Krim-Kongo-Fieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Das Krim-Kongo-Fieber ist eine oft tödlich verlaufende, hochansteckende Viruserkrankung. Sie wird überwiegend durch den Zeckenbiss in betroffenen Gebieten übertragen. Auch eine Ansteckung durch den Kontakt zu infizierten Personen oder Tieren ist möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Krim-Kongo-Fieber?

Das Krim-Kongo-Fieber wird durch Viren verursacht, die in den menschlichen Organismus eintreten, sich dort ansiedeln und vermehren. Das krankheitserregende Virus wurde erstmals 1956 aus menschlichem Blut isoliert in einem Gebiet, das heute Teil der Republik Kongo ist.

Etwa zur gleichen Zeit wurden Krankheitsfälle auf der Halbinsel Krim bekannt. Daher spricht man vom Krim-Kongo-Fieber, obwohl die Krankheit in vielen weiteren Gebieten verbreitet ist. Sie tritt im Nahen Osten auf sowie in weiteren Ländern Asiens und zahlreichen afrikanischen Ländern. Auch im Südosten Europas kommt der Virus vor, unter anderem in Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei.

Ursachen

Das krankheitserregende Virus zählt zu den Bunya-Viren. Diese Viren existieren in grasfressenden Wild- und Haustieren, wie zum Beispiel Schafen, Ziegen, Rindern, Hasen und Kamelen. Auf den Menschen wird das Virus hauptsächlich durch Zeckenbisse übertragen, die sich häufig im Fell der genannten Tiere aufhalten. Sie nehmen das Virus mit dem Blut der Tiere auf und übertragen es dann auf den Menschen.

Meist handelt es sich um sogenannte Hyalomma-Zecken. Sie zeichnen sich durch weiß-braun gestreifte Beine aus. Das Virus kann außerdem durch den direkten Kontakt mit dem Blut oder Fleisch eines erkrankten Tieres übertragen werden, zum Beispiel beim Schlachten. Auch zwischen Menschen kann sich das Virus per Schmierinfektion übertragen, also durch den Kontakt mit infizierten Körpersekreten wie Blut, Speichel, Urin oder Stuhl. Auch eine Tröpfcheninfektion ist möglich. Dabei infizieren sich Personen über das Einatmen erregerhaltiger Luftteilchen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Krim-Kongo-Fiebers:

Die Symptome treten ungefähr drei bis zehn Tage nach der Infizierung mit dem Krankheitserreger auf. Die Inkubationszeit hängt hauptsächlich vom Übertragungsweg ab. Bei einer Übertragung durch den Zeckenbiss treten die Symptome schneller auf als bei der Übertragung von Mensch zu Mensch. Zahlreiche Anzeichen können auf eine Infektion hinweisen. Plötzlich auftretendes Fieber ist häufig das erste Symptom für eine Erkrankung. Es hält über fünf bis zwölf Tage konstant an.

Auch Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Oberbauchschmerzen und vergrößerte Lymphknoten sind typische Krankheitsanzeichen. Auch eine erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Übelkeit und Erbrechen sowie Gesichtsrötungen weisen auf eine Infizierung mit dem Kongo-Krim-Fieber Virus hin. In wenigen Fällen verläuft die Krankheit symptomlos. Nimmt die Krankheit einen hämorrhagischen Verlauf, dann kommt es ab dem dritten Tag nach Krankheitsausbruch zu Bluterbrechen, Hautblutungen und lebensbedrohlichen inneren Blutungen.

Das Virus verhindert in diesem Fall die Blutgerinnung des Erkrankten. Das kann in der zweiten Krankheitswoche durch Nieren-, Leber- oder Kreislaufversagen zum Tode des Patienten führen. Die Letalität, also Sterblichkeitsrate, der Krankheit beträgt zwischen 10 und 50 Prozent. Sie hängt sowohl vom Virusstamm als auch von der medizinischen Versorgung ab. Wenn der Betroffene die zweite Krankheitswoche übersteht, folgt in den meisten Fällen eine sehr langsame Genesung. Diese wird häufig von Komplikationen wie Seh- und Hörschäden, Erschöpfung und Haarverlust begleitet.

Diagnose

Die Krankheit wird über die Identifizierung des krankheitserregenden Virus im Blut des Betroffenen diagnostiziert. Das Virus kann in speziell dafür ausgerichteten Laboren direkt oder indirekt nachgewiesen werden. Der indirekte Nachweis erfolgt über die Identifizierung spezifischer Antikörper gegen das Virus im Blut. Diese können ab dem sechsten Krankheitstag nachgewiesen werden. Der direkte Nachweis des Virus erfolgt über die PCR Methode. Aufgrund der Übertragungsart durch den Zeckenbiss wird die Krankheit manchmal mit anderen, auf dieselbe Art übertragenen Infektionskrankheiten verwechselt.

Behandlung

Eine frühe Behandlung des Krim-Kongo-Fiebers wirkt sich positiv auf die Therapie aus und ist auch aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr erstrebenswert. Eine spezifische Therapie zur Behandlung des Krim-Kongo-Fiebers existiert nicht. Die Behandlung erfolgt daher vorwiegend symptomatisch. Das heißt, die Beschwerden werden mit schmerzstillenden und fiebersenkenden Medikamenten gelindert. Sie zielt vor allem darauf ab, die Vitalfunktionen des Organismus zu sichern.

Aufgrund der Ansteckungsgefahr werden erkrankte Personen zunächst auf einer Isolierstation behandelt. Zur spezifischen antiviralen Therapie wird manchmal wie bei anderen hämorrhagischen Fiebern das Medikament Ribavirin eingesetzt. Es hat eine gewisse Wirksamkeit in der Virenbekämpfung gezeigt. Die Wirksamkeit muss allerdings noch genauer untersucht werden und ist gegenwärtig noch nicht abschließend beurteilbar.

Das Medikament wirkt außerdem nur in der frühen Phase des Krankheitsverlaufs. Das Behandeln und Pflegen von Patienten mit Blutungen ist äußerst kompliziert und erfordert umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen und medizinische Kenntnisse. Es überwiegen bei der Krankheit allerdings milde Verlaufsformen. Von fünf mit dem Virus infizierten Personen muss nur eine behandelt werden.

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Vorbeugung

Derzeit gibt es noch keine Impfung, die vor dem Krim-Kongo-Fieber schützt. Zum Schutz vor Zeckenbissen empfiehlt sich das Tragen langer, heller Hosen und langärmliger Oberteile. Hautstellen, die nicht von der Kleidung bedeckt werden, sollten mit Insektenschutzmittel eingerieben werden. Der Körper sollte möglichst regelmäßig nach Zecken abgesucht werden.

Wird eine Zecke entdeckt, muss diese umgehend entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Wer sich nach einem Zeckenbiss krank fühlt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Vor allem in ländlichen Gebieten, in denen es viele grasfressende Nutztiere gibt, sollten entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Die typischen Tourismusgebiete am Meer sind nur selten betroffen.

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