Gefühlsstörungen in den Zehen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. November 2016
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Auftretende Gefühlsstörungen in den Zehen werden als unangenehm empfunden und bereiten bei wiederholtem oder intensivem Auftreten Sorgen aufgrund der ungeklärten Ursache. Missempfindungen in den Zehen können sich als Kribbeln oder Brennen anfühlen oder als seien die Zehen eingeschlafen. Die Beschwerden können sich auch als Taubheitsgefühl darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gefühlsstörungen in den Zehen?

Sensibilitässtörungen in den Zehen können zeitweise oder dauerhaft auftreten und auch mit Schmerzen verbunden sein. Dabei werden vielfach Reize wie Berührungen oder Temperatur nicht mehr vollständig wahrgenommen. Kribbeln in den Zehen ist eine Empfindung an der Körperoberfläche, die durch die Nervenendigungen der Haut ohne einen äußeren Reiz wahrgenommen und über die Nervenbahnen zum Gehirn transportiert wird.

Zehen, die sich wie eingeschlafen oder örtlich betäubt anfühlen, zeigen ebenso eine Gefühlsstörung, die beachtet werden sollte. Außerdem zählt ein ungewöhnliches, unerklärliches Empfinden in den Zehen von Wärme oder Kälte als Sensibilitätsstörung. Als besonders störend empfundene Taubheitsgefühle können auch mit einer funktionalen Einschränkung der Zehen verbunden sein. Taubheitssymptome im Bereich der Zehen sollten als Alarmsignal verstanden werden und durch nähere Untersuchungen zu einer zeitnahen Diagnose führen.

Ursachen

Die Ursachen von Gefühlsstörungen in den Zehen können harmloser Natur mit vorübergehendem Charakter sein, ähnlich wie bei kalten Händen nach einem Winterspaziergang, die plötzlich erwärmt werden. Häufige oder intensive Gefühlsstörungen in den Zehen können aber auch Symptome für eine Erkrankung sein und müssen daher erst genommen und ursachenbezogen geklärt werden. Dabei können die Ursachen vielfältig sein. Auslöser für Gefühlsstörungen in den Zehen kann eine Diabetes-Erkrankung sein. Dabei können gesundheitsschädliche Zuckerabbauprodukte zu einer Arteriosklerose und damit zu Schädigung der Gefäßwände führen.

Die Verschlechterung der Zufuhr von Nährstoffen und Sauerstoff in den Nervenzellen der betroffenen Zehen führt zum dargestellten Beschwerdebild. Neben den möglichen Störungen in den Blutgefäßen können die Missempfindungen in den Zehen auch über unterschiedliche Nervenbahnen ausgelöst werden. Über die Empfindungsnerven des peripheren Nervensystems werden Sensibilitätsstörungen bei einer vorhandenen Polyneuropathie (Erkrankung des peripheren Nervensystems) weitergeleitet. Je nach betroffenem Nervenfasertyp können dadurch auch die Zehen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Eine weitere mögliche Entstehungsursache für Gefühlsstörungen in den Zehen kann eine Fußfehlstellung/ein seitliches Abkippen des Fußes oder auch ein Bandscheibenvorfall sein. Hierdurch können Nerven und Blutbahnen eingeklemmt werden, die zu Gefühlsveränderungen in den Zehen führen. Gefühlsstörungen in den Zehen kommen ebenfalls als erste Symptome für eine Erkrankung an multipler Sklerose in Betracht. Sogar psychische Störungen können ein ähnliches Beschwerdebild in den Zehen verursachen. Ebenso können Taubheitsgefühle auf die Ursache von Nährstoffdefiziten und Stoffwechselstörungen hindeuten.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Ursache von Gefühlsstörungen in den Zehen kann oftmals nur durch eine genaue Diagnose erkannt werden. Dabei kommt der allgemeine Gesundheitszustand wie bestehende Erkrankungen, Übergewicht und Ernährung auf den Prüfstand. Eine Blutuntersuchung gibt Auskunft über eine mögliche Erkrankung an Diabetes. Eine Befunderhebung bei einer multiplen Sklerose gestaltet sich dagegen schwieriger und aufwendiger und ist nicht nur mittels Bluttest durchzuführen. Ergänzend müssen neurologische sowie weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Fußfehlstellungen sind durch orthopädische Untersuchungsmethoden feststellbar. Dies gilt auch für einen eventuellen Bandscheibenvorfall. Unter Umständen muss eine Kernspintomografie durchgeführt werden. Eine Ernährungsberatung bietet Auskunft über mögliche Nährstoffmangelerscheinungen aufgrund falscher Ernährung. Ob psychische Gründe als denkbare Ursache infrage kommen, sollte fachärztlich untersucht und bewertet werden. Je nach Ursache können sich im weiteren Verlauf die vorhandenen Gefühlsstörungen im Bereich der Zehen weiter verstärken und zu erheblichen, teilweise irreparablen Schäden führen. Wird Diabetes nicht als Ursache erkannt und behandelt, können über einen längeren Zeitraum folgenschwere Gefäßschäden auftreten. Es sind sogar Amputationen möglich. Unbehandelte Gefühlsstörungen in den Zehen durch Bandscheibenvorfälle und Fußfehlstellungen können schmerzhafte funktionale Ausfälle verursachen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Gefühlsstörungen in den Zehen richtet sich nach der festgestellten Ursache. Bei der Ursache Diabetes sind spezielle Medikamente zur Diabetesbehandlung unverzichtbar. Die Bekämpfung der Grundkrankheit zählt als maßgeblicher Therapiebaustein. Darüber hinaus bietet sich die Einnahme durchblutungsfördernder Arzneimittel an. Die Durchblutung im Bereich der Zehen kann darüber hinaus auch durch physikalische Maßnahmen wie Fahrrad fahren verbessert werden.

Zur Beschwerdelinderung kann auch eine Fußreflexzonenbehandlung beitragen. Besteht der Grund der Sensibilitätsstörungen in den Zehen in einer falschen, nährstoffarmen Ernährung, ist dieses Defizit in Absprache mit einem Arzt oder einer Ernährungsberatung zu beseitigen. Zum Beginn der Ernährungsumstellung sind gezielte Nahrungsergänzungsmittel zur schnelleren Herbeiführung eines ausgewogenen Nährstoffhaushaltes sinnvoll.

Oftmals wirkt sich Übergewicht auf den Zehenbereich aus, sodass auch eine Gewichtsreduzierung durchgeführt werden sollte. Außerdem sollten Genussmittel wie Tabak und Alkohol möglichst eingeschränkt werden. Bei einer dauerhaften Medikamenteneinnahme ist zu prüfen, ob Taubheitsgefühle als Nebenwirkung entstehen können. Die Gewichtsbelastung der Füße sollte möglichst ausgewogen erfolgen. Eine Therapie aufgrund von Fußfehlstellungen und dem seitlichen Abkippen des Fußes kann mittels spezieller Schuheinlagen sowie Veränderungen des Abrollverhaltens beim Gehen und Laufen erfolgreich sein.

Außerdem sollten passende Schuhe und rutschfeste, nicht zu enge Socken getragen werden. Falsche Sitzhaltungen am Arbeitsplatz oder in der Freizeit können Taubheitsgefühle auslösen und müssen daher verändert werden. Vor allem sollten die Beine während des Sitzens nicht übereinander liegen und die Unterschenkel nicht über längere Zeit nach hinten positioniert werden. Ansonsten sind starke Beeinträchtigungen der Durchblutung die Folge. Sind psychische Störungen für die Missempfindungen in den Zehen verantwortlich, sollten in Abstimmung mit einem Facharzt therapeutische Maßnahmen zur Ursachenbeseitigung erfolgen.

Zur Verhinderung einiger Entstehungsursachen von Gefühlsstörungen in den Zehen sind Maßnahmen zur Vorbeugung möglich. Dazu zählt eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung sowie ausreichende Bewegung. Regelmäßiger Sport trägt in Verbindung mit dem Verzicht auf Nikotin auf jeden Fall zur Vorbeugung von Durchblutungsstörungen und zur Stabilisierung des Nervensystems bei. Vielfach kann dadurch Übergewicht und damit eine zu starke Belastung für die Füße vermieden werden.

Falsche Ernährung und Übergewicht sind häufig auch für das Entstehen einer Diabetes verantwortlich. Eine gesunde Ernährung kann somit auch dieses Risiko für eine Entwicklung von Beschwerden in den Zehen verringern. Wer auf ein natürliches Abrollverhalten des Fußes achtet und passende, wirksam dämpfende Schuhe verwendet, kann die Gefahr von Gefühlsstörungen in den Zehen reduzieren. Psychische Erkrankungen können durch die Vermeidung von Alltagsstress, Entspannungsübungen, soziale Kontakte und stimmungsaufhellende Naturprodukte verhindert werden. Entspannungsübungen, soziale Kontakte sowie stimmungsaufhellende Naturprodukte können der Entwicklung psychischer Erkrankung entgegenwirken.



Vorbeugung

Gefühlsstörungen in den Zehen können Signale für eine möglicherweise ernsthafte Erkrankung sein und müssen daher bei häufigerem Auftreten ärztlich untersucht werden. In vielen Fällen sind die Symptome jedoch harmloser, vorübergehender Natur. Durch eigenes Verhalten können Beschwerden zum Teil verhindert werden.

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