Geschwollene Gelenke

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Geschwollene Gelenke sind Schwellungen der Gelenke, die meist in Folge einer Verletzung oder Entzündung auftreten. Sie lassen sich gut therapieren und unter Umständen auch vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Gelenke?

Unter geschwollenen Gelenken versteht man Schwellungen an den Gelenken. Sie können am Knie, am Knöchel oder in den Fingern auftreten und sind meist die Folge einer Verletzung oder Infektion. Meist geht die Gelenkschwellung mit Symptomen wie geröteter Haut, starker Wärme im Bereich um die Schwellung und einem Druckgefühl einher. Grundsätzlich können alle Teile eines Gelenks anschwellen. Also die Knochenenden, der Gelenkknorpel, die Gelenkkapsel, die Gelenkflüssigkeit sowie Sehnen und Bänder. All diese Teile sind im Alltag starken Belastungen ausgesetzt und dementsprechend anfällig für Schwellungen.

Ursachen

Eine Gelenkschwellung kann unterschiedlichste Ursachen haben. So tritt sie etwa in Folge einer Gelenkverletzung bei einem Sturz oder einem Unfall auf. Dann bildet sich ein Erguss im Gelenk, welcher dazu führt, dass der geschädigte Teil anschwillt und schmerzt. Auch eine dauerhafte Überlastung kann zu geschwollenen Gelenken führen. Mediziner sprechen hier von einer degenerativen Gelenkerkrankung, welche für Betroffene mit einer Arthrose einhergeht und im Verlauf der Erkrankung zu einer Schwellung erwähnter Gelenkteile führt.

Darüber hinaus können auch Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien zu Schwellungen führen. Ist das der Fall, kommt es meist auch zu einer Arthritis, die weitere Symptome mit sich bringt. Mögliche Erkrankungen, die geschwollene Gelenke verursachen, sind die Lyme-Arthritis, welche bei Borreliose auftritt, die reaktive Arthritis, welche nach Harnwegsinfektionen auftritt und die Gelenkentzündung, welche bei Syphilis auftritt.

Geschwollene Gelenke können davon ab noch durch viele weitere Ursachen entstehen. So lösen Krankheiten wie Schuppenflechte oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ebenfalls Schwellungen aus. Die genaue Ursache lässt sich in beiden Fällen nur schwer klären, wobei Experten davon ausgehen, dass das Abwehrsystem des Organismus sich gegen das eigene Gelenkgewebe richtet. Autoimmunkrankheiten dieser Art sind nur schwer zu behandeln.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Eine Schwellung der Gelenke kann von den Betroffenen selbst diagnostiziert werden. Die genaue Ursache muss der Arzt mit Hilfe unterschiedlicher Untersuchungen ermitteln. Zunächst wird jedoch eine Anamnese durchgeführt, innerhalb welcher der Hausarzt oder der Orthopäde zunächst einige Fragen klärt. Neben dem Beginn der Gelenkschwellung ist es auch notwendig, zusätzliche Beschwerden wie etwa Fieber oder Magen-Darm-Erkrankungen zu ermitteln.

Daneben wird die bisherige Krankengeschichte aufgearbeitet. Im Anschluss an die Anamnese untersucht der Arzt das geschwollene Gelenk und überprüft, ob und wo genau Schmerzen auftreten, ob sich das Gelenk oder der Bereich darum herum warm anfühlt und ob die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Auch ein Gelenkerguss lässt sich oft durch reines Tasten ermitteln.

Bewegungstests helfen, den geschwollenen Bereich einzugrenzen. Oft ist es so auch möglich, gerissene Kreuzbänder zu ertasten und Beschädigungen an den Knorpeln zu erkennen. Gelingt dies nicht, sind weitere Maßnahmen notwendig. So unter anderem eine MRT, eine Röntgenaufnahme des Gelenks, eine Gelenkspiegelung, eine Gelenkpunktion und eine Blutuntersuchung.

Behandlung und Therapie

Geschwollene Gelenke werden nach der Diagnose spezifisch behandelt. Dabei gilt es, die Beschwerden zu lindern und die Ursachen zu beheben. Dies gelingt bei einer Gelenkentzündung, indem das Gelenk geschont und gekühlt wird. Schmerzmittel wie Diclofenac helfen, die Entzündung zu hemmen. Auch Kortison oder örtliche Betäubungsmittel können gespritzt werden. Sie werden meist direkt in das Gelenk injiziert, um die Schmerzen zu lindern. Daneben kommen auch orthopädische Hilfsmittel wie Bandagen oder Gehhilfen zum Einsatz.

Geschwollene Gelenke in Folge eines Gelenkergusses lassen sich behandeln, indem die Gelenkflüssigkeit mit Hilfe einer Nadel abgesaugt wird. Bei dieser so genannten Gelenkpunktion wird Druck vom Gelenk genommen, wodurch dieses entlastet wird. Zudem kann die entnommene Flüssigkeit genutzt werden, um Krankheitserreger nachzuweisen. Liegt den geschwollenen Gelenken ein Gelenkverschleiß zugrunde, ist eine direkte Behandlung meist nicht möglich.

Erfolge lassen sich durch gelenkschonende Sportarten wie Radfahren und Schwimmen und orthopädische Maßnahmen erzielen. Auch Krankengymnastik sowie Muskeltraining eignen sich, um die Schwellung zu bekämpfen. Zuletzt kann es auch notwendig sein, die Gelenkschwellung operativ zu behandeln. Dabei werden je nach Ursache beispielsweise gerissene Bänder genäht, Fehlstellungen korrigiert oder Injektionen verabreicht. Durch die Gelenkspiegelung ist es heutzutage möglich, größere chirurgische Eingriffe zu vermeiden.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung von geschwollenen Gelenken ist sehr spezifisch. Grundsätzlich ist es sinnvoll, Überlastungen im Alltag zu vermeiden, um einen Verschleiß der Gelenke zu verhindern. Darüber hinaus sollten erwähnte Ursachen frühzeitig behandelt werden, um zu verhindern, dass es im Verlauf der Erkrankung zu Folgeerkrankungen und damit auch zu Gelenkschwellungen kommt.

Darüber hinaus können viele Behandlungsmethoden auch zur Vorbeugung genutzt werden. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol schont die Gelenke und den gesamten Organismus. Dadurch kann dieser sich besser gegen Infektionen verteidigen und ist weniger anfällig für Erkrankungen der Gelenke. Bei einem Sturz ist ein frühzeitiger Arztbesuch in der Regel die beste Vorsorge.

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