Schaufensterkrankheit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. November 2014
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Die Schaufensterkrankheit ist ein Symptom einer Arteriosklerose, also eine Verkalkung der Blutgefäße in den Gliedmaßen. Dies führt bei Bewegung zu Schmerzen, bei fortschreitender Krankheit auch in Ruhepositionen. Krankheit und Symptome können und müssen behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Schaufensterkrankheit?

Die Schaufensterkrankheit, in der Fachsprache als Claudicatio intermittens bezeichnet, beschreibt Schmerzen (zumeist in den Beinen), die durch verminderten Blutfluss in den Gefäßen auftreten. Zu Beginn wird der Schmerz meist nur bei Bewegung bemerkt. Doch im Laufe der Erkrankung bleiben die Schmerzen auch in ruhender Position vorhanden.

Streng genommen ist die Schaufensterkrankheit selbst keine Krankheit, sondern lediglich das Symptom einer anderen Krankheit: der peripheren Arterienkrankheit. Unbehandelt kann diese Erkrankung schwerwiegende Auswirkungen haben, doch mit der richtigen Therapie kann ein normaler und aktiver Lebensstil beibehalten werden.

Ursachen

Bei der durch periphere Arterienkrankheit hervorgerufenen Schaufensterkrankheit entsteht eine Schädigung der Blutgefäße, die die Gliedmaßen mit Blut versorgen. Dies ist meist die Folge von Arteriosklerose, also einer Verkalkung der Arterien.

Arteriosklerose kann in den Arterien am ganzen Körper entstehen, besonders in denen des Herzens. Wenn sie jedoch in Armen oder Beinen auftritt, wird sie periphere Arterienkrankheit genannt. Die Schaufensterkrankheit ist also das Resultat von hart und eng gewordenen Arterien. Sie werden verstopft durch Fette, Cholesterin und anderen Material, genannt Plaque.

Die Arterien werden soweit verengt, dass nicht genug Blut durchfließen kann, um die Muskulatur mit Sauerstoff zu versorgen. Ohne Sauerstoff haben die Muskeln nicht ausreichend 'Treibstoff'; als Resultat beginnen sie zu schmerzen. Doch die Arteriosklerose ist nicht die einzig mögliche Ursache. Es kommen auch Spinalstenose, periphere Neuropathie, venöse Thrombose oder andere muskuloskeletale Erkrankungen in Frage.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Schaufensterkrankheit:

Zu den Symptomen der Schaufensterkrankheit können folgende gehören: Schmerzen in den Gliedmaßen, besonders beim Training oder bei längeren Spaziergängen in den Beinen, Füßen, Hüften. Dies können Hinweise auf Arterienverkalkung sein. Die Schmerzen kommen und gehen, je nach Grad der körperlichen Anstrengung in den betroffenen Gliedmaßen.

Wenn sich die Krankheit verschlimmert, können die Schmerzen auch in ruhiger Position auftreten. Wenn der Blutfluss ernsthaft eingeschränkt ist, kann es zu blauen Verfärbungen an Beinen, Armen, Zehen, Fingern, etc. kommen. Die Gliedmaßen werden schneller kalt und es können sich Druckgeschwüre entwickeln. Sobald häufiger Schmerzen bei Training und Bewegung auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um diese Symptome zu lindern. Die hinter der Schaufensterkrankheit liegende Arteriosklerose kann sonst schwerwiegende Folgen haben und das Leben des Betroffenen deutlich einschränken.

Diagnose

Arteriosklerose und die Schaufensterkrankheit bleiben sehr häufig undiagnostiziert, da viele Menschen die Schmerzen zwar als unangenehm empfinden, sie jedoch als normale Nebenerscheinungen des Alterns hinnehmen. Viele Menschen reduzieren einfach ihre Aktivitäten, um die Schmerzen zu verhindern.

Die Verfahren zur Diagnostik jedoch sind meist sehr einfach und schnell, sodass zügig mit einer Behandlung begonnen werden kann. Dazu können bspw. das Checken des Pulses in den Füßen gehören oder den Blutdruck in Arm und Fußgelenken zu vergleichen. Mit einem Ultrasound kann der Arzt den Blutfluss in den betroffenen Bereichen direkt untersuchen. Auch bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können zum Prüfen der Schäden an den Blutgefäßen angewandt werden. Vor allem sollte eine Untersuchung auch zutage bringen, ob evtl. andere Krankheiten Ursache für die Schmerzen sind.

Behandlung und Therapie

Es gibt eine Reihe von Behandlungen, um die schmerzhaften Symptome der Schaufensterkrankheit zu reduzieren. Erste Schritte sind zumeist Veränderungen des Lebensstils. Hierzu zählen: Aufhören zu rauchen und regelmäßiges Training. Wenn die Symptome jedoch auch nach Umstellung in der Lebensführung nicht verschwinden, können weitere Methoden zur Anwendung kommen.

Bei einer medikamentösen Behandlung werden blutverdünnende Mittel verschrieben, um das Verklumpen der Blutplättchen zu verhindern. Hierzu zählen Aspirin, Clopidogrel, Dipyridamol und Ticlopidin. Hier wird weiterhin getestet, wie die der Blutfluss dadurch verbessert wird, bis das richtige Medikament gefunden ist.

Zusätzlich werden möglicherweise Mittel verschrieben, die das Cholesterin im Blut verringern. Bei ernsteren Fällen von Arteriosklerose kann eine Angioplastie durchgeführt werden. Bei diesem Eingriff werden die verkalkten Arterien durch einen eingeführten Ballon geweitet und somit der Blutfluss wieder verbessert.

Eine weitere Möglichkeit ist ein gefäßchirurgischer Eingriff. In diesem Fall wird eine gesunde Arterie von einem anderen Teil des Körpers entfernt und an der Stelle eingesetzt, wo der Blutstrom um eine verkalkte Arterie herumgeleitet werden muss.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung für die Schaufensterkrankheit ist ein allgemein gesunder Lebensstil. Es sollte nicht geraucht und Alkohol nur in Maßen konsumiert werden; regelmäßig trainiert werden; bei Diabetes, der Blutzucker unter Kontrolle gehalten werden; ein gesundes Körpergewicht erreicht und beibehalten werden; und Blutdruck- und Cholesterinwerte niedrig gehalten werden.

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