Kribbeln in den Beinen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. Juni 2015
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Das Missempfinden, welches ein fortdauerndes Kribbeln in den Beinen verursacht, kennt wahrscheinlich jeder. Eingeschlafene Beine, die durch eine unvorteilhafte Sitzposition verursacht werden, sind eine vergleichsweise harmlose Variante. Ist die Ursache, die Sauerstoffunterversorgung der Nerven, durch Änderung der Position behoben, verschwindet das Kribbeln in diesem Fall recht schnell. Doch hinter dem Kribbeln in den Beinen können auch schwerwiegendere Gründe stecken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kribbeln in den Beinen?

Das Kribbeln in den Beinen gehört zu den Sensibilitätsstörungen bzw. Gefühls- oder Empfindungsstörungen. Kribbeln ist eine die Körperoberfläche betreffende Empfindung. Das Gefühl, das unangenehm bis schmerzhaft sein kann, wird mittels sensibler Nerven respektive in der Haut befindlicher Nervenendigungen vermittelt und über zugehörige Nervenbahnen bis zum Gehirn weitergeleitet.

Somit spielen beim Kribbeln in den Beinen verstärkte Nervenaktivitäten eine entscheidende Rolle. Ein direkter äußerer Reiz ist dabei in den meisten Fällen nicht erkennbar.

Ursachen

Es gibt eine ganze Reihe von Ursachen für Kribbeln in den Beinen. Neben den erwähnten "eingeschlafenen" Beinen können auch Druckschädigungen sowie Entzündungen des Rückenmarks oder des Gehirns, ein Raucherbein, ein Schlaganfall oder auch Multiple Sklerose ursächlich für ein Kribbeln in den Beinen sein. Deshalb sollte bei einem anhaltenden Kribbeln in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn das Gefühl nur ein Bein betrifft, könnte ein Bandscheibenvorfall dahinter stecken, der zumeist auch sehr schmerzhaft ist. Kribbeln in beiden Füßen kann auf sogenannte Polyneuropathien, Erkrankungen der langen Nervenbahnen, hindeuten. Bei diesen ist die Leitfähigkeit der Nerven soweit gemindert, dass sie an die Muskeln nur noch schwache Befehle weitergeben können.

Auch das Schmerzempfinden ist weniger ausgeprägt. Häufig sind ältere Menschen von Polyneuropathien betroffen, jedoch können auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder Alkoholsucht die Auslöser dafür sein.

Treten zusätzlich zum Kribbeln in den Beinen noch andere Symptome, z. B. Schwindel, Sehstörungen oder Gehstörungen auf, kann dies auf Multiple Sklerose hindeuten. Da bei dieser Krankheit die Gefühlsstörungen sehr unterschiedlich sind, ist es wichtig, sämtliche Anzeichen detailliert einem Neurologen zu schildern und sich umfassend untersuchen zu lassen.

Auch eine Erbkrankheit, die sogenannte tomakulöse Neuropathie, kommt als Ursache für das Kribbeln in den Beinen infrage. Die Nerven sind bei dieser Krankheit extrem anfällig für Druckstellen. Diese hinterlassen, wenn sie einmal da sind, Quetschungen, welche langfristige Schäden verursachen können.

Tritt das Kribbeln in den Beinen häufig nachts auf, dann könnte das Restless Legs-Syndrom vorliegen. Die davon Betroffenen spüren besonders bei körperlicher Ruhe den Drang, die Beine zu bewegen und erlangen auch nur dadurch Linderung. Ärzte sind der Überzeugung, dass die Einnahme starker Medikamente oder ein Eisenmangel verantwortlich für die Restless-Legs sind, jedoch können diese auch Vorboten einer Parkinson-Erkrankung sein.

Typische Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei Sensibilitätsstörungen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Dieser kann die Beschwerden enger eingrenzen und mittels verschiedener Tests die Wahrnehmung von Wärme- und Kältereizen, Berührung oder Druck prüfen. Durch die Kontrolle des Vibrationsempfindens kann er beispielsweise Taubheitsgefühle an den Füßen beurteilen, um bei einem vorliegenden Diabetes mögliche Folgeschäden abzuklären.

Das Kribbeln in den Beinen als alleiniges Symptom ist oft zu ungenügend, um die genaue Ursache dafür festzustellen. Daher können gleichzeitig auftretende Beschwerden wie Hautverfärbungen, Schmerzen, Krämpfe und Bewegungsstörungen bei der Diagnosefindung helfen. Es ist auch von nicht geringer Bedeutung, zu welchen Zeiten und in welchen speziellen Situationen die Missempfindungen und deren eventuelle Begleitsymptome auftreten. Entsprechend der Verdachtsdiagnose wird der Hausarzt eine Überweisung zu einem Facharzt wie einem Neurologen, Internisten, Hautarzt oder Orthopäden ausstellen.

Behandlung und Vorbeugung

Die Behandlung von Kribbeln in den Beinen richtet sich jeweils nach dem vorliegenden Krankheitsbild. Heilung bzw. Linderung der Grunderkrankung stehen dabei im Vordergrund. Viele der ursächlichen Erkrankungen können mit Medikamenten behandelt werden. Ist eine Tumorerkrankung oder ein Bandscheibenvorfall Auslöser des Kribbelns in den Beinen, kann ein operativer Eingriff notwendig sein.

Da auch Medikamente als Nebenwirkung das Kribbeln auslösen können, ist durch den Arzt zu prüfen, ob durch die Umstellung auf ein anderes Präparat dieses Missempfinden vermieden werden kann. Ohne Anweisung des Arztes sollte kein Medikament einfach abgesetzt werden.

Durchblutungsstörungen, die als Hauptursache für das Kribbeln in den Beinen gelten, kann vor allem durch körperliche Bewegung und Verzicht auf Nikotin entgegengewirkt werden.

Haltungstraining und Sport helfen dabei, die Arm- und Beinmuskeln, die Rückenmuskulatur und den gesamten Körper zu stärken und wirken sich auch positiv auf die Nervensysteme aus. Die verbesserte Durchblutung kommt dem Herz und dem Gehirn zugute.

Diabetikern wird geraten, ihren Blutzuckerspiegel im normalen Bereich zu halten, um Gefäß- und Nervenschäden vorzubeugen. Ein gezieltes Bewegungstraining ist, auch bei schon eingetretenen Nervenerkrankungen, ein wichtiger Teil der Behandlung. Auch eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von Stress und psychischen Belastungen können dabei helfen, das unangenehme Kribbeln in den Beinen zu vermeiden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Marlis kommentierte am 18.09.2015 um 18:29 Uhr

Mein Vater, 70 Jahre, ist schon lange an Parkinson erkrankt.Ich habe Angst, dass ich die Erkrankung geerbt habe. Ich bin 51 Jahre alt und habe Schweißausbrüche und öfters zittern mir die Hände.