Gefäßverengungen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Mai 2017
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Gefäße kommen im Körper von Menschen und Tieren vor. Sie werden unterteilt in Blutgefäße, Lymphgefäße und Transportschläuche für andere Körperflüssigkeiten wie Tränenflüssigkeit und Speichel. Kleine Gefäße werden über Diffusion versorgt, größere Blutgefäße haben eigene kleine Versorgungsgefäße. Diese Gefäße können verengt sein, so kommt es zu Gefäßverengungen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gefäßverengungen?

Blutgefäße (lateinisch Vas sanguineum) oder Blutadern sind röhrenförmige Gebilde. Sie transportieren das Blut vom Herzen bis in die entferntesten Teile des Körpers und zurück. Dabei bilden sie einen geschlossenen Kreislauf. Das Herz als Pumpe hält den Blutfluss in Bewegung. Lymphgefäße sind für den Rücktransport der Gewebsflüssigkeit aus dem Gewebe zuständig und führen sie dem venösen Blutkreislauf wieder zu. Außerdem transportieren sie Fette und Eiweiße.

Sie stellen eigentlich keinen Kreislauf dar sondern sind eine Art "Einbahnstraße. Gefäßverengungen können bei allen Gefäßen vorkommen. Im folgenden wird aber nur auf die Verengungen der Blutgefäße eingegangen. Sowohl die Arterien (Schlagadern) als auch die zum Herzen führenden Venen können Verengungen aufweisen. Verengungen der Arterien sind häufiger und auch gefährlicher, weil sie einem höheren Druck ausgesetzt sind. Krankhafte Verengungen der Arterien werden Arteriosklerose genannt. In Europa ist diese Krankheit immer noch die häufigste Todesursache.

Ursachen

  Die häufigste Ursache von Verengungen der Arterien ist die fortschreitende Verkalkung. Kalk aber auch Fett und Cholesterin sowie Blutplättchen und Teile von Bindegewebe lagern sich an den Gefäßwänden ab und lassen sie immer enger und schlechter durchlässig werden. Außerdem werden die Gefäßwände immer weniger elastisch und im schlimmsten Fall können sie durch ein Blutgerinsel völlig verschlossen werden. Je nachdem, wo der Verschluss liegt, drohen nun Herzinfarkt, Schlaganfall, Embolien oder die Amputation von Gliedmaßen. Es kann auch zum plötzlichen Herztod kommen.

Hundertprozentig klar ist sich die Wissenschaft noch nicht darüber, was im einzelnen die Gefäßveränderungen auslöst. Immerhin ist man sich aber darüber einig, dass sie häufig die Folge von ungesunder Lebensweise ist. Falsche Ernährung, übermäßige Fettzufuhr, Rauchen, zu viel Alkohol, Vitaminmangel, wenig Bewegung aber auch Stress und Hektik können im Laufe der Zeit zu Gefäßveränderungen führen. Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Hormonstörungen und Gicht sind Erkrankungen, die ebenfalls Arteriosklerose auslösen können. Es gibt aber auch eine genetische Komponente. Manche Menschen haben von Kindheit und Jugend an das Risiko, später an einer Arteriosklerose zu erkranken, obwohl sie gesund leben. Darüber hinaus ist die Gefäßverengung auch ein Leiden, welches in höherem Lebensalter natürlicherweise bei sehr vielen Menschen auftritt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Gefäßverengungen:

Eine Arteriosklerose beginnt meistens schleichend und zu Beginn des Prozesses merken Betroffene sie überhaupt nicht. Symptome treten erst auf, wenn die betroffene Arterie schon stark verengt ist. Dann kommt es, je nachdem an welcher Stelle die Verengung liegt, zu unterschiedlichen Symptomen. Sehr viele Menschen leiden unter verengten Arterien in den Beinen. Das liegt daran, dass durch den aufrechten Gang der Weg vom Herzen in die unteren Extremitäten relativ weit und der Blutdruck in den Beinenarterien geringer ist.

Kommt es hier zu einer Mangeldurchblutung, dann ist das erste Warnsignal häufig ein schmerzhaftes Gefühl in der Wadenmuskulatur. Weil sie unterversorgt ist, beginnt es bei längerem Gehen in den Waden zu ziehen. Ärzte und Laien sprechen hier von der "Schaufensterkrankheit". Betroffene müssen öfter stehenbleiben und abwarten, bis die Schmerzattacke abklingt.

Wenn die Beinarterie über 90 Prozent verstopft ist, kann es zu ausgeprägten Schwächegefühl in den Beinen, zu Taubheit und zu unterschiedlichsten Verletzungen kommen. Ein drückender Schuh, ein Anstoßen der Zehen, eine kleine Verletzung bei der Nagelpflege oder der Hornhaut-Entfernung können jetzt gefährlich werden, weil entstehende Wunden durch die Mangeldurchblutung sehr schlecht heilen. Schlimmstenfalls kann es sogar zum Absterben von Gewebe, zu Unterschenkelgeschwüren und ähnlichen kommen.

Manchmal hilft nur noch eine Amputation, um das Leben des Patienten zu retten. Sind Herzkranzgefäße verengt, dann leiden Betroffene zuerst unter einem Engegefühl in der Brust. Dieses Gefühl nimmt bei körperlicher Belastung oder bei Stress zu. Es kommt zu einer Art Anfall, (angina pectoris) und zu Luftmangel. Ist die Durchblutung am Herzen dramatisch schlecht, kann Herzgewebe absterben, es zum Herzinfarkt kommen. Ist die Halsschlagader verengt, entsteht ein Sauerstoffmangel im Gehirn. Das kann zu Schwindelgefühlen, zu Seh-oder Hörstörungen, zu Sprachstörungen, Gedächtnislücken oder Missempfindungen und Lähmungserscheinungen führen. Ist die Schlagader völlig zu, droht ein Schlaganfall oder Hirnschlag. Gibt es starke Ablagerungen in den Nierenarterien, kann das zu schleichenden oder plötzlichem Nierenversagen führen.

Diagnose

Das Gefährliche an Verengungen der Arterien ist die Tatsache, dass sie so lange Zeit symptomlos verlaufen und der Betroffene erst Beschwerden spürt, wenn ein Gefäß schon zu 70 Prozent oder mehr verengt ist. Das dauert manchmal Jahrzehnte. Deshalb sollten Menschen mit erhöhtem Risiko für die Erkrankung (erblich Vorbelastete, Diabetiker, stark Übergewichtige, starke Raucher etc. vorbeugend untersuchen lassen. Mit Ultraschall-Untersuchungen, Angiographie, Herz-Echo, Belastungs-EKG, Computertomographie, Kernspinntomographie und Herzkatheder kann der Arzt Verengungen der Arterien erkennen.

Behandlung und Therapie

Rückgängig machen lässt sich die Arteriosklerose nicht. Man kann nur verhindern, dass sie fortschreitet. Wirksame Medikamente können heute die Risiken für Ablagerungen in den Arterien minimieren. Dazu gehören Blutdruck-Senker ebenso wie Arzneimittel die das schlechte Cholesterin oder die Blutfette senken können.

Auch Beta-Blocker, Antidiuretika, Kalzium-Antagonisten, Blutverdünner und Antidiabetica kommen zum Einsatz. Aber auch verschiedene Naturheilmittel können eine positive Wirkung haben. Im stark fortgeschrittenem Stadium der Arteriosklerose muss der Arzt die Engstellen unter Umständen aufweiten. Das geschieht mit Hilfe eines kleinen aufblasbaren Ballons oder mit Stents, röhrenförmigen netzartigen Gefäß-Stützen. Sie werden meistens über die Leiste minimalinvasiv eingeführt. In manchen Fällen muss die Engstelle auch operativ beseitigt werden. Ein weiteres mögliches Verfahren sind Bypässe, die bei längeren Engstellen den verschlossenen Teil der Arterie überbrücken.



Vorbeugung

Eine Umstellung ungesunder Lebensweise ist eine wirksames Mittel, das Risiko verengter Adern zu minimieren. Wer übergewichtig ist, sollte versuchen abzunehmen. Wer raucht oder zu viel Alkohol trinkt, sollte den Süchten den Kampf ansagen. Auch regelmäßige Bewegung und etwas Sport sind gut. Aber auch über die Ernährung]] lässt sich einiges tun, um die Adern "sauber" zu halten. Eine [[gesunde Ernährung|ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sind gut, Knoblauch, Ingwer, Chili, Kurkuma und Ananas sagt man nach, dass sie die Arterien elastisch halten. Weißdorn und Gingko sind alte Naturheilmittel gegen Arterienverengung. Wer dann noch von tierischen Fetten auf gesunde pflanzliche Öle umsteigt und öfter mal fette Meeresfische auf den Speiseplan bringt, der tut schon einiges für seine Adern.

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