Gelbfieber

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. August 2017
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Gelbfieber wird durch Stechmücken übertragen und tritt vorwiegend in West- und Zentralafrika sowie im nördlichen Südamerika auf. Obwohl die Überträgermücke auch in subtropischen Gebieten Asiens beheimatet ist, verzeichnet man in dieser Gegend praktisch keine Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gelbfieber?

Beim Gelbfieber handelt es sich um eine tropische Viruserkrankung. Ausgelöst wird sie durch sogenannte Flaviviren, die nach dem Gelbfiebervirus benannt wurden. Flavus bedeutet gelb.

Beim schweren Verlauf der Krankheit kommt es in der toxischen Phase zum Erbrechen von Blut, das durch die Organschädigung beinahe schwarz ist. Deshalb ist es auch unter dem Namen "Schwarzes Erbrechen" bekannt.

Ursachen

In den tropischen Regionen Afrikas südlich der Sahara sind Affen Träger des Virus, welcher das Gelbfieber auslöst. Durch die Stiche der Aedas-Mücke überträgt sich das Virus auf den Menschen. Im Gegensatz zur Malariamücke sind sie ganztägig aktiv, weshalb Moskitonetze nur bedingten Schutz bieten. In den tropischen Regionen Südamerikas zählen auch Nage- und Beuteltiere zu den Überträgertieren.

In städtischen Gebieten sind auf beiden Kontinenten Übertragungen von Mensch zu Mensch möglich. Unbedingt vermeiden sollte man den Kontakt mit Tieren. Bei Kratz- oder Bissverletzungen überträgt sich der Erreger direkt. 2008 kam es in einigen Ländern Südamerikas, die vorher selten von Gelbfieber betroffen waren, zu einer Epidemie. Um eine zukünftige Ausbreitung zu vermeiden, ist eine Impfung bei der Einreise nun verpflichtend.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Gelbfiebers:

Bei Einheimischen der betroffenen Gebiete verläuft das Gelbfieber unspektakulär. Bei der leichten Form des Gelbfiebers treten häufig gar keine Symptome auf. Dadurch schätzt die WHO, dass die Infektionsrate um ein Vielfaches höher ist, als dokumentiert. Nach etwa drei bis sechs Tagen Inkubationszeit treten die ersten Schübe von hohem Fieber und gleichzeitigem Schüttelfrost auf.

Gleichzeitig klagen Erkrankte über starke Kopf- und Muskelschmerzen. Übelkeit und Erbrechen sind ebenso häufige Symptome bei Gelbfieber. Nach einigen Tagen gehen die Symptome zurück und die Erkrankten verspüren ein großes Schlafbedürfnis. Tritt dieses Stadium ein, beginnt die Genesung. Bei einem Fünftel der mit Gelbfieber Infizierten tritt einen Tag nach der ersten Besserung erneut hohes Fieber auf. Hierbei handelt es sich um das toxische Stadium, in dem es zu einer erhöhten Blutungsneigung kommt.

Neben dem Erbrechen von Blut, das sich mit der Magensäure verbindet und eine dunkelbraune bis schwarze Färbung annimmt, kommt es auch zu blutigen Durchfällen. Die eingeschränkte Leberfunktion verursacht auch die Gelbfärbung der Haut. Meist ist auch das Zentralnervensystem betroffen, was sich an Störungen des Bewegungsapparates und Sprachschwierigkeiten bemerkbar macht. Nach etwa ein bis zwei Wochen sterben die Betroffenen an Nieren- und Leberversagen. Die Hälfte aller Infektionen mit toxischer Phase verlaufen tödlich.

Diagnose

In erster Linie erkennen Mediziner in den Gelbfiebergebieten anhand der eindeutigen Symptome das Gelbfieber alleine deshalb. Anders sieht die Diagnose in den westlichen Breitengebieten aus. Hier spielt die Auskunft der Erkrankten über Aufenthalte in Risikogebieten eine wesentliche Rolle.

Treten die typischen Symptome nach der Rückkehr auf, sollte der behandelnde Arzt darüber informiert werden. Für eine treffsichere Diagnose und der häufigen Verwechslung mit anderen Infektionskrankheiten, ist eine Blutuntersuchung sowie biochemische Tests erforderlich. Beim Gelbfieber handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung und sind auch die Ergebnisse der serologischen Untersuchung zu übermitteln.

Komplikationen

Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt, breitet sie sich im Organismus weiter aus. In schweren Fällen kann sie bis ins Gehirn vordringen und dort zu einer Gehirnhautentzündung führen. Diese richtet irreparable Schäden des Hirngewebes an und kann zu komatösen Zuständen sowie lebenslangen Beeinträchtigungen führen. Beim Gelbfieber tritt ein multiples Organversagen auf. Die Leber und die Nieren sind davon betroffen. Werden keine frühzeitigen Behandlungsmaßnahmen ergriffen, kann die Erkrankung einen tödlichen Verlauf einnehmen. Starke innere Blutungen treten auf, die eine Lebensgefahr verursachen. Das Herz und der Herzmuskel sind einer intensiven Belastung ausgesetzt. Das kann zum Herzversagen führen und das Herz-Kreislauf-System bricht zusammen.

Überlebt der Betroffene diese Situation ist mit lebenslangen Beeinträchtigungen zu rechnen. Lähmungen und Taubheitsgefühle treten auf. Darüber hinaus entstehen starke Ängste und eine emotionale Belastung ist gegeben. Das Ausbrechen einer psychischen Störung ist durch diese Gegebenheiten massiv begünstigt. Depressionen, Apathie oder eine soziale Isolation können neben Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen auftreten. Viele Betroffene leiden bei einer Gelbfiebererkrankung unter Symptomen wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder einer allgemeinen Schwäche. Dies kann zu Fehleinschätzungen führen, da sich die Beschwerden einer Grippe stark ähneln. Bauchschmerzen und ein Appetitverlust treten ebenfalls auf und unterstützen den falschen Verdacht.

Behandlung und Therapie

Beim Gelbfieber können nur die Symptome, nicht aber der Auslöser behandelt werden. Viren besitzen keinen eigenen Stoffwechsel. Zwar können sie sich dadurch eigenständig auch nicht vermehren, aber genauso wenig therapeutisch bekämpft werden. Bei leichten Krankheitsverläufen ist größtmögliche Schonung und Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes ausreichend. Treten allerdings schwere Symptome auf, ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich.

Besonders Augenmerk wird dabei auf die Leber gerichtet, um die Folgen der Gelbfieberhepatitis zu mildern. Selbst wenn das Gelbfieber geheilt werden kann, bleibt die Hepatitis lebensbedrohlich und führt zu Folgeerkrankungen. Ständig überwacht wird auch der Gerinnungsfaktor, damit die spontan auftretenden Blutungen nicht so stark ausfallen. Die Behandlung der Begleiterscheinungen trägt dazu bei, dass sich das körpereigene Immunsystem wieder erholt und die Viren abtötet.

Das Ziel der Behandlung von Gelbfieber ist die Vermeidung von Komplikationen. In erster Linie versucht man, neben schweren Leberschäden Magenblutungen und eine Ausbreitung auf das Gehirn zu vermeiden. Mehr ist trotz intensiver Forschung noch nicht möglich. Zusätzlich werden die erkrankten Personen isoliert. Dies ist wichtig, damit es zu keinen Mückenstichen und somit zu einer weiteren Übertragung kommt. Um einer Epidemie vorzubeugen, impft man nach einem gehäuften Auftreten durch. Übersteht man eine Infektion mit Gelbfieber, ist der Körper lebenslang immun.



Vorbeugung

Eine Impfung gegen Gelbfieber bietet 100 Przent Schutz und hält nach internationalem Impfpass für zehn Jahre. Vermutlich dürfte in diesem Zusammenhang die Immunisierung jedoch länger anhalten.

Im Gegensatz zu anderen Impfungen ist die vollständige Immunisierung bereits nach wenigen Tagen gegeben. Aufgrund der Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen dürfen die Injektionen nur diejenigen Stellen verabreichen, die von der WHO dafür zertifiziert wurden. In der Regel sind dies die Tropeninstitute und Mediziner mit entsprechender Aus- und Weiterbildung.

Bücher über Tropenkrankheiten

Quellen

  • Payk, T.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Dilling, H. & Freyberger, H.J.: Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen, Huber Verlag, 6. Auflage 2012
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Bergner, T. M. H.: Burnout-Prävention. Schattauer, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Tölle, R., Windgassen, K.: Psychiatrie. Springer, Berlin 2014

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