Harnsteine

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Juni 2015
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Störfaktor Harnsteine, mittlerweile werden jedes Jahr mehr als eine Million Patienten wegen der lästigen Kristalle behandelt. Statistisch gesehen hat sich die Anzahl der Betroffenen im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt, Grund hierfür sind häufig ungesunde Ernährung und Störungen des Stoffwechsels.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Harnsteine?

Als Harnsteine werden Kristalle bezeichnet, welche in der Niere entstehen. Die Bestandteile der Ablagerungen sind Kalziumoxalat, Harnsäure, Magnesium, Zystin oder Kalziumphosphat. Solange sich Harnsteine in der Niere befinden, verspüren betroffene Personen keine Symptome.

Schmerzhaft wird die Erkrankung erst dann, wenn sich die Kristalle in die Harnwege verlagern. Sehr kleine Harnsteine verlassen den Körper auf natürlichem Wege im Urin und werden oftmals überhaupt nicht bemerkt. Eine entsprechende Therapie richtet sich immer nach Art und Größe der Harnsteine.

Ursachen

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen, welche für das Harnsteinleiden verantwortlich ist. Auf Platz eins der möglichen Auslöser steht Übergewicht. In besonders fetthaltigen Lebensmitteln wie Chips, Pommes Frites und Pizza (sogenanntes Fast Food) ist viel Natrium enthalten, welches die Entstehung von Harnsteinen begünstigt.

Doch auch normalgewichtige Personen können im Lauf ihres Lebens unter Harnsteinen leiden. Eine weitere, mögliche Ursache ist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, besonders ältere Menschen sind hier gefährdet. In diesem Fall bilden sich die Steine aufgrund einer unzureichenden Verdünnung des Harns.

Doch auch bei optimalen Ernährungsgewohnheiten und ausreichend Flüssigkeitszufuhr können sich Harnsteine bilden, die Ursachen können dann Stoffwechselstörungen oder angeborene Erkrankungen sein. Die Schilddrüse spielt bei der Entstehung der kleinen Kristalle eine Rolle, Patienten mit einer Überfunktion der Nebenschilddrüse leiden häufiger unter Steinbildung.

Symptome und Verlauf

Handelt es sich um größere Harnstein-Exemplare, verspüren die Betroffenen mitunter starke Schmerzen und es kann zu Begleiterscheinungen wie Fieber, Blut im Urin oder einer Harnwegsinfektion kommen. Derartige Symptome sollten grundsätzlich ernst genommen werden, da eine rechtzeitige Behandlung den Verlauf der Erkrankung deutlich abmildern kann.

Führen unspezifische Schmerzen in der Flankengegend oder Blut im Urin den Patienten zum Arzt, wird dieser zunächst die Anamnese erfragen. Wichtig sind hierbei auch Hinweise, ob es in der Familie bereits bekannt gewordene Harnsteinleiden gibt. Auch die Ernährungsumstände werden vom Arzt hinterfragt, besonders fett- und kalorienreiche Nahrung können ein Indikator für gebildete Harnsteine sein.

Diagnose

Eine genaue Diagnose von Harnsteinen kann der Arzt allerdings erst nach einer körperlichen Untersuchung stellen. Zunächst werden die Flanken abgetastet, reagiert der Patient mit Schmerzen, manifestiert sich die Verdachtsdiagnose Harnsteine schnell. Im Rahmen einer Laboruntersuchung werden aussagekräftige Werte wie Harnsäure, Kreatinin und Kalzium bestimmt. Ergeben die Untersuchungen einen Verdacht auf Harnsteine, wird eine Ultraschalluntersuchung zur endgültigen Klärung vorgenommen. Auf dem Monitor kann der Arzt bei der schmerzfreien Sonographie erkennen, ob Harnsteine vorhanden sind und welche Größe diese haben.

Um den Abgang von Harnkristallen zu überprüfen, kommt mitunter auch eine 24-Stunden Urinmessung zum Einsatz. Hierbei müssen die Betroffenen den Urin für 24 Stunden lang sammeln und anschließend zur Untersuchung bei ihrem Arzt abgeben. Dieser kann dann feststellen, ob sich im Urin bereits kleine Kristalle befinden, welche auf vorhandene Harnsteine hindeuten.

Behandlung und Therapie

Je nach Anzahl und Größe der Harnsteine kommen verschiedene Behandlungsmethoden zum Einsatz. Kleine Kristalle können in sehr vielen Fällen über den Urin ausgeschieden werden, der Abgang kann mit harntreibenden Medikamenten beschleunigt werden. Wichtig ist bei dieser Methode eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens drei bis vier Litern am Tag.

Diese Behandlungsmethode ist nicht geeignet für Patienten mit Dialysepflicht, da deren Trinkmenge ein Liter pro Tag nicht überschreiten darf und häufig keine Harnausscheidung mehr möglich ist.

Eine weitere Möglichkeit zur Therapie ist die sogenannte Chemolitholyse. Das Verfahren ähnelt der sogenannten Lyse bei Schlaganfallpatienten, die Harnsteine werden mithilfe von Medikamenten aufgelöst und dann über den Urin abtransportiert.

Bei großen Harnsteinen oder einer Medikamentenunverträglichkeit kommt die Stoßwellen-Lithotripsie zum Einsatz. Bei diesem Verfahren werden die Harnsteine mittels Energiewellen von außen zertrümmert und anschließend auf natürlichem Wege ausgeschieden. Diese Methode kommt sehr häufig zum Einsatz, wenn die Größe der Harnsteine ein natürliches Ausscheiden unmöglich macht.

Ebenfalls bei großen Steinen häufig eingesetzt wird die Ureterorenoskopie. Hier wird ein Endoskop ins Nierenbecken geführt, worüber die Steine abgesaugt werden können. Vorab kommt meist ein Laser zum Einsatz, welcher die großen Harnsteine zertrümmert.

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Vorbeugung

Da Harnsteine oftmals durch ungesunde Ernährung und Übergewicht entstehen, ist fettarme Kost eine der besten Möglichkeiten zur Vorbeugung. Auch eine tägliche Trinkmenge von mindestens 2,5 Litern Flüssigkeit minimiert das Risiko an Harnsteinen zu erkranken. Ist bereits Übergewicht vorhanden, helfen viel Bewegung und gesunde Ernährung dieses abzubauen und somit die Wahrscheinlichkeit der Harnsteinbildung zu reduzieren. Wurden bereits in der Familie Harnsteinleiden bekannt, kann eine Vorsorgeuntersuchung beim Urologen hilfreich sein, um bei entstehenden Kristallen rechtzeitig reagieren zu können.

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