Harter Stuhlgang

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. September 2016
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Harter Stuhlgang, auch Verstopfung genannt, ist mittlerweile eine der häufigsten Krankheiten in der Bevölkerung. Der harte Stuhlgang ist für Betroffene mit unangenehmen Begleiterscheinungen und Schmerzen verbunden. Wird die Verstopfung nicht behandelt kann harter Stuhlgang zu weiteren Erkrankungen führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Harter Stuhlgang?

Ein harter Stuhlgang, umgangssprachlich auch als Verstopfung bezeichnet, liegt vor, wenn es nur sehr unregelmäßig zu einer Darmentleerung kommt und diese dann recht hart und trocken ist. Der Stuhlgang sollte bei einer ballaststoffreichen und gesunden Ernährung bei normaler Verdauung täglich stattfinden. Bei zu hartem Stuhlgang findet die Entleerung jedoch meist nicht häufiger als 3 Mal pro Woche statt.

Harter Stuhlgang gehört zu den häufigsten Symptomen in den Industrieländern. Allein in Deutschland leiden rund 15.000.000 Erwachsene darunter. Dabei sind Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer davon betroffen. Auch bei Kindern kann ein harter Stuhlgang auftreten. Besonders häufig leiden Menschen über dem 65. Lebensjahr unter hartem Stuhlgang.

Ein harter Stuhlgang kann chronisch oder gar akut sein. Die Symptome bei einem akuten harten Stuhlgang beginnen in der Regel recht schlagartig und sind nur von sehr kurzer Dauer. So zählen zu den häufigsten Ursachen eine Bettlägerigkeit, eine Reise oder eine hormonelle Veränderung, wie sie beispielsweise in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftritt.

Im Gegensatz zu einem akut harten Stuhlgang entwickelt sich die chronische Form meist recht langsam über Monate oder sogar Jahre. Besondere Merkmale sind hier ein harter Stuhl, der mindestens 12 Wochen am Stück anhält. Ebenso ist das Gefühl, das der Darm sich nur sehr unvollständig entleert, ein typisches Merkmal. Muss man sehr große Anstrengungen auf sich nehmen, um den Darm zu entleeren oder hat man weniger als 3-mal pro Woche eine Stuhlentleerung, kann man ebenfalls von einem chronischen Verlauf sprechen.

Ursachen

Harter Stuhlgang kann verschiedene Ursachen haben. Der zu trockene und harte Stuhl entsteht, wenn sich dieser ungewöhnlich langsam durch den Darm bewegt und der Körper dem Nahrungsbrei zu viel Wasser entzieht.

Betroffene klagen über Bauchschmerzen und –krämpfe, Blähungen oder Übelkeit. Die meist unregelmäßige Stuhlentleerung durch den zu harten und trockenen Stuhl kann außerdem mit Anstrengung und Schmerzen verbunden sein.

Eine mögliche Ursache für harten Stuhlgang kann falsche Ernährung sein. Durch einen hohen Anteil an Fett und Zucker kann der Verdauungsvorgang verlangsamt werden.

Nimmt der Mensch zu wenige Ballaststoffe zu sich wird die Verdauung träge. Durch diese Verlangsamung der Magen-Darm-Tätigkeit in Kombination mit einem Flüssigkeitsmangel entzieht der Körper dem Stuhl zu viel Flüssigkeit und wird hart und trocken.

Harter Stuhlgang kann ebenfalls durch Störungen des Verdauungssystems entstehen. Zu diesen gehören ein Reizdarmsyndrom, Darmverengungen durch Tumore oder Narbengewebe, Darmschwäche oder Kolorektal- bzw. Darmkrebs. Andere Erkrankungen, wie Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes können als Begleiterscheinung harten Stuhlgang auslösen.

Der Gebrauch von Medikamenten kann die Darmtätigkeit beeinflussen und ist eine weitere mögliche Ursache für Verstopfung. Nach oder während einer Behandlung mit Medikamenten, wie Schmerzmitteln, Hustenmitteln, Antidepressiva oder anderen, entsteht bei einigen Patienten nicht selten harter Stuhlgang.

Diagnose und Verlauf

Der harte Stuhlgang wird vom Patienten festgestellt und in den meisten Fällen kein Arzt aufgesucht. Hält das Problem harter Stuhlgang jedoch über mehr als 12 Wochen an, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden, um weitere Komplikationen zu verhindern. Nach Analyse der Beschwerden, wie etwa Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Übelkeit und Beschreibung über Konsistenz und Farbe des Stuhls wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Diese beinhaltet das Abtasten des Bauches, Prüfen von Magen – und Darmgeräuschen und Schmerzlokalisierung. In einigen Fällen wird zudem eine Stuhluntersuchung angeordnet.

Harter Stuhlgang kann unbehandelt von einer akuten zu einer chronischen Verstopfung führen. Durch den harten und trockenen Stuhl können Hämorrhoiden und Risse am Schließmuskel und der Darmwand entstehen. Durch das andauernde starke Pressen bei jedem Toilettengang kann es zu einem Rektalprolaps, Darmvorfall, kommen bei dem ein Teil des Mastdarms nach außen gedrückt wird. Da harter Stuhlgang die Darmwände ständig reizt begünstigt dieser zudem Entzündungen.

Behandlung und Therapie

Harter Stuhlgang im Rahmen einer Verstopfung, akut oder chronisch, kann durch sportliche Betätigung in Kombination mit einer sehr ballaststoffreichen Ernährung behandelt werden. Die Ballaststoffe in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten binden Flüssigkeit im Darm und sorgen durch leichten Druck auf die Darmwand für die Anregung des Stuhlganges.

Möglich ist die Behandlung mit Medikamenten. Diese regen die Darmtätigkeit an und können das Ausscheiden des harten Stuhlganges langfristig erleichtern. Eine eigene Behandlung des harten Stuhlganges sollte nicht stattfinden.

Harter Stuhlgang kann durch den Gebrauch von Abführmitteln zwar ausgeschieden werden, jedoch wird die normale Darmtätigkeit durch diesen Eingriff gestört und kann sich nicht auf natürliche Weise regenerieren.

Resultiert harter Stuhlgang aus einer körperlichen Erkrankung muss in erster Linie diese behandelt werden um der Verdauungsbeschwerde entgegen zu wirken. Hier kann je nach Erkrankung eine medikamentöse Behandlung oder eine Operation in Frage kommen.



Vorbeugung

Harter Stuhlgang kann meist durch kleine Vorbeugemaßnahmen vermieden werden. Neben einer gesunden und ballaststoffreichen Ernährung aktiviert regelmäßige sportliche Betätigung die Darmbewegung. Harter Stuhlgang kann ebenfalls durch unregelmäßige Nahrungsaufnahme entstehen. Durch das Einhalten fester Essenszeiten wird eine normale und regelmäßige Darmtätigkeit gefördert und harter Stuhlgang mit samt den Beschwerden verhindert.

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