Unterleibsschmerzen (Unterbauchschmerzen)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 15. Mai 2017
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Unterleibsschmerzen (Unterbauchschmerzen ) können sowohl bei Männern, als auch bei Frauen auftreten. Je nach Art der Schmerzen können sie auf bestimmte Erkrankungen zurückgeführt werden. Unterleibsschmerzen können ein Hinweis auf Harn- oder Darmkrankheiten sein. Bei Frauen können gynäkologische Beschwerden Unterleibsschmerzen auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Unterleibsschmerzen (Unterbauchschmerzen)?

Unterleibsschmerzen können Begleitsymptome vieler Erkrankungen sein. Deshalb ist die Diagnose oftmals schwierig. Unterbauchschmerzen können akut oder auch chronisch auftreten. Akute Unterleibsschmerzen beginnen meist plötzlich. Die Intensität nimmt rasch zu.

Diese Unterbauchschmerzen sind in der Regel nur von kurzer Dauer. Chronische Unterleibsschmerzen treten kontinuierlich auf. Manchmal können die Schmerzen eine Schmerzspirale auslösen und sind damit ein langwieriges Problem, welches auch Syndrom der chronischen Unterleibsschmerzen genannt wird.

Ursachen

Die Ursachen von Unterleibsschmerzen können sehr vielfältig sein. Bei den akuten Unterleibsschmerzen werden drei Gruppen unterschieden.

Akute, nicht zyklische Unterbauchschmerzen und akute zyklische Unterleibsschmerzen haben gynäkologische Ursachen.

Akute, nicht zyklische Schmerzen können aufgrund von Eileiterschwangerschaften, drohenden Aborten, Eierstockzysten, Myomen oder Eierstockentzündungen ausgelöst werden.

Akute zyklische Unterbauchschmerzen treten in Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus auf.

Treten die Schmerzen zusammen mit der Menstruationsblutung auf, wird die Erkrankung Dysmenorrhoe genannt.

Als Mittelschmerz werden akute zyklische Unterleibsschmerzen bezeichnet, wenn die Symptome in der Zyklusmitte, zum Zeitpunkt des Eisprungs, auftreten. Darüber hinaus gibt es akute Unterleibsschmerzen ohne gynäkologische Ursachen, die bei Männern und Frauen auftreten können. Es gibt verschiedene Ursachen für diese Schmerzen. So können Blinddarmentzündungen oder andere Entzündungen und Funktionsstörungen des Darms die Schmerzen auslösen.

Auch Blasenentzündungen und Nierenbeckenentzündungen, sowie Nierensteine können akute Unterleibsschmerzen auslösen. Chronische Unterbauchschmerzen können vielfältige Ursachen haben. So können innere Verwachsungen, Infektionen, verschiedene Darmprobleme oder Probleme der harnableitenden Wege die Schmerzen auslösen. Aber auch Veränderungen an der Wirbelsäule können chronische Unterleibsschmerzen verursachen.

Wann zum Arzt?

Unterleibsschmerzen treten bei geschlechtsreifen Frauen, in der Zeit der Pubertät oder den Wechseljahren häufig in Verbindung zur Monatsblutung auf. Im Normalfall entwickeln Frauen auch ohne eine ärztliche Unterstützung Bewältigungsstrategien. Werden die Schmerzen als sehr intensiv erlebt, empfiehlt es sich dennoch, einen Arzt zu kontaktieren. Nehmen die Unterleibsschmerzen an Intensität zu oder halten sie über mehrere Tage an, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einer Ausbreitung der Schmerzen in den Oberbauch oder in Richtung des Beckens ist es ratsam, wenn ein Arzt konsultiert wird.

Treten die Beschwerden nach der Nahrungsaufnahme ein, liegt häufig eine allergische Reaktion vor. Obwohl die Schmerzen mit dem Verdauungsprozess verschwinden, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Lebensmittel zu ermitteln, die für die Unverträglichkeit verantwortlich sind.

Unterleibsschmerzen oder Unterbauchschmerzen sind in vielen Fällen ein Zeichen einer psychosomatischen Reaktion. In einer sehr angespannten Lebensphase oder vor einer wichtigen sowie angstauslösenden Situation, stellen sich die Schmerzen ein. Es kann sich dabei um eine Prüfung, aber auch um einen für den Betroffenen emotional wichtigen Termin handeln. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, sobald die Beschwerden über eine längere Zeit anhalten oder er Unterstützung bei der Bewältigung der Situation benötigt. Bei einem Druckgefühl im Unterleib oder Hautveränderungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose und Verlauf

So vielfältig wie die Ursachen von Unterleibsschmerzen sein können, so vielfältig sind auch die Maßnahmen und Methoden zur Diagnosestellung. Bei akuten Unterbauchschmerzen ist eine schnelle Diagnose sehr wichtig, damit, je nach Ursache, auch lebensbedrohliche Gefahren schnell behandelt werden können. Eine gründliche und umfassende klinische Untersuchung der Patienten ist zur Diagnosefindung unerlässlich. Dazu gehören auch Blutuntersuchungen und Ultraschalluntersuchung. In manchen Fällen wird auch eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt. Auch die Krankengeschichte der Patienten kann für den Arzt aufschlussreich sein. Sind gynäkologische Ursachen nicht auszuschließen, sind gynäkologische Untersuchungen zur Diagnosefindung notwendig.

Der Verlauf der Beschwerden hängt stark von den Ursachen ab. Bei akuten Unterleibsschmerzen lassen sich meist durch entsprechende Behandlungen die Schmerzen lindern und die Ursachen beheben. Bei chronischen Unterleibsschmerzen ist die Diagnosefindung häufig schwierig und der Krankheitsverlauf sehr langwierig.

Komplikationen

Leichte stechende oder ziehende Unterleibsschmerzen, die nach kurzer Zeit von selbst abklingen, haben in aller Regel harmlose Ursachen. Komplikationen sind in diesen Fällen nicht zu erwarten. Allerdings kann dieses Symptom auch eine Reihe ernsthafter Grunderkrankungen indizieren, die mit beträchtlichen Komplikationen verbunden sind, wenn sie nicht zeitnah behandelt werden. Rechtsseitige Unterleibsschmerzen, die zunehmend heftiger werden und mit starkem stechenden Schmerz einhergehen, wenn Druck auf die rechte Unterbauchseite ausgeübt wird, weisen auf eine Blinddarmentzündung hin. In diesen Fällen ist sofortiges Handeln geboten, da der Appendix andernfalls platzen kann, was mit akuter Lebensgefahr für den Betroffenen einhergeht.

Auch andere Magen- oder Darmprobleme äußern sich durch Schmerzen im Unterbauch. Dazu zählen zum Beispiel Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Diese gehen häufig mit starken Blutungen einher, wobei der Blutverlust lange Zeit unentdeckt bleibt. Ein blutendes Ulkus kann beim Betroffenen einen Schock auslösen, der zum Kreislaufzusammenbruch führt. Des Weiteren können die Geschwüre die Magenwand perforieren oder durchbrechen, was für den Patienten lebensgefährlich ist. Bei Frauen deuten anhaltende, starke Unterleibsschmerzen, die in Zusammenhang mit der Monatsblutung stehen, auf eine beginnende Endometriose hin. In diesen Fällen wuchert Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle, was zu extremen Beschwerden während der Menstruation führt. Stehen die Schmerzen nicht in Zusammenhang mit der Monatsblutung, liegt eine Erkrankung der Fortpflanzungsorgane nahe, die unbehandelt zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Unterleibsschmerzen hängt immer von der Ursache ab. Prinzipiell wird zwischen konservativen und operativen Maßnahmen unterschieden. In vielen Fällen ist eine konservative Behandlung mit Medikamenten möglich.

Dabei gilt es zum einen die akuten Schmerzen zu behandeln und zum anderen ursächliche Erkrankung zu therapieren. Gerade bei gynäkologischen Ursachen ist oftmals eine operative Behandlung notwendig.

In vielen Fällen ist dann eine laparoskopische Operation möglich. Bei einer Blinddarmentzündung ist eine schnelle operative Behandlung erforderlich. Darmerkrankungen oder Erkrankungen im Bereich der harnableitenden Wege werden krankheitsspezifisch behandelt.

Die Behandlung von chronischen Unterleibsschmerzen ist häufig sehr langwierig. Oftmals steht in diesen Fällen keine eindeutige Diagnose fest und/oder die Betroffenen sind bereits einmal oder mehrfach operiert worden. In diesen Fällen ist manchmal die Behandlung in einem Schmerzzentrum unerlässlich.

In einem Schmerzzentrum versuchen Schmerztherapeuten, Psychologen und Internisten gemeinsam die Ursachen der Schmerzen zu finden und die Unterleibsschmerzen zu lindern.



Vorbeugung

Bei akut zyklischen Unterleibsschmerzen können kurz vor dem erwarteten Zeitpunkt der Schmerzen bereits Schmerzmittel eingenommen werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung kann verschiedenen Darmerkrankungen entgegenwirken und damit unangenehme Unterbauchschmerzen verhindern. Bei einigen Ursachen, wie zum Beispiel einer Blinddarmentzündung gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen gegen die Unterleibsschmerzen.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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