwisterkinder einen leichten Infekt hatten, die Symptome eine Ansteckung vermuten lassen und der Allgemeinzustand des Kindes nur auf eine Unpässlichkeit hinweist. Dann sind Hausmittel eine gute Wahl. Halten Beschwerden länger an, ist der Arzt aufzusuchen und eine genaue Diagnose einzuholen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bauchschmerzen sind bei Kindern oft ein sehr unspezifisches Symptom. Es geht einher mit viralen und bakteriellen Infekten harmloser Natur ebenso wie mit Stress und Ängsten. Aufmerksam werden sollten Eltern, wenn die Bauchschmerzen von neu auftretenden Symptomen begleitet werden. Starke Bauchschmerzen in Kombination mit hohem Fieber ist immer ein Grund, einen Kinderarzt aufzusuchen.

Da das Fieber anzeigt, dass der Körper sich gegen eine Infektion wehren muss, sollten akute Geschehnisse, wie beispielsweise eine Blinddarmentzündung, sicher ausgeschlossen werden. Vorsicht ist auch bei starken Bauchschmerzen begleitet von heftigem Erbrechen geboten. Zwar gehören Erbrechen und Übelkeit zu einer normalen Magen-Darm-Grippe, erfolgt das Erbrechen aber in zeitlich sehr kurzen Abständen und klagt das Kind gleichzeitig über starke Schmerzen im Bauchbereich, sollte zeitnah eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Dies gilt insbesondere bei Kindern, die zu Verstopfung neigen. Hier können Kotsteine auftreten, die einem Kind starke Schmerzen bereiten. Selten, aber bedrohlich, ist auch die Komplikation eines Darmverschlusses, der sich ebenfalls durch Bauchschmerzen bei Kindern äußern kann. Der Kinderarzt kann beispielsweise durch gezieltes Abtasten des Bauchraumes abklären, ob weiterführende Untersuchungen oder eine schnelle medizinische Intervention notwendig sind.

Diagnose und Verlauf

Eine genaue Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Er wird den Bauch abtasten, eine weiche Bauchdecke weist meist auf weniger ernste Erkrankungen hin. Das Blutbild kann kontrolliert werden ob die Entzündungsparameter bedenkliche Werte zeigen und es wird getestet, ob das Kind die Beine anziehen kann. Bei einer Blinddarmentzündung bewirkt ein Anziehen der Knie an den Körper große Schmerzen. In diesem Fall ist eine Überweisung ins Krankenhaus angebracht.

Sind Infekte im Spiel, gehören auch Stuhlproben zu den üblichen Untersuchungen. In diesen Proben lassen sich Erreger nachweisen. Ein möglicher Befall mit Würmern kann auf diese Weise auch ausgeschlossen werden. Diese Erkrankung kommt vor allem bei kleineren Kindern, die oft ihre Finger oder Spielzeug mit dem Mund erkunden, häufig vor.

Wurmeier oder erwachsene Tiere sind in den Stuhlproben nachzuweisen. Eine Behandlung der Beschwerden ist nach einer ärztlichen Diagnose mit Medikamenten möglich. Infekte beginnen meist heftig und dauern unterschiedlich lange an. Noroviren belasten den Patienten oft nur wenige Tage. Trotzdem schwächen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes ein Kind sehr.

Komplikationen

Bauchschmerzen beim Kind sind ärztlich dringend abzuklären, wenn die Schmerzen sehr plötzlich und sehr stark einsetzen oder bereits besser werdende Bauchschmerzen plötzlich wieder stark aufflammen. Harmlosere Ursachen wie leichte Infektionen, Stress oder Blähungen rufen üblicherweise bei Kindern keine sehr heftigen Schmerzsymptome hervor und können entsprechend zuhause abgewartet und durch Hausmittel gelindert werden. Bei sehr starken Bauchschmerzen unklarer Genese ist aber an Komplikationen von Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich zu denken. So kann sich aus einer unbehandelten Verstopfung beispielsweise schlimmstenfalls als Komplikation ein Darmverschluss entwickeln.

Heftige Bauchschmerzen mit Erbrechen können ein Indiz dafür sein. Auch ein akuter Blinddarmdurchbruch ist meist mit sehr heftigen Bauchschmerzen, die möglicherweise vorher schon als besser werdend empfunden worden waren, verbunden. In beiden Fällen handelt es sich um medizinische Notfälle, die einer sofortigen Behandlung bedürfen. Auch Komplikationen im Zusammenhang mit Bauchschmerzen bei Kindern weisen auch plötzlich einsetzendes, hohes Fieber hin. Fieber kann ein Hinweis auf ein mögliches Entzündungsgeschehen im Körper sein und sollte ebenfalls schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden.

Behandlung und Therapie

Ein Befall mit Würmern ist nach wenigen Behandlungen mit einem Wurmmittel schnell vergessen. Meist erfolgt eine Folgebehandlung nach einer ersten Gabe des Wurmmittels um eventuell noch vorhandene Wurmeier, deren Würmer später schlüpfen, auch abzutöten. Ein Durchfall durch falsche Ernährung mit reizenden Nahrungsmitteln, zuviel eines Lebensmittels oder generell zu hohe Nahrungsaufnahme lässt sich durch eine leichte Diät und eine Teekur gut behandeln.

Ebenso sind Magenentzündungen mit einer Tee- und einer Rollkur mit Kamillentee gut auszukurieren. Auch hier ist eine Diät aus fettarmen Lebensmitteln wichtig. Eine Blinddarmentzündung gehört in die Hände der Fachärzte. Im Krankenhaus kann man den Patienten beobachten während eventuell noch mit Kühlpackungen versucht wird, die Entzündung einzudämmen. Manchmal lässt sich aber eine Operation nicht verhindern. Auf keinen Fall darf man mit einem Kind mit dem Verdacht auf Blinddarmentzündung den Arztbesuch hinauszögern.

Bei Koliken, leichten Bauchschmerzen oder den Nachwirkungen von Infekten helfen häufig Wärmepackungen mit einem Körnerkissen. Ein Kamillenteee oder ein Fencheltee beschwichtigen die gereizte Darmschleimhaut. Mit einer leichten Diät aus Zwieback, Tee, Kartoffelbrei und geriebenem Apfel kann man die kleinen Patienten schnell wieder kräftigen. Traubenzucker sollte dem Tee beigegeben werden. Mit etwas Bettruhe und viel Zuwendung kann den Kindern die nötige Ruhe vermittelt werden, die für eine Genesung wichtig ist. Geborgenheit und ein liebevolles Umfeld lassen die Kleinen entspannen und fördern die Gesundung.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung sind Kräutertee und eine gute Hygiene immer die besten Mittel. Frisch zubereitete Nahrung ist anderen Ernährungsstilen vorzuziehen. Auf eine Aufnahme von genügend Flüssigkeit sollten Eltern gut achten.

Bücher über Bauchschmerzen

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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