Akute Nierenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Juli 2017
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Unter einer akuten Nierenentzündung versteht man eine Entzündung der Nieren, die schnellstmöglich behandelt werden sollte. Dafür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Auch vorbeugen lässt sich die akute Erkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine akute Nierenentzündung?

Eine akute Nierenentzündung kann in unterschiedlichen Regionen der Nieren auftreten. Da sich die beiden Nieren rechts und links der Wirbelsäulen befinden, ist die Herkunft der Schmerzen relativ einfach zu lokalisieren. Die eigentliche Behandlung kann sich allerdings als schwierig gestalten, da es verschiedene Arten der Nierenentzündung gibt und die Unterscheidung zwischen einer akuten oder einer unproblematischen Erkrankung nur schwer zu treffen ist. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, die akute Nierenentzündung durch vorbeugende Maßnahmen zu vermeiden. Bei den ersten Symptomen sollte zudem direkt ein Arzt aufgesucht werden.

Ursachen

Eine akute Nierenentzündung wird meist durch Bakterien ausgelöst, wohingegen Viren und andere Erreger kaum eine Rolle spielen. Die Erkrankung entsteht meist, indem die Bakterien über die Harnwege in die Nieren gelangen, wo sie Nierenbecken befallen. Gefährdet sind vor allem Frauen, da deren Harnröhrengang sehr nah am After liegt. Dadurch können die Bakterien leichter in die Harnröhre gelangen und erreichen aufgrund der verkürzten Harnröhre innerhalb kurzer Zeit die Blase und von dort die Harnleiter und schließlich die Niere.

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die eine akute Nierenentzündung begünstigen. So etwa hohes Alter, Schwangerschaft, eine Abnahme der Hormonproduktion oder Nieren- und Blasensteine. Auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus und Gicht sowie ein geschwächtes Immunsystem können eine Nierenentzündung auslösen. Ebenso ein Dauerkatheter, wechselnde Geschlechtspartner und Entzündungen der Prostata.

Darüber hinaus kann ein Defekt der Verschlussmechanismen der Harnleiter vorliegen. Dadurch fliest der Urin zurück in Richtung Niere und löst dort Entzündungen aus. Dasselbe geschieht, wenn der Urin aufgrund einer Restharnbildung nicht mehr komplett abfließen kann. Dann kommt es zum Harnstau bis zurück in die Niere.

Bei einer Nierenentzündung handelt es sich um Entzündungen der kleinsten Nierengefäße.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer akuten Nierenentzündung:

Eine akute Nierenentzündung kann viele Symptome haben. Diese treten jedoch erst auf, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist, was die Behandlung erschwert. Es kommt dann zu Fieber, Übelkeit, Schüttelfrost und einem allgemeinen Unwohlsein. Zudem treten in der Flanke mitunter starke Schmerzen auf, die bei körperlichen Betätigungen zunehmen. Beim Wasserlassen kann es zu brennenden Schmerzen und bisweilen auch zu Blut im Urin kommen. Hinzu kommen Bauch- und Kopfschmerzen und allgemein ein starkes Krankheitsgefühl.

Da die Symptome meist erst auftreten, wenn die Entzündung schon weit fortgeschritten ist, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt insbesondere dann, wenn zu den erwähnten Symptomen noch Brechreiz, Abgeschlagenheit, Gewichtsabnahme und dumpfe Rückenschmerzen kommen. Dann könnte bereits eine chronische Nierenentzündung vorliegen. Der Verlauf hängt sehr davon ab, wie schnell die Entzündung der Niere behandelt wird.

Im schlimmsten Fall kann es zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen kommen. Auch Bluthochdruck tritt bisweilen auf. Ein negativer Verlauf ist zu befürchten, wenn ein Nierenabszess entsteht. Dieser mündet bei Nichtbehandlung in die so genannte Urosepsis. Dabei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Blutvergiftung. Eine Behandlung ist bei einer akuten Nierenentzündung also zwingend notwendig.

Diagnose

Eine akute Nierenentzündung kann anhand der Symptome diagnostiziert werden. Zudem erfragt der Arzt eventuelle Vorerkrankungen und beginnt im Anschluss daran mit der körperlichen Untersuchung. Innerhalb dieser überprüft er durch Abtasten und Abklopfen der Nierenregion, wo genau sich die Schmerzen befinden. Insbesondere bei einer Nierenbeckenentzündung kann das Abklopfen starke Schmerzen verursachen. Blut- und Urinuntersuchungen geben Aufschluss über die CRP-Werte, anhand welcher sich Entzündungen eindeutig festmachen lassen. Auch der Kreatinin-Wert spielt hier eine wichtige Rolle.

Komplikationen

Die akute Nierenentzündung verläuft meist unkompliziert und heilt unter ärztlicher Behandlung folgenlos aus. Unbehandelt kann die Erkrankung dauerhafte Nierenschäden bis hin zum akuten Nierenversagen hervorrufen. Aus einer schweren Entzündung kann sich außerdem eine eitrige Nierenbeckenentzündung entwickeln, bei der sich im Nierenbecken Eiterbeulen bilden. Daraus geht oftmals ein schwerer Nierenabszess hervor, der Bluthochdruck und Störungen des Elektrolythaushalts hervorrufen kann. In schweren Fällen kann ein Nierenabszess zum Nierenversagen und einer Blutvergiftung führen. Darüber hinaus kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen.

Betroffene leiden häufig unter Blut im Urin oder verspüren brennende Schmerzen beim Wasserlassen, die einer eigenständigen Behandlung bedürfen. Tritt die Infektion im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts auf, können abhängig von den Erregern weitere Komplikationen auftreten. Generell besteht das Risiko, dass sich aus der akuten Erkrankung eine chronische entwickelt. Bei Schwangeren kann eine akute Nierenentzündung zu Problemen während der Schwangerschaft bis hin zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Diabetes-mellitus-Patienten und Patienten mit einer Harnwegsverengung haben ein erhöhtes Risiko für weitere schwere gesundheitliche Komplikationen.

Behandlung und Therapie

Eine akute Nierenentzündung wird mit Antibiotika behandelt, insofern nur leichte Beschwerden vorhanden sind. Kommt es zu schwerwiegenden Symptomen wie beispielsweise hohem Fieber und allgemein einem schlechten Zustand des Patienten, muss die Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dort werden hochwirksame Antibiotika per Infusion verabreicht, was in den meisten Fällen eine Besserung verspricht. Nach zwei bis drei Tagen kann die Behandlung zu Hause fortgesetzt werden.

Grundsätzlich muss die Behandlung auch bei einer Besserung der Symptome bis zum Ende eingehalten werden, da sonst ein Rückfall droht. Darüber hinaus ist vor allem Bettruhe anzuraten. Ruhe und Erholung sind ebenso wichtig wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Einnahme von homöopathischen Mitteln wie Apis, Berberis, Cantharis und Sulfur.



Vorbeugung

Eine akute Nierenentzündung kann vermieden werden, indem die Nieren geschont werden. Dies geschieht, indem auf eine gute Intimhygiene geachtet wird, da von dort aus die meisten Infektionen stattfinden. Auch ein gesunder Lebensstil mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr trägt dazu bei, die Niere gesund zu halten und so eine Nierenentzündung zu vermeiden.

Ebenso hilft es, bei eventuellen Vorerkrankungen regelmäßig eine Untersuchung durchführen zu lassen. Dadurch können Gefahrenbereiche erkannt werden. Gerade Männer und Frauen in gehobenem Alter sollten die Harnröhre und die Nieren in regelmäßigen Abständen untersuchen lassen und bei ersten Symptomen direkt einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch für Menschen, die anfällig für Erkrankungen dieser Art sind.

Bücher über Nierenentzündung

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Arastéh, K., et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

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