Laufende Nase

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Mai 2017
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Die laufende Nase ist der umgangssprachliche Ausdruck für Rhinitis infolge einer bakteriellen oder viralen Erkältungskrankheit oder einer anderen Reizung der Nasenschleimhaut. Es kommt zu dünn- bis dickflüssigem Ausfluss aus der Nase.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine laufende Nase?

Laufende Nasen prägen jeden Herbst und Winter das Bild. Sie sind das Sinnbild der Erkältung, die in der kalten Jahreszeit beinahe jeder bekommt - aber eine laufende Nase kann auch an anderen Ursachen als der Erkältung liegen, auch wenn diese sicherlich der häufigste Grund für Triefnasen ist. Bei einer laufende Nase kommt es zunächst zu einer Reizung der Immunzellen in der Nasenschleimhaut, denn wie die meisten anderen Schleimhäute hat auch die Schleimhaut an der Innenseite der Nase eine Immunfunktion für den menschlichen Körper.

Können hier Keime abgetötet werden, wird verhindert, dass sie weiter in den Körper vordringen. Deshalb reagiert der Körper auf eingedrungene Keime mit laufender Nase, um sie auszuspülen und sie gar nicht weiter vordringen zu lassen. Der Betroffene bekommt eine Erkältung, die durch andere Symptome wie Halsschmerzen begleitet werden kann. Infolge einer Allergie kann es ebenfalls oft zu laufenden Nasen kommen und selbst Umwelteinflüsse können die empfindliche Nasenschleimhaut dazu bringen, die sogenannte Rhinitis auszulösen, auch wenn es keinen eingedrungenen Erreger als Grund gibt.

Ursachen

Die häufigste Ursache für eine laufende Nase ist ein eingedrungener Keim. Dabei kann es sich um Bakterien oder Viren handeln. Bei Bakterienbefall verfärbt sich der Schleim grünlich und ist eher dickflüssig, während Viren für dünnflüssigeren Ausfluss sorgen, der farblos bleibt. Bei vielen Erkältungen handelt es sich um eine Mischung aus beiden Erregertypen, da der zweite Erreger nach dem ersten Keim eingedrungen ist und die geschwächte Nasenschleimhaut gewissermaßen ausgenutzt hat.

Die laufende Nase hält einige Tage bis eine Woche an und heilt meistens von alleine wieder aus. Als Immunreaktion des Körpers ist sie noch vergleichsweise harmlos dazu, was der Körper unternehmen müsste, um eingedrungene Krankheitserreger aus den inneren Organen wie der Lunge zu vertreiben. Eine laufende Nase kann allerdings auch infolge einer Allergie entstehen, wobei sie dann so lange anhält, wie der Kontakt mit dem Allergen weiter besteht.

Bei Heuschnupfen bedeutet das, dass der Patient schlimmstenfalls fast das ganze Jahr eine laufende Nase hat. Vor allem im Winter kommen trockene Heizungsluft und kalte Umgebungsluft als Gründe für eine kurzzeitig laufende Nase in Frage. Manche Menschen kennen die laufende Nase auch vom Genuss scharfer Speisen oder bekommen sie, wenn sie sich bewegen. Seltenere Ursachen sind hyperaktive Blutgefäße der Nasenschleimhaut, Cluster-Kopfschmerzen, Nasenpolypen oder noch seltener Tumore der Nase.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Eine laufende Nase ist in den meisten Fällen kein schlimmes Symptom, sodass ein Arzt nicht aufgesucht werden muss. Sie stellt in der Regel einen Vorläufer zur gewöhnlichen Erkältung oder Grippe dar und kann auch einfach mit Hausmitteln oder Mitteln aus der Apotheke behandelt werden. Sollte das Laufen der Nase allerdings sehr lange andauern und auch nach mehreren Wochen nicht mehr verschwinden, so kann ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Dann ist das Symptom möglicherweise nicht einfach nur mit einer Erkältung verbunden, sondern weist auf Polypen in der Nase oder auf eine andere Krankheit hin.

Eine laufende Nase wird meist mit Nasensprays behandelt. Diese befreien die Nase von Verstopfungen und beseitigen damit auch das Auslaufen des Sekrets. Da eine laufende Nase meistens mit einer Erkältung zusammen auftritt, hilft hier Bettruhe und viel Erholung. Sie stellt ein gewöhnliches Symptom in den kalten Jahreszeiten dar, kann allerdings auch bei Allergien auftreten. In diesen Fällen reicht es aus, die Nase zu putzen. Die laufende Nase verschwindet bei den meisten Menschen von alleine, ohne dass ein Mediziner aufgesucht werden muss.

Diagnose und Verlauf

Eine laufende Nase infolge einer Erkältung heilt von alleine aus, sofern es sich nicht um einen schweren Verlauf, eine Verschleppung der Erstinfektion oder einen immungeschwächten Patienten handelt. Hält die laufende Nase länger als eine Woche, kann der Arzt Antibiotika oder bei Viren andere Medikamente verschreiben. Tritt die laufende Nase dagegen infolge von Umwelteinflüssen auf, besteht das Problem beispielsweise nur im Winter, wenn die Heizung eingeschaltet wird, und normalisiert sich dann wieder von allein.

Bei allergischen Ursachen ist die laufende Nase schon hartnäckiger und bleibt so lange bestehen, wie der Kontakt mit dem Allergen besteht. Dann aber hört sie auch bei Allergien auf. Ernste Ursachen wie hyperaktive Blutgefäße der Nase, die für ständig laufende Nasen sorgen, sind hartnäckiger und werden meist auch dadurch als unnormal erkannt, dass sie zur ständigen Triefnase führen und sich durch nichts beeinflussen lassen. Zur Diagnose wird der Patient also nach der Dauer der Symptome und zu begleitenden Symptomen gefragt, gegebenenfalls wird eine Erregerbestimmung oder ein Allergietest durchgeführt.

Komplikationen

Eine laufende Nase kann in der Regel ohne große Komplikationen behandelt werden. Bei diesem Symptom handelt es sich um einen ganz normalen Nebeneffekt einer Erkältung oder eine Grippe und das Symptom verschwindet meist von selbst. Bei einer Behandlung wird in der Regel Nasenspray in die Nase gespritzt, um das Laufen der Nase zu stoppen. Hier kommt es nur in wenigen Fällen zu Komplikationen, wenn der Patient zu Beispiel das Mittel nicht verträgt oder auf dieses allergisch ist. Dann kann ein Ausschlag oder ein Niesen auftreten.

Außerdem muss der Patient bei einer laufenden Nase relativ oft ein Taschentuch nutzen. Dabei wird in der Regel die Haut rechts und links von der Nase etwas angedrückt und bei häufiger Wiederholung beschädigt. Wer also eine laufende Nase hat und ständig ein Taschentuch benutzt, der so sollte die Haut an der Nase etwas eincremen, um Risse und eine gerötete Haut zu vermeiden. Bei Medikamenten empfehlen sich Naturheilmittel und Sprays, die keine chemischen Mittel enthalten. Nur in seltenen Fällen muss der Patient zum Arzt, weil das Laufen der Nase nicht von alleine aufhört.

Behandlung und Therapie

Die laufende Nase ist nervig, stellt aber zunächst keinen Grund für eine Behandlung dar. Stattdessen wird bei Bedarf und Indikation ursächlich behandelt, was bedeutet, dass beispielsweise nicht die laufende Nase selbst behandelt wird, sondern die auslösende Erkältung. Insbesondere bei Erkältungen versuchen Ärzte, dem Patienten zu Hausmitteln wie Kräutertees, Erkältungsbädern und viel Ruhe zu raten, da der Körper damit alleine zurechtkommt und das Immunsystem stärker wird, wenn es die Erkältung ohne Hilfe besiegt.

Anders ist es, wenn die Erkältung lang andauert oder der Patient ein schwaches Immunsystem hat, etwa durch Einnahme von Medikamenten oder Vorerkrankungen. Dann kommen bei Bakterien Antibiotika in Frage und bei Viren eine gezielte sympomatische Behandlung. Speziell gegen die laufende Nase bei leichten, nicht behandlungsbedürftigen Erkältungen können jedoch begleitend Nasensprays eingesetzt werden. Mittlerweile wird verstärkt auf Meersalzspray zurückgegriffen, da die pharmakologisch wirksamen Nasensprays zu gefährlichen Abhängigkeiten geführt haben.

Sehr wirksam, aber auch sehr gewöhnungsbedürftig ist eine Nasendusche mit Salzlösung. Dabei wird die Nase mit Salzwasser durchgespült und der Patient kann selbst bei starker Erkältung für einige Zeit wieder frei atmen. Bei Allergien werden Antihistaminika verschrieben, die die laufende Nase durch die Abschwächung der körperlichen Abwehrreaktion gleich mit beenden. Auf symptomatische Behandlung wird eher verzichtet, da Antihistaminika mit der Zeit zum gewünschten Ergebnis führen. Stehen ernstere Ursachen hinter der laufenden Nase, wird meist ebenfalls vorrangig die Ursache behoben, da dies dazu führt, dass die Nase nicht mehr läuft.



Vorbeugung

Eine laufende Nase ist lästig, lässt sich aber in der Erkältungssaison kaum verhindern. Unterstützen kann man die Gesundheit der Nasenschleimhaut jedoch damit, dass in der Heizungszeit ausreichend häufig gelüftet wird. Das vermeidet, dass die Luft austrocknet.

Auch ein Luftbefeuchter kann zu gesünderem Raumklima beitragen - oder auch die eine oder andere grüne Pflanze im Wohnraum, die durch ihren Stoffwechsel für ein gesundes Klima sorgt.

Wenn erkältete Menschen in der Nähe sind, sollte ihnen besser nicht die Hand gegeben werden und infizierte Materialien wie benutzte Taschentücher dürfen ebenfalls nicht berührt werden. Allergiker sollten Kontakt mit dem Allergen weitestgehend vermeiden.

Bücher über Schnupfen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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