Syphilis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Januar 2015
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Die Syphilis oder Lues ist eine sexuell übertragbare hochansteckende Infektionskrankheit, die heutzutage in Europa selten geworden ist. Die Krankheit verläuft in Stadien und äußert sich durch verschiedene Symtome. Eine Impfung gegen Syphilis existiert nicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Syphilis?

Bei Syphilis, auch als Lues oder harter Schanker bezeichnet, handelt es sich um eine chronische Infektionskrankheit, die in drei Stadien verläuft und unbehandelt durchaus tödlich enden kann. Syphilis gehört zu den sexuell-übertragbaren Krankheiten.

Im Mittelalter spielte die Syphilis auch hierzulande als "Franzosenkrankheit" noch eine große Rolle, heutzutage ist die Infektion vor allem unter homosexuellen Männern wieder auf dem Vormarsch.

Ursachen

Verursacher der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum, das über direkten Geschlechtsverkehr, selten auch über Bluttransfusionen oder während der Geburt über die Gebärmutter von der Mutter auf das Kind übertragen werden kann.

Das Treponema-Bakterium kann über kleinste Schädigungen und Verletzungen der Haut (Wunde) aber auch über die Schleimhaut (vaginal, oral, anal) übertragen werden.

Allerdings ist auch eine Übertragung durch Hautkontakt möglich. Dies betrifft insbesondere das hochansteckende Sekret, das aus den Geschwüren austritt.

Nach der Infektion bleibt das Bakterium ohne adäquate Therapie lebenslang im Körper und verursacht dort den typischen Verlauf der syphilitischen Erkrankung.

Symptome und Verlauf

Erfolgt keine Behandlung der Syphilis treten verschiedene Symptome auf, die in vier verschiedenen Krankheitsstadien verlaufen. Frühsyphilis werden die ersten beiden Stadien bezeichnet, während die letzten beiden Stadien als Spätsyphilis benannt werden.

Erstes Krankheitsstadium der Syphilis

Es dauert in etwa zwei bis drei Wochen bis zum Auftreten erster Krankheitssymptome. Zunächst kommt es dann zum sogenannten "harten Schanker" (Ulcus durum), einem schmerzlosen, einzelnen, geröteten und nässenden Geschwür am äußeren Genitale. Dieser Primäraffekt ist hochansteckend und trägt die Schuld an einer möglichen Weiterübertragung der Erkankung. Neben dem harten Schanker finden sich zudem geschwollene Leistenlymphknoten. Der Primäraffekt verschwindet meist nach wenigen Wochen wieder, das Primärstadium der Erkrankung jedoch kann bis zu ein Jahr andauern.

Zweites Krankheitsstadium der Syphilis

Im Sekundärstadium der Syphilis kommt es dann zur Verstreuung der Bakterien über den Blutweg in den gesamten Körper. 2 bis 3 Monate nach der Infektion kann es zu sehr vielfältigen Symptomen kommen. Im Vordergrund stehen oft rötliche Ausschlagserscheinungen der Haut, breite Kondylome, Haarausfall und Plaques auf der Mundschleimhaut.

Des Weiteren ist eine Beteiligung des Auges oder der Leber möglich. Lymphknotenschwellungen am gesamten Körper können dazu auftreten. Das Sekundärstadium dauert bei stark wechselnder oder zeitweilig gar fehlender Symptomatik bis zu 5 Jahre an. In 30% der Fälle kommt es hier auch zu einer spontanen Ausheilung.

Drittes Krankheitsstadium der Syphilis

Die restlichen 70% gehen schließlich in das dritte Stadium der Neurolues über, in welcher auch bis zu 50 Jahre nach der Infektion noch neurologische Symptome in den Vordergrund treten können. Es kommt zu Hirninfarkten, verschiedensten Ausfallerscheinungen, Verlust von Gefühls- und Schmerzempfinden, psychischen und intellektuellen Störungen bis hin zur fortschreitenden Demenz.

Viertes Krankheitsstadium der Syphilis

Im Tertiärstadium der Syphilis findet sich ein Befall von Haut, Knochen und Muskeln mit den typischen "Gummen", die leicht als Tumoren fehlgedeutet werden können. Die Syphilis befällt in diesem Stadium zudem das Herz, führt zu Aussackungen der Aorta mit Blutungsgefahr und Störungen der Herzklappenfunktion.

Diagnose

Zunächst wird durch den Hausarzt die Krankengeschichte erhoben, wobei das Sexualleben des Patienten einen hohen Stellenwert hat. Besteht bei der körperlichen Untersuchung der Verdacht auf eine Syphilis-Infektion, erfolgt die Diagnose durch ausgereifte serologische Untersuchungen.

In den ersten beiden Stadien der Infektion ist ein direkter Erregernachweis möglich. Hierzu wird ein Abstrich von der Mundschleimhaut oder dem Sekret der nässenden Hautveränderung genommen und unter dem Mikroskop (im Dunkelfeld) auf Syphilis-Erreger untersucht. Ist das Ergebnis positiv, gilt die Diagnose als gesichert.

Zusätzlich wird durch einen Bluttest überprüft, ob das Immunsystem bereits Antikörper (Abwehrstoffe) gegen den Krankheitserreger gebildet hat. Der Test auf unspezifische Antikörper fällt ungefähr ab der dritten Woche nach Infektion positiv aus. Allerdings hinterlassen auch lange ausgeheilte Infektionen Antikörper und so wird bei positivem oder zweifelhaftem Ausfall die Serumprobe noch durch einen Syphilis-Bestätigungstest (z.B. FTA-ABS, IgG-FTA-ABS, IgGWestern Blot oder der IgG-ELISA) untersucht. Als serologisch gesichert gilt die Diagnose, wenn sowohl die Suchreaktion als auch der Bestätigungstest positiv sind.

Ob das zentrale Nervensystem bereits befallen ist, zeigt eine Untersuchung des Nervenwassers (Liquor). Hierzu wird unter örtlicher Betäubung mit einer feinen Nadel Liquor aus dem Rückenmarkskanal entnommen und auf Entzündungszeichen und Antikörper auf den Erreger untersucht.

Bei einer Syphilis-Erkrankung sollten immer auch weitere Geschlechtskrankheiten ausgeschlossen werden und ein Aids-Test wird dringend empfohlen.

Behandlung und Therapie

Die rechtzeitige Erkennung einer Syphiliserkrankung ist in zweierlei Hinsicht sehr wichtig. Erstens sollte eine weitere Ausbreitung der Erkrankung im oftmals unerkannten Stadium des Primäraffektes möglichst verhindert werden, zweitens bestehen anfangs die besten Heilungschancen.

Bei nachgewiesener Syphilis erfolgt eine medikamentöse Behandlung mit Penicillininjektionen, in späteren Stadien muss die Dosis eventuell erhöht werden, die antibiotische Therapie bleibt jedoch dieselbe.

Bei Sexualkontakten innerhalb eines Zeitraumes von 90 Tagen vor dem Zeitpunkt der Diagnosestellung sollte immer eine prophylaktische Mitbehandlung des Partners erfolgen. Der Therapieerfolg muss mittels Blutentnahmen sowie anhand des äußeren Erscheinungsbildes und technischer Untersuchungen engmaschig kontrolliert werden.

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Vorbeugung

Wie bei allen anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen kann auch hier nur zur Benutzung von Kondomen geraten werden. Dies ist insbesondere bei wechselnden Geschlechtspartnern bedeutend. Allerdings lässt sich eine Syphilisinfektion nicht mit Kondomen sicher ausschließen. Bei Geschwüren im Bereich des Mundraumes kann sich die Syphilis ebenso durch Küssen bzw. Berührungen übertragen. Zudem ist es wichtig, dass heutzutage alle Schwangeren auf Syphilis untersucht werden (Screening), um eine mögliche Übertragung auf das Neugeborene mit den hier sehr schweren Folgen zu verhindern.

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