Regelschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. April 2017
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Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) zählen zu den häufigsten Beschwerdebildern während der Menstruation. Eine Vielzahl der Frauen im gebärfähigen Alter leidet unter zeitweilig oder regelmäßig auftretenden Regelschmerzen. Die in der Intensität unterschiedlich starken Symptome gliedern sich in zwei Arten: der primäre und sekundäre Schmerzustand. Oftmals bestehen neben dem Symptom Regelschmerzen noch weitere Beschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Regelschmerzen?

Regelschmerzen sind häufige Begleiterscheinungen des weiblichen Menstruationszyklus. Zu den typischen Menstruationsbeschwerden gehören vor allem die wehenartigen Unterbauch- und Rückenschmerzen. Zudem können Symptome wie Übelkeit, Durchfall, Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit auftreten.

Der durchschnittlich 28-tägige komplexe Ablauf des Menstruationszyklus wird von körpereigenen Hormonen gesteuert. In der ersten Zyklushälfte bildet sich die Gebärmutterschleimhaut. Kommt es zu keiner Schwangerschaft, wird die Schleimhaut mit der nächsten Regelblutung ausgeschieden.

Regelschmerzen werden in zwei Kategorien unterteilt: primäre und sekundäre Regelschmerzen. Die Mediziner sprechen von primären Regelschmerzen, wenn die Schmerzzustände sogleich beim Einsetzen der ersten Periode (Menarche) auftreten. Eine anderweitige Grunderkrankung liegt nicht zugrunde. Häufig sind äußerst schlanke Frauen und sehr junge Mädchen von dieser Schmerz-Variante betroffen.

Mit zunehmendem Alter verringern sich primär erzeugte Beschwerden. Sekundäre Regelschmerzen hingegen entstehen häufig im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, durch eigenständige Erkrankungen. So können krankhafte Veränderungen der Geschlechtsorgane Auslöser sekundärer Regelschmerzen sein.

Ursachen

Die Ursache der Regelschmerzen ist artspezifisch. Primäre Regelschmerzen werden durch ein gestörtes Gleichgewicht des Botenstoffes Prostaglandin ausgelöst. Das körpereigene Gewebshormon erzeugt Gebärmutter-Kontraktionen, die eine Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut bewirken.

Die Ursache der krampfartigen Schmerzen ist die dabei vorherrschende verminderte Gebärmutterdurchblutung. Je stärker die Hormon-Ausschüttung ist, desto schmerzhafter gestalten sich die Gebärmutterkontraktionen.

Sekundäre Regelschmerzen entstehen durch eine autonome Erkrankung. Beispielsweise verursachen Myome und Zysten starke Missempfindungen. Aber auch Entzündungen und die Verwendung mechanischer Verhütungsmittel (Spirale) gelten als Schmerzauslöser.

Weiterhin verursacht die Endometriose häufig sekundäre Regelschmerzen. Bei der gutartigen Erkrankung wächst die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter und erzeugt erhebliche Regelschmerzen.

Wann zum Arzt?

Im Normalfall muss bei Regelschmerzen kein Arzt aufgesucht werden. Die Beschwerden stellen sich monatlich mit dem Einsetzen der Blutungen ein und halten für wenige Stunden oder Tage an. In den meisten Fällen helfen ausreichend Ruhe, die Vermeidung sportlicher Aktivitäten und gesellschaftlicher Verpflichtungen. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Unterleib mit ausreichender Wärme versorgt wird. Dies hat eine beruhigende Wirkung auf die Beschwerden. Häufig lernen Mädchen und junge Frauen im Laufe der Zeit, wie sie mit den Regelschmerzen umgehen können. Ohne eine ärztliche Unterstützung finden sie Maßnahmen, die ihnen Linderung verschaffen.

Treten zu den Regelschmerzen weitere Beschwerden wie Krämpfe, Erbrechen oder starker Durchfall auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu Fieber, Kopfschmerzen oder einer starken Beeinträchtigung bei der Bewältigung des Alltags, ist es ratsam, mit einem Arzt über die Regelschmerzen zu sprechen und sich Hilfe zu holen.

Halten die Schmerzen ungewöhnlich lange an oder treten sie auch ohne das Einsetzen der monatlichen Blutung auf, ist Arztbesuch zu empfehlen. Es scheinen weitere Erkrankungen des Hormonsystem oder der Geschlechtsorgane vorzuliegen, die abgeklärt werden müssen. Befindet sich die Frau in einer stressigen Lebensphase, können die Regelschmerzen stärker als gewohnt sein. Sie sollte individuell entscheiden, ob sie ärztliche Hilfe und Unterstützung benötigt.

Diagnose und Verlauf

Regelschmerzen stellen ein krampfartiges Schmerzempfinden im Unterleib, häufig auch in der unteren Rückenpartie, dar. Zusätzlich leiden viele Betroffene unter Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Unwohlsein und schlechter Stimmungslage. Der behandelnde Arzt stellt die Diagnose nach ausführlichem Gespräch und eingehender Untersuchung der Gebärmutter, Scheide und Eierstöcke. Treten die Schmerzen direkt mit Einsetzen der Periode auf und sind anderweitige Erkrankungen ausgeschlossen, diagnostiziert der Mediziner primäre Regelschmerzen.

Zur Befunderstellung der sekundären Variante sind weitere Tests notwendig. Es folgen Ultraschalluntersuchung und Blutanalyse. Bei Verdacht auf Endometriose erfolgt häufig eine Laparoskopie (Bauchspiegelung). Während des Eingriffes, auch Schlüssellochchirurgie genannt, kann der Arzt durch einen winzigen Bauchschnitt, mithilfe eines Laparoskops, den Bauchraum einsehen und vorhandene Verursacher der Regelschmerzen sogleich behandeln.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Regelschmerzen ist ursachenabhängig. Primäre Regelschmerzen können individuell gelindert werden. Bei leichteren Beschwerden kann den Betroffenen bereits eine Wärmebehandlung im Schmerzzentrum helfen. Dazu eignen sich Wärmflaschen oder entkrampfende Bäder.

Sportliche Betätigung kann für eine Durchblutungssteigerung des Beckens sorgen und über den Schmerzpunkt hinweghelfen. Arzneitees und pflanzliche Präparate, mit krampflösenden Inhaltsstoffen, erzeugen ebenfalls Linderung.

Lassen sich Regelschmerzen durch eine natürliche Schmerzbehandlung nicht mäßigen oder sind derartig intensiv, dass normale Tätigkeiten beeinträchtigt werden, helfen Schmerzmittel schnell und nachhaltig.

Hierzu stehen die schmerzstillenden Wirkstoffe Paracetamol, Naproxen, Acetylsalicylsäure und Ibuprofen zur Verfügung. Ferner hilft der krampflösende Wirkstoff Butylscopolamin.

Regelschmerzen können auch mit kortisonfreien Antirheumatika-Substanzen (NSAR-Präparate) behandelt werden. Diese greifen in die Prostaglandin-Bildung ein. Jedoch sollten Medikamente dieser Art, aufgrund erheblicher Nebenwirkungen, nicht ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden.

Schließlich kann die Einnahme der Anti-Baby-Pille menstruationsbedingte Missempfindungen effektiv verhindern. Bei sekundären Regelschmerzen muss die verursachende Grunderkrankung entsprechend therapiert werden.



Vorbeugung

Betroffene können Regelschmerzen vorbeugen. In erster Linie hilft eine positive Grundeinstellung zum eigenen Körper. Darüber hinaus kann Sport, eine gesundheitsbewusste und ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung an der frischen Luft sowie ein weitestgehender Verzicht auf Genussgifte präventiv wirken. Zudem verhindert die Einnahme der Anti-Baby-Pille schmerzhafte Regelschmerzen und kann demzufolge vorbeugend verordnet werden.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

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