Hämorrhagisches Fieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Hämorrhagische Fieber gehören zu den schweren Viruserkrankungen und können von Mensch zu Mensch übertragen werden. Hauptsächlich kommen sie in tropischen und subtropischen Gegenden vor. Die Erkrankung an einem hämorrhagischen Fieber ist für die Betroffenen in der Regel lebensgefährlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hämorrhagisches Fieber?

Hämorrhagie bezeichnet das Austreten von Blut aus den Gefäßen, und hämorrhagisches Fieber ist der Oberbegriff für verschiedene Infektionen, die durch Viren ausgelöst werden und mit Blutungen einher gehen. Daher stammt die Bezeichnung.

Zu den bekanntesten Krankheiten dieser Art zählen das Gelbfieber, das Dengue-Fieber und das Ebola-Fieber. Hämorrhagische Fieber sind hochansteckend und für die Erkrankten meist lebensbedrohlich.

Ursachen

Auslöser eines hämorrhagischen Fiebers sind zumeist Viren. Die Übertragung erfolgt auf verschiedenen Wegen, je nachdem, um welchen Erreger es sich handelt. Viele Viren können durch einen Mückenstich direkt in die Blutbahn gelangen, das gilt für die Erreger des Gelbfiebers und des Dengue-Fiebers. Das Krim-Kongo-Fieber wird durch Zeckenbisse übertragen. Bei Nagetieren und Affen konnten Forscher Viren zum Beispiel des Lassafiebers auch in den Ausscheidungen nachweisen.

Eine Übertragung durch Bisse vom Tier auf den Menschen ist bekannt. Da sowohl die Nager als auch einige Affenarten in manchen der betroffenen Länder verzehrt werden, können die Erreger auch durch nicht ausreichend gegartes Fleisch weiter verbreitet werden. Fledermäuse und Flughunde können ebenfalls Marburg- und Ebola-Viren tragen und bringen die Erreger in die Nahrungskette ein. Zwischen Ansteckung und Ausbruch können zwischen 2 und 21 Tagen vergehen, im Durchschnitt dürfte die Inkubationszeit etwa eine Woche andauern. In dieser Phase kann die Krankheit durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen auf Pflegekräfte oder Angehörige übertragen werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des hämorrhagischen Fiebers:

Die Symptome eines hämorrhagischen Fiebers sind zunächst eher unspezifisch. Meist tritt hohes Fieber auf, dazu kommen heftige Gliederschmerzen, schließlich Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Ein allgemeines schweres Krankheitsgefühl stellt sich ein. Es kommt zu Gerinnungsstörungen des Blutes, dadurch kann es je nach Erreger innere und auch äußere Blutungen geben. Das zeigt sich in blutigem Urin oder Stuhl, aber auch an den Schleimhäuten im Mund und im Genitalbereich sowie in den Augen.

Etwa am fünften Tag treten Hautveränderungen auf, die sich als Symptom am deutlichsten zeigen, je heller die Haut ist. Durch Kapillarblutungen kommt es zu dunkelrot-violetten Hautflecken. Neurologische Erscheinungen wie Lähmungen und Psychosen können im weiteren Verlauf der Krankheit auftreten und zu einem Schock führen. Allgemeines Organversagen, vor allem von Leber und Nieren, führt schließlich häufig zum Tod.

Diagnose

Eine exakte Diagnose des hämorrhagischen Fiebers ist allein anhand der Symptome nicht möglich. Zwar lässt sich erkennen, dass ein Patient an einem hämorrhagischen Fieber erkrankt ist, nicht jedoch, um welchen Erreger es sich dabei im Einzelfall handelt. Um diesen zu bestimmen und damit die Art der Erkrankung zu diagnostizieren, ist eine Blutuntersuchung nötig. Diese kann in Deutschland in darauf spezialisierten Labors durchgeführt werden, dazu gehören das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, das Robert-Koch-Institut in Berlin und das Institut für Virologie an der Universität Marburg. Positive Befunde sind meldepflichtig entsprechend dem Infektionsschutzgesetz.

Behandlung

Eine wirksame Therapie gibt es bei hämorrhagischem Fieber derzeit nicht. Beim Lassa-Fieber wird mit einigem Erfolg Ribavirin verabreicht, das den Verlauf der Krankheit positiv beeinflusst. Ansonsten konnte noch keine medikamentöse Behandlung der Krankheit entwickelt werden. Aufgabe der Ärzte ist es daher, die Symptome zu lindern und lebenswichtige Funktionen zu erhalten.

Daher wird unter anderem der Kreislauf unterstützt, es werden Mittel zur Förderung der Blutgerinnung verabreicht. Schock und Nierenversagen zu verhindern ist eine weitere lebenswichtige Maßnahme. Erkrankte Patienten werden unter Quarantäne gestellt. Im Einzelfall hängt die Prognose über den Verlauf der Krankheit davon ab, welches Virus die Krankheit verursacht hat. Die Prognose beim Dengue-Fieber zum Beispiel ist relativ gut, während beim Ebola-Fieber bis zu 80 Prozent der Erkrankten sterben.

Einen großen Raum im Umgang mit dem hämorrhagischen Fieber nimmt daher die Suche nach einem Impfstoff ein, um ein Ausbreiten der Krankheit zu verhindern. Eine Impfung ist derzeit nur gegen Gelbfieber möglich, andere Impfstoffe befinden sich noch in der Entwicklungsphase. In manchen Ländern wird bei der Einreise aus einem Gelbfiebergebiet einen Impfnachweis verlangt, in Deutschland dürfen nur speziell ausgebildete Ärzte diese Impfung durchführen.

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Vorbeugung

Es gibt keine Möglichkeit, sich zuverlässig gegen hämorrhagisches Fieber zu schützen. Das Risiko, mit einem der Viren in Kontakt zu kommen, muss unbedingt so gering wie möglich gehalten werden. Im Einzelnen hängen Schutzmaßnahmen davon ab, auf welchem Weg das Virus übertragen wird. Ein guter Schutz vor Mücken und Zecken durch körperbedeckende Bekleidung ist empfehlenswert, zusätzlich können starke Insektenschutzmittel verwendet werden.

Gegen Gelbfieber kann eine rechtzeitige Impfung erfolgen. Generell gilt für Reisende in tropische und subtropische Regionen, zum Schutz gegen hämorrhagische Fieber den Kontakt zu Wildtieren zu vermeiden und sich allgemein vor Insekten zu schützen. Absolut wichtig ist es, sehr gründlich auf Hygiene zu achten.

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