Schnupfen beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Mai 2017
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Schnupfen beim Baby kommt nicht selten vor. Meist ist er das Begleitsymptom einer Erkältung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schnupfen beim Baby?

Schnupfen zählt zu den häufigsten Erkrankungen im Babyalter. Meist tritt er im Rahmen einer Erkältung auf und geht mit anderen Beschwerden einher. Für die kleinen Patienten bedeutet der Schnupfen oft eine erhebliche Belastung, denn bei ihnen läuft das Atmen fast vollständig über die Nase ab. Über den Mund zu atmen, bedeutet für sie eine schwierige Umstellung.

Da das Abwehrsystem des Körpers bei Babys nur eine Gesamtstärke von etwa 60 Prozent erreicht, ist das Auftreten von Erkältungen bei ihnen keine Seltenheit. Allerdings tragen die Erkältungen auch zur Stärkung des noch jungen Immunsystems bei. Den ersten Schnupfen fängt sich ein Baby durchschnittlich zwischen dem 3. und dem 6. Lebensmonat ein. Vorher wird die Erkrankung durch den Nestschutz, der durch das Stillen der Mutter entsteht, ferngehalten.

Ursachen

Verursacher einer Erkältung, die mit einem Schnupfen einhergeht, sind unterschiedliche Viren. So gibt es mehr als 200 verschiedene Arten von Viren, die eine Erkältung verursachen können. Dazu gehören in erster Linie Rhinoviren mit einem Anteil von 40 Prozent, Coronaviren und RSV. Bei kleinen Kindern gehört neben den Rhinoviren auch das HPMV-Virus (Humanes Metapneumovirus) zu den häufigsten Verursachern.

Aufgrund des noch nicht voll ausgeprägten Immunsystems haben die Keime bei Babys leichtes Spiel. Die Ansteckung mit einem Schnupfen erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Dabei werden die Erkältungsviren durch das Niesen oder Husten von anderen Personen freigesetzt. Atmet das Baby dann diese Tröpfchen bzw. Aerosole ein, nimmt es die Viren in seinem Körper auf. Da das Baby mit zunehmendem Alter immer beweglicher wird, neigt es dazu, die verschiedensten Dinge in den Mund zu nehmen. Dies führt jedoch zu einem verstärkten Infektionsrisiko, weil sich an den meisten Gegenständen Keime befinden. Eine weitere Ansteckungsmöglichkeit ist direkter körperlicher Kontakt mit einem erkälteten Menschen.

Bemerkbar macht sich der Schnupfen beim Baby durch eine verstopfte oder laufende Nase sowie weitere Beschwerden wie Halsschmerzen, Husten, Appetitlosigkeit und gerötete Augen. Außerdem reagieren die kleinen Patienten ruhelos und nervös. Nicht selten kommt es zu Fieber mit einer Körpertemperatur von bis zu 39 Grad Celsius. Ein weiteres Problem ist, dass sich ein Baby nicht die Nase schnäuzen kann. Aus diesem Grund bedarf es unbedingt der Hilfe der Eltern.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Ein Schnupfen beim Baby ist in der Regel um ein Vielfaches gefährlicher als bei einem Erwachsenen. Wenn daher ein Schnupfen beim Baby vorliegt, dann sollte dies ganz genau beobachtet werden. Es muss zwar nicht zwingend ein Arzt aufgesucht werden, dennoch gilt an dieser Stelle Vorsicht. Die Nasenschleimhaut ist in so einem Fall sehr gereizt, sodass es zudem zu einem eitrigen Ausfluss kommen kann.

Klingt der Schnupfen bei einem Baby nicht innerhalb einer Woche ab, so sollte auf jeden Fall ein Kinderarzt konsultiert werden. Nur auf diese Weise können schlimmere Folgeerkrankungen frühzeitig erkannt und ausgeschlossen werden. Nicht selten kommt ein Schnupfen alleine, sondern er bringt gleichzeitig Begleiterscheinungen mit. Die Rede ist von verschiedenen Erkältungssymptomen, wie zum Beispiel einer erhöhten Temperatur, Husten oder auch Erbrechen. Bei einem Baby muss ein solches Krankheitsbild definitiv medikamentös versorgt werden.

Es kann natürlich auch sein, dass der Schnupfen durch eine Allergie ausgelöst wird. In so einem Fall ist auch eine entsprechende Versorgung notwendig, da der Schnupfen ansonsten nicht verschwinden wird. Somit gilt: Leidet ein Baby unter einem Schnupfen, so ist zuerst Vorsicht geboten. Bei leichten Beschwerden kann natürlich auf entzündungshemmende Hausmittel zurückgegriffen werden. Kamille und verschiedene Erkältungssalben sind an dieser Stelle sehr zu empfehlen. Zeigt dies keine Wirkung, so muss ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose und Verlauf

Ist das Baby jünger als drei Monate, muss bei einem Schnupfen ein Arzt aufgesucht werden. Aber auch bei einem höheren Lebensalter kann ein Arztbesuch sinnvoll sein. Auf diese Weise lässt sich feststellen, dass es sich auch wirklich nur um eine harmlose Erkältung handelt. Der Arzt erkennt den Infekt schon anhand der typischen Symptome und kann abschwellende Mittel verabreichen, um dem Baby das Atmen zu erleichtern.

Darüber hinaus werden Atemwege und Lunge abgehorcht. Mitunter findet auch eine Blutuntersuchung statt, mit der sich der auslösende Erreger feststellen lässt. So besteht mitunter das Risiko einer bakteriellen Sekundärinfektion. Außerdem muss ermittelt werden, ob das Baby zusätzlich unter einer Mittelohrentzündung leidet. In der Regel handelt es sich bei einem Schnupfen jedoch um eine harmlose Erkrankung. Nach ca. 10 bis 14 Tagen verschwinden die Symptome der Erkältung von selbst wieder. Folgeschäden sind normalerweise nicht zu befürchten.

Komplikationen

Ein Schnupfen beim Baby kann unter Umständen auch anderen Komplikationen hervorrufen, die in der Regel mit entsprechenden Medikamenten versorgt werden müssen. In vielen Fällen wird ein Schnupfen beim Baby von einer erhöhten Temperatur begleitet. Handelt es sich um ein Infekt, so sollte regelmäßig die Temperatur des Babys kontrolliert werden. Weist das Baby akutes Fieber auf, so sollte diese Komplikation schnellstmöglich von einem Arzt behandelt werden. Ein starkes Fieber muss zwingend mit entsprechenden Medikamenten versorgt werden. Hinzu können auch andere Erkältungsbeschwerden kommen, wie zum Beispiel Husten, Schüttelfrost, Übelkeit oder auch Erbrechen.

Liegt eine Atemwegserkrankung vor, so ist höchste Vorsicht geboten. Bei einen hartnäckigem Husten besteht sogar die Gefahr einer Lungenentzündung. Nicht selten tritt in diesem Zusammenhang eine Kehlkopfentzündung auf, die natürlich auch ärztlich versorgt werden sollte. Weist der Schnupfen einen gelblichen Schleim auf, so ist dies immer ein Anzeichen für eine Infektion. Um frühzeitig die oben genannten Komplikationen zu vermeiden, sollte in so einem Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Auf diese Weise kann eine entsprechende Behandlung mit den richtigen Medikamenten erfolgen, die für eine effektive und schnelle Besserung sorgen werden.

Behandlung und Therapie

Um dem Baby die leidige Schnupfenzeit angenehmer zu gestalten, sollte es viel Ruhe bekommen und schlafen können. Wichtig ist zudem die Aufnahme von Flüssigkeit, um einer Austrocknung entgegenzuwirken. Dazu gehört neben der Säuglingsnahrung auch Wasser. Zu trockene und warme Luft in der Wohnung ziehen die gereizten Schleimhäute des Kindes noch mehr in Mitleidenschaft. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Raumtemperatur auf 18 bis 21 Grad Celsius zu regulieren.

Außerdem müssen die Räume regelmäßig gelüftet werden. In dieser Zeit sollte sich das Baby jedoch in einem anderen Raum befinden. Um das kleine Näschen des Kindes von Schleim zu befreien, sind Einmal-Taschentücher sinnvoll, die unmittelbar nach ihrem Einsatz entsorgt werden. Damit die verschnupfte Babynase nicht wund wird und schmerzt, kann in regelmäßigen Abständen eine Heilsalbe oder Vaseline aufgetragen werden. Um die Nase wieder freizumachen, gilt das Inhalieren von Wasserdampf als hilfreich. Nicht zum Einsatz gelangen dürfen jedoch ätherische Öle.



Vorbeugung

Eine gute Vorbeugemaßnahme gegen frühzeitigen Schnupfen ist das Stillen des Kindes. Auf diese Weise gehen die Antikörper der Mutter auf das Baby über. Außerdem sollte der Säugling vor erkälteten Menschen geschützt werden. Wichtig ist zudem der Verzicht auf Zigaretten in der Nähe des Kindes. In der kalten Jahreszeit kann dem Baby vorbeugend ein leichtes Schnupfenmittel verabreicht werden, damit die Nasenschleimhaut nicht austrocknet.

Bücher über Schnupfen

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie: DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 6. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2013
  • Schellenberg, I. et al.: Kinderkrankheiten von A-Z: Wo Naturheilverfahren wirken - wann Schulmedizin nötig ist, 2. Auflage, TRIAS, 2012
  • Stauber, M., Weyerstahl, T.: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2014
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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