Extreme Müdigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. September 2016
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Eine dauerhaft anhaltende, extreme Müdigkeit kann im Alltag als sehr störend empfunden werden, weil oft die Kraft fehlt, um wichtige Aufgaben zu erledigen. Die extreme Müdigkeit kann aber auch ein Symptom von schwerwiegenderen Krankheiten sein und sollte untersucht werden, wenn die Phase sich nicht durch ausreichend Schlaf und Ruhe beenden lässt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist extreme Müdigkeit?

Wenn eine Krankheit vorliegt, äußert sich dies oftmals auch in Form von intensiven Erschöpfungszuständen. Der Körper muss sich gegen irgendetwas wehren und zeigt durch die Müdigkeit, dass er Unterstützung und Ruhe benötigt. Extreme Müdigkeit kann chronisch verlaufen und viele Ursachen haben. Unter normalen Umständen ist Müdigkeit kein krankhafter Zustand, sondern lediglich ein Symptom von körperlicher oder psychischer Anstrengung sowie Schlafmangel.

Erst wenn diese drei Faktoren als Erklärung nicht in Frage kommen, sollte weitergeforscht werden. Ständige Müdigkeit kann den Alltag negativ beeinflussen, insbesondere durch Antriebslosigkeit, Unlust und einen Einbruch der individuellen Leistungsfähigkeit. Die Müdigkeit tritt als dauerhaft anhaltender Zustand auf, oder Betroffene ermüden schneller als andere Menschen. Viele Betroffene suchen erst einen Arzt auf, wenn der anhaltende Zustand grundlos den Alltag beeinträchtigt.

Ursachen

Dass dies nicht immer ratsam ist, zeigt die Vielfalt der möglichen Ursachen. Neben harmlosen Infekten, die dem Körper bei dem Kampf gegen die Viren mehr Kraft abverlangen, können die Krankheiten durchaus schwerwiegend sein. Zu diesen gehört Blutarmut. Das Blut besteht unter anderem aus roten Blutkörperchen und Hämoglobin, welches ihnen die rote Farbe verleiht. Ist der Anteil der roten Blutkörperchen zu niedrig, so wird der Körper nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt. Ein Mangel an Eisen, B12 oder Folsäure, aber auch Malaria, Leukämie und Tumore können eine Anämie verursachen.

Menschen mit Herzinsuffizienz klagen ebenfalls vermehrt über extreme Müdigkeit. Sie begleitet zahlreiche Herzerkrankungen, insbesondere wenn eine Herzschwäche vorliegt. Die eingeschränkte Herzleistung schafft es nicht, alle Körperfunktionen optimal aufrecht zu erhalten, wodurch zahlreiche Schäden entstehen können. Der Körper wird vor mehrere Baustellen gleichzeitig gestellt und neigt zu raschen Erschöpfungszuständen.

Herzmuskelentzündungen entstehen durch Viren, Bakterien, Pilze oder Überreaktionen auf Medikamente. Müdigkeit und Leistungsschwäche sind einer der ersten Symptome, die auftreten. Immer wenn der Körper nicht die benötigten Mengen an Sauerstoff zur Verfügung gestellt bekommt, welche zur Instandhaltung der Zellen notwendig sind, kommt es zur extremen Müdigkeit. Die Liste der potenziellen Ursachen ist lang. Krankhafte Veränderungen der Nieren, Leber sowie des Magen-Darm-Traktes sind weitere Unterpunkte.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei dem Symptom dauerhafte Müdigkeit nimmt der Arzt normalerweise zuerst Blut ab. Es sollte abgeklärt werden, seit wann die Müdigkeit besteht und in welcher Form sie auftritt. Wichtig sind ebenfalls das Schlafverhalten sowie die Qualität der nächtlichen Ruhe. Weitere Fragen könnten eventuelle Veränderungen betreffen, bezogen aufs Berufs- und Privatleben, das Essverhalten oder Gewicht.

Falls weitere Symptome wie Atembeschwerden oder Herzrasen bestehen, so ist es ausschlaggebend, diese im Bezug zur Müdigkeit zu erwähnen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Arzt je nach vorheriger Krankengeschichte eventuelle Begleiterscheinungen selbst abklärt. Nach einem Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Bei dieser stehen Bauch, Rücken und alle Gegenden, in denen krankhaft veränderte Lymphknoten am ehesten auffallen, im Mittelpunkt.

Der Körper wird nach Veränderungen und Schwellungen untersucht. Zudem wird der Blutdruck gemessen sowie Lunge und Herz abgehört. Nach einer intensiven Untersuchung ergeben sich meistens mehrere Indizien, welche auf eine bestimmte Krankheit deuten.

Behandlung und Therapie

Um extreme Müdigkeit behandeln zu können, muss die Ursache geklärt sein. Je nachdem, welche Erkrankung vorliegt, passt sich auch die Therapie an. Liegt ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 vor, so muss dieser kompensiert werden. Haben Parasiten die Blutarmut verursacht, kann durch das Abtöten dieser schnell Abhilfe verschafft werden.

Die Behandlung von Herzschwäche sollte an dem Grad angepasst werden. Betablocker entlasten das Herz durch die Hemmung von Stresshormonen wie Adrenalin. ACE-Hemmer vermeiden eine Verengung der Blutgefäße, wodurch der Blutdruck insgesamt reduziert wird. Eine salzarme Ernährung sowie viel Bewegung an der frischen Luft wirken sich positiv auf die Herzleistung und somit auch auf die extreme Müdigkeit aus. Ist die Herzschwäche jedoch schon so weit fortgeschritten, dass Medikamente nicht mehr weiterhelfen können, kann ein Herzschrittmacher sinnvoll sein.

Lebererkrankungen werden oft durch Virusinfektionen ausgelöst. Zu diesen gehört Hepatitis A, B, C, D und E. Während bei Hepatitis B und C mittlerweile Medikamente vorliegen, welche die Heilung unterstützen können, existiert für eine akute Hepatitis noch kein Mittel. Bettruhe, der Verzicht auf Alkohol und eine vitaminreiche Ernährung mit geringem Fettanteil können die Ausheilung begünstigen. Die Therapien sind so vielfältig wie die Ursachen und lassen sich aufgrund ihrer Reichhaltigkeit nicht zusammenfassen.



Vorbeugung

Psychische Faktoren, die eine extreme Müdigkeit auslösen, können sich durch ausreichend Schlaf, viel Bewegung, eine gesunde Ernährung und die Vermeidung von Stress vorbeugen. Stecken jedoch andere Ursachen hinter dem Symptom, ist es oftmals schwierig, präventiv zu handeln. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch zahlreichen Krankheiten teilweise entgegenwirken.

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