Nahrungsergänzungsmittel

Letzte Aktualisierung am 4. Juli 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Zur Verhinderung von Nährstoffdefiziten im Rahmen der alltäglichen Ernährung oder während einer Diät werden oftmals Nahrungsergänzungsmittel eingenommen. Sie können auch bei einem erhöhten Bedarf aufgrund besonderer Belastungen eingesetzt werden. Dazu zählen sportliche Betätigungen, schwere körperliche Arbeit oder Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel: Nützlich oder überflüssig?

Nahrungsergänzungsmittel sind Erzeugnisse, die in konzentrierter Form Vitamine, Mineralien, Spurenelemente oder sonstige Stoffe enthalten. Dadurch soll die Nährstoffzufuhr für einen optimalen Stoffwechsel des Körpers verbessert werden. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel kann auf verschiedene Weise erfolgen. Hierzu sind Tabletten, Brausetabletten und Kapseln sowie Pulver, Trinkampullen und Flaschen mit Dosiervorrichtungen verfügbar.

Nahrungsergänzungsmittel gelten als Lebensmittel. Sie können pflanzliche oder tierische Stoffe enthalten oder synthetisch hergestellt sein. Deshalb wird die Zulässigkeit aus Gründen des Gesundheitsschutzes durch Rechtsvorschriften bestimmt. Sollte eine medizinische Wirkung vorliegen, müsste eine Zulassung als Arzneimittel erfolgen.

Zugelassene Nahrungsergänzungsmittel sind frei verkäuflich und in verschiedenen Geschäften sowie über das Internet erhältlich. Für die Sicherheit der angebotenen Nahrungsergänzungsmittel sind die Hersteller verantwortlich. Diese müssen die Mittel beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit melden.

Um Überdosierungen zu vermeiden, bestehen Empfehlungen zu Höchstmengen durch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Es sind existieren keine gesetzlich geregelten Obergrenzen. Art, Menge und empfohlene Einnahme der Inhaltsstoffe muss auf einem Etikett vermerkt sein.

Welche Nahrungsergänzungsmittel gibt es?

Folgende zugelassenen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente können in Nahrungsergänzungsmittel vorkommen:

Vitamine:

Vitamin A (einschließlich Beta-Carotin als Provitamin A)

• Vitamine B1, B2, B3, B5 (Pantothensäure), B6, B9 (Folsäure), B12

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin D

Vitamin E

Biotin

Mineralien und Spurenelemente:

Calcium

Kalium

Magnesium

Natrium

Eisen

Jod

Zink

Außerdem werden als zugelassene Nahrungsergänzungsmittel auch Proteine, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren und Aminosäuren sowie Ballaststoffe oder Kohlenhydrate angeboten. Nahrungsergänzungsmittel sind in den verschiedensten Farben erhältlich und stehen in unterschiedlichen Packungsgrößen zur Verfügung. Je nach Bedarf oder Nutzungsabsicht können Tages-, Wochen- oder Monatspackungen erworben werden. Ebenso können Kurpackungen für einen Zeitraum von mehreren Monaten gekauft werden. Diese sind in Einzelhandelsgeschäften, Supermärkten, Drogerien und Apotheken sowie online erhältlich. Dabei können die Preise erheblich differieren.

Nützlich oder schädlich?

Nahrungsergänzungsmittel können als Ausgleich bei einseitiger Ernährung fungieren. Nährstoffdefizite können durch die eingeschränkte Alltagsernährung von Veganern und Vegetariern entstehen. Durch einen dauerhaften Verzicht auf bestimmte Lebensmittelbereiche kann eine Unterversorgung bestimmter Nährstoffe eintreten.

Für einen geregelten Stoffwechsel sind ausreichende Nährstoffe jedoch erforderlich. Durch die gezielte Ergänzung der Ernährung mit passenden Nahrungsergänzungsmitteln kann gesundheitlichen Schäden vorgebeugt werden. Eine Nährstoffunterversorgung kann auch im Verlauf einer strengen Diät auftreten. Fehlen dem Körper zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit über einen längeren Zeitraum wichtige Nährstoffe, kann sich das Leistungsverhalten und Wohlbefinden verschlechtern.

Ein starkes Immunsystem ist auf eine kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen angewiesen. Zur Erhaltung der körperlichen Abwehrkraft werden häufig kombinierte Nährstoffkonzentrate neben der üblichen Ernährung eingenommen. Aufgrund besonderer Leistungsanforderungen von Sportlern greifen diese in vielen Fällen auf eine gezielte Nahrungsmittelergänzung zurück. So bewirkt die verstärkte Einnahme von Eiweißkonzentraten, Aminosäuren, Magnesium und Vitaminen aus der B-Gruppe eine Trainingsverbesserung und einen Muskelzuwachs bei Kraftsportlern.

Bei einer körperlich sehr anstrengenden Berufsausübung kann diese Ergänzung ebenfalls zur erhöhten Leistungsfähigkeit führen. Außerdem kann dadurch frühzeitigen Ermüdungserscheinungen entgegengewirkt werden. Spezielle Defizite wie Eisenmangel bei Frauen oder Unterversorgungen aufgrund der Ernährungsweise älterer Menschen können im Bedarfsfall ebenfalls durch eine gezielte Nahrungsergänzung ausgeglichen werden. Einzelne Vitamine wie Vitamin E und Mineralien werden auch zu kosmetischen Behandlungszwecken als Ernährungszusatz genutzt. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Haut und Haare. Eine bessere Nährstoffversorgung soll überwiegend die Durchblutung und Zellversorgung verbessern.

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Unterstützung bei Krankheit

Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen können auch als Unterstützung medizinischer Behandlungen genutzt werden. Vitamine und Mineralstoffe stellen Bausteine zur lebensnotwendigen Funktionalität des Stoffwechsels dar und müssen regelmäßig in ausreichendem Umfang vom Körper aufgenommen werden. Reicht die alltägliche Ernährung hierzu nicht mehr aus, können gesundheitliche Probleme körperlicher und seelischer Art entstehen. Neben einer Unterversorgung können in Einzelfällen auch durch Überversorgungen Beschwerden entstehen.

Bei besonderem Bedarf können Einnahmen von Nahrungsergänzungsmitteln als Ergänzung einer medizinischen Behandlung angezeigt sein. Dies gilt insbesondere für Risikogruppen wie Schwangere, Senioren oder Kleinkinder. Im Wachstumsprozess kann temporär eine Ergänzung der Ernährung durch Vitamin A sinnvoll sein.

Eine bedarfsgerechte Nahrungsmittelergänzung durch Vitamine der B-Gruppe findet Anwendung bei nervlichen Problemen, zur Energiegewinnung oder der Regeneration von Muskeln. Das Hauptschutzvitamin C wird häufig in der Kombination mit anderen Nährstoffen als zusätzliche Stärkung des Immunsystems und als Zellschutz mit der üblichen Ernährung eingenommen.

Ein erhöhter Vitamin C-Bedarf besteht bei Rauchern. Zur Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten in den kälteren Jahreszeiten ist eine zusätzliche Einnahme von Vitamin C weit verbreitet. Vitamin E bewirkt ebenfalls eine Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Immunsystems, bindet freie Radikale und optimiert die Zellerneuerung.

Folgen von Vitamin-Mangel.

Allergiker, die aufgrund des Verzichts auf bestimmte Lebensmittel unter Nährstoffdefiziten leiden, können diese durch eine passende Nahrungsmittelergänzung kompensieren. Dies gilt auch für Patienten, die sich aufgrund einer schweren Erkrankung nur eingeschränkt ernähren können. Magnesium ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Es findet medizinische Anwendungen bei Herzproblemen oder zur Hörsturzbehandlung. Für die Knochen und Zähne ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium wichtig. Die Regulierung der Schilddrüsenhormone wird durch Jod positiv beeinflusst. Eine Einnahme von Natrium und Kalium wirkt sich vorteilhaft auf den Flüssigkeitshaushalt des Körpers aus.

Anwendung in der Naturheilkunde

Nahrungsergänzungsmittel finden ebenfalls im Rahmen der Naturheilkunde Anwendung. Zu den angebotenen Nahrungsergänzungsmitteln aus der Natur zählen frische Säfte ohne Zusätze, Tees und Kräuter. Bewährte Heilmittel aus der traditionellen chinesischen Medizin werden ebenfalls angeboten. So wirkt sich Ginseng mit einem starken Gehalt an Vitamin B positiv auf Herz und Leistungsvermögen aus. Dadurch können Ermüdungserscheinungen verzögert werden.

Mate-Tees oder Rooibos-Tees sollen aufgrund des hohen Nährstoffgehalts ebenfalls gegen Ermüdungserscheinungen vorbeugen. Die Wirkstoffe von Ginko sollen zu einer Verbesserung der Gehirndurchblutung und dadurch zur Verringerung von Konzentrationsschwäche beitragen. Samen wie Flohsamen oder Chia-Samen sind zunehmend als Nahrungsergänzungsmittel gefragt. So enthält Chia-Samen neben Omega-3- sowie Omega-6-Fettsäuren, Ballaststoffe und Antioxidantien auch die Vitamine B1, B3, E.

Außerdem verfügt diese natürliche Nahrungsmittelergänzung über Kalzium, Magnesium und Eisen sowie Phosphor, Zink und Kupfer. Als Nahrungsergänzungsmittel finden auch Algen Verwendung. Das Fruchtfleisch der Acai-Beere soll antioxidativ wirkende Substanzen enthalten. In der Naturheilkunde werden Vitamine und Mineralstoffe vielseitig in den unterschiedlichsten Darreichungsformen verwendet. Einige Vitamine und Mineralstoffe sollen, ohne dass dies ausreichend wissenschaftlich belegt ist, krebsvorbeugend, antibakteriell und entzündungshemmend wirken. Nach Ablauf des vermerkten Verfallsdatums sollten Vitaminpräparate nicht mehr eingenommen werden.

Risiken und Nebenwirkungen

Insbesondere bei fettlöslichen Vitaminen besteht das Risiko einer gesundheitsgefährdenden Überdosierung durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel. Dies ist in erster Linie auf die Speicherfähigkeit dieser Vitamingruppe zurückzuführen. Eine regelmäßige Einnahme der Vitamine A, D, E und K sollte sorgfältig und bedarfsgerecht unter Beachtung von Dosierungshinweisen erfolgen. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass eine erhöhte Einnahme von Beta Karotin (Vorstufe von Vitamin A) das Lungenkrebsrisiko von Rauchern erhöhen kann.

Gesundheitliche Probleme im Bereich von Knochen und Nieren sind durch eine überhöhte Einnahme von Vitamin D möglich. Eine Überdosierung von Vitamin E kann zu Bluthochdruck führen. Abweichend von früheren Einschätzungen soll eine Überdosierung des wasserlöslichen C-Vitamins zu Stoffwechselproblemen führen können. Eine deutliche Überdosierung von Vitamin B kann in Einzelfällen allergische Reaktionen verursachen. Überschüssiges Kalium kann zu Nierenbeschwerden führen.

Eine hohe Überdosierung von Magnesium kann Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit sowie Krämpfe verursachen. In hoher Konzentration und über einen längeren Zeitraum kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Selen eine Vergiftung bewirken. Dabei können Symptome wie Haarausfall, Nervenstörungen oder Leberschädigungen auftreten.

Nahrungsergänzungsmittel können bedarfsgerecht zur Verhinderung einer Unterversorgung zusätzlich zur üblichen Ernährung eingenommen werden. Bei einem erhöhten Bedarf insbesondere bei Sportlern sollten Überdosierungen zum Schutz der Gesundheit vermieden werden.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Aktories, K., Förstermann, U., Hofmann, F., Forth, W.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer, aktuelle Auflage
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S.H.E., Schulz, Th.F. (Hrsg.) : Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012

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