Ziehen im Unterleib

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
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Das Ziehen im Unterleib ist ein bekanntes Leiden von Frauen im Rahmen des Menstruationszyklus oder einer Schwangerschaft. Nicht immer sind die Ursachen jedoch so harmlos.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ziehen im Unterleib?

Von einem Ziehen im Unterleib können neben Frauen aber auch Männer betroffen sein. Die Ursachen des Ziehens sind vielfältig. Neben organischen Gründen kann auch eine funktionelle Dysregulation oft Auslöser dieser Beschwerden sein. Die Schmerzen im Unterleib sind meist lokal bedingt.

Manchmal kommt es jedoch auch vor, dass die Schmerzen aus anderen Bereichen des Körpers, wie z. B. vom Rücken, in den Unterleib ausstrahlen. Das Ziehen im Unterleib stellt somit nur ein Symptom verschiedener Erkrankungen, Zustände oder gar normaler Regulationsmechanismen dar. Bei plötzlich auftretenden starken Unterleibsbeschwerden ist die Konsultation eines Arztes unbedingt notwendig.

Ursachen

Wie bereits erwähnt, sind die Ursachen für ein Ziehen im Unterleib sehr vielfältig. Prozentual öfter als Männer leiden Frauen an Unterleibsbeschwerden, denn eine der häufigsten Ursachen für das Ziehen sind Menstruationszyklen und Schwangerschaften. Allerdings befinden sich im Unterleib viele Organe, die bei Erkrankungen dort Schmerzen hervorrufen können. Dazu gehören Darm, Blinddarm, Magen, Bauspeicheldrüse, Galle, Blase, Gebärmutter, Eierstöcke und andere.

Neben dem normalen Menstruationszyklus oder einer Schwangerschaft können Frauen aber auch von Entzündungen an Eierstöcken und Eileitern, von einer Endometriose (Probleme mit der Gebärmutterschleimhaut), von Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften oder von Polypen, Zysten beziehungsweise Krebs der inneren Geschlechtsorgane betroffen sein.

Es gibt auch Ursachen für Unterleibsbeschwerden, die nur Männer betreffen. Das ist beispielsweise bei einer Torsion der Hoden der Fall. Dieser Krankheitszustand ist sehr kritisch und kann zum Absterben der Hoden führen. Auch eine Prostataentzündung verursacht oft ein Ziehen im Unterleib. Des Weiteren sind Männer häufiger als Frauen von Harnsteinen betroffen, welche sich oft erst durch Unterleibskrämpfe bemerkbar machen.

Sowohl Männer als auch Frauen bekommen Unterleibsbeschwerden durch Erkrankungen des Darms oder der Harnblase. So führt eine Harnwegsinfektion häufig zu Schmerzen im Bereich des Unterleibs. Besonders häufig sind Darmerkrankungen die Ursachen für ein Ziehen im Unterleib, wie Darmentzündungen, Morbus Krohn oder Reizdarm.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ist das Ziehen im Unterleib besonders heftig oder nicht einem Regelschmerz zuordenbar, sollte zur Abklärung seiner Ursache unbedingt ein Arzt zurate gezogen werden. Im Rahmen eines Patienten-Arzt-Gespräches erhebt der Arzt eine Anamnese der Krankengeschichte. Die Anamnese beinhaltet die Art der Unterleibsschmerzen, ihre Heftigkeit, ihre Konstanz oder Veränderlichkeit, ihre Lokalisierung, die Begleitsymptome und vieles mehr.

Weiterhin fließen in die Betrachtung auch noch vergangene Erkrankungen und Erkrankungen im familiären Umkreis mit ein. Es folgen körperliche Untersuchungen zur Feststellung der Lokalisierung des Schmerzes. Außerdem prüft so der Arzt auch, ob die Bauchdecke weich oder gespannt ist. Nach der Erstellung einer entsprechenden Verdachtsdiagnose dienen bildgebende Verfahren, wie Röntgenuntersuchungen, Computertomografie, MRT oder Ultraschalluntersuchungen zu ihrer Bestätigung.

Beim Verdacht auf Darm- oder Harnwegsinfektionen müssen entsprechende Laboruntersuchungen zur Bestimmung des Erregers durchgeführt werden. Wenn der Arzt eine organische Ursache für das Ziehen im Unterleib ausschließen kann, sollten auch neurologische oder psychosomatische Gründe in Betracht gezogen werden.

Behandlung

Die Behandlung des Ziehens im Unterleib richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Oftmals ist keine oder nur eine symptomatische Therapie notwendig. Wird z. B. der Regelschmerz bei der Frau als sehr heftig oder unangenehm empfunden, können vorübergehend rezeptfreie Schmerzmittel verabreicht werden. Meist handelt es sich hier jedoch nur um ein leichtes Ziehen oder Stechen im Unterleib, was nach einem Tag wieder verschwindet.

Infektiöse Erkrankungen der Blase, Eierstöcke, Eileiter oder der Prostata müssen mit Antibiotika behandelt werden. Bei einer Erkrankung oder Senkung der Gebärmutter ist ihre operative Entfernung unter Abwägung der Risiken in Betracht zu ziehen. Als Folge kann es jedoch zu einer Blasensenkung kommen, die auch wieder Unterleibsbeschwerden hervorrufen kann. Äußerst bedrohliche Zustände, wie Darmverschlüsse, Harnstaus oder Hodentorsionen, müssen schnell operativ behandelt werden, damit es nicht zu lebensgefährlichen Komplikationen kommt.

Bei Vorhandensein von Harnsteinen werden krampflösende Mittel gegeben, was in ca. 80 Prozent der Fälle dazu führt, dass die Steine über den Harnweg ausgeschieden werden. In den restlichen Fällen können die Harnsteine durch Operation oder Zertrümmerung mittels Stoßwellen entfernt werden. Bei psychosomatisch bedingtem Ziehen im Unterleib kommt auch eine psychotherapeutische Behandlung infrage.



Vorbeugung

Eine allgemeine Aussage, wie einem Ziehen im Unterleib vorgebeugt werden kann, gibt es nicht. Um beispielsweise einem Regelschmerz vorzubeugen, helfen Entspannungsübungen und viel Bewegung. So spielt eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und körperlicher Aktivität eine große Rolle für die Vermeidung von Infektionen und Magen-Darm-Erkrankungen. Das verringert indirekt das Risiko des Auftretens von Ziehen im Unterleib.

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