Ziehen im Hoden

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Mai 2017
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Ein Ziehen im Hoden ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch ein Hinweis auf eine ernste Erkrankung sein. Deshalb sollte der Hodenschmerz, unabhängig von seiner Stärke, immer Anlass sein, einen Arzt aufzusuchen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ziehen im Hoden?

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Medikamente gegen: Schmerzen

Unter einem Ziehen im Hoden können sowohl Kinder als auch Erwachsene leiden. Die Ursachen sind vielfältig. Man kann jedoch nie sagen, ob den Hodenbeschwerden eine harmlose oder ernsthafte Störung zugrunde liegt. So kann ein stark schmerzender Hoden eine relative harmlose Ursache haben, während bei einem wenig schmerzenden Hoden eine schwere Krankheit zugrunde liegen könnte.

Die Hoden sind sogenannte Keimdrüsen des Mannes, welche für die Spermienproduktion verantwortlich sind. Sie erzeugen außerdem das männliche Sexualhormon Testosteron und sind somit auch für die Ausbildung der primären und sekundären männlichen Geschlechtsmerkmale und das männliche Sexualverhalten verantwortlich.

Die Hoden sind sehr intensiv mit Blutgefäßen und Nerven ausgestattet, um die ständige Spermienproduktion und Hormonbildung zu gewährleisten. Jede kleinere und größere Störung in diesem Bereich kann sich daher durch ein mehr oder weniger starkes Ziehen im Hoden bemerkbar machen.

Ursachen

Die Ursachen für ein Ziehen im Hoden können unterschiedlicher Natur sein. Die starke Ausstattung der Keimdrüsen mit Nerven machen sie besonders empfindlich gegenüber inneren und äußeren Einflüssen. Des Weiteren sind sie jedoch auch aufgrund ihrer intensiven Durchblutung besonders gegen Krankheitserreger aus anderen Körperregionen empfindlich.

Eine wichtige Ursache für ein immer stärker werdendes Ziehen im Hoden kann eine Hodenentzündung sein. Diese wird oft durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Besonders im Rahmen eines Mumps kommt es häufig auch zu Hodenentzündungen. Bei einer bakteriellen Infektion können unter Umständen im Bereich der Hoden auch Abszesse entstehen, die im Extremfall eine lebensgefährliche Blutvergiftung auslösen.

Diese Hodenentzündungen sind heimtückisch, weil sie zunächst mit kaum wahrnehmbarem Ziehen im Hoden beginnen und langsam immer stärker werden. Womöglich verleitet das dazu, den Arzt erst relativ spät zu konsultieren. Außer Hodenentzündungen spielen für die Beschwerden aber noch Hodentorsionen (Hodenverdrehung), Leisten- und Wasserbrüche, Krampfadern, Blasen- und Nierensteine oder sogar Hodenkrebs eine Rolle.

Eine Hodentorsion entsteht z. B. bei einem anlagebedingten Fehlen eines Bändchens, welches die Hoden ausreichend befestigt. Diese Torsion kann zu einer Unterversorgung der Hoden mit Nährstoffen und damit zu ihrer dauerhaften Schädigung führen. Auch Leistenbrüche sind nicht ungefährlich, weil es zu einer Einklemmung von Körpergewebe kommen kann. Krampfadern an den Hoden sind oft beschwerdefrei, rufen aber manchmal auch leichte Schmerzen hervor. Besonders intensives, aber häufig relativ harmloses Ziehen im Hoden tritt bei Prellungen auf, welche oft durch Einwirkung äußerer Gewalt entstehen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Ein Ziehen in den Hoden oder aber auch andere Schmerzen oder Veränderungen in dieser Körperregion, sollten definitiv von einem Arzt untersucht werden. Die Ursachen für ein Ziehen in den Hoden sind sehr vielseitig und unterschiedlich, sodass dahinter eine ernste oder auch harmlose Erkrankung stecken kann. Da in den Hoden immens viele Nerven- und Blutbahnen vorhanden sind, kann es durch unvorteilhafte Bewegungen oder auch durch äußere Gewalteinwirkungen zu einem Ziehen oder einem kurzzeitigen Schmerz kommen. Allerdings dürfte dieser bereits nach wenigen Minuten wieder verschwinden.

Bei einem dauerhaften und permanenten Ziehen ist definitiv ein Arzt aufzusuchen, da hierbei höchstwahrscheinlich eine Grunderkrankung vorliegt. Somit gilt: Nimmt ein Betroffener ein ungewohntes Druckgefühl oder gar einen Schmerz in den Hoden wahr, so ist zwingend ein Arzt aufzusuchen. Natürlich gilt das auch für äußere Veränderungen. Wird eine Art Knoten oder Zyste im Hoden wahrgenommen, so muss natürlich auch dieses Symptom unbedingt von einem Fachmann begutachtet werden. So können frühzeitig ernstere Erkrankungen diagnostiziert und behandelt werden.

Diagnose und Verlauf

Bei Ziehen im Hoden sollte immer ein Arzt zurate gezogen werden, um eine ernsthafte Ursache auszuschließen. Ein Urologe kann anhand von typischen Veränderungen im Bereich der Hoden, wie Schwellungen, Schmerzen oder tastbaren Knoten schnell eine Verdachtsdiagnose stellen. Da besonders bei einer Hodentorsion schnelles Handeln erforderlich ist, werden zur Schnelldiagnose auch bildgebende Verfahren, wie Sonografie und Dopplersonografie, eingesetzt.

Des Weiteren kann der Arzt auch an typischen Begleitsymptomen, wie Hodenschwellungen, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder Berührungsempfindlichkeit schnell eine Diagnose erstellen. Bei Entzündungen der Hoden werden noch Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt, um den Erreger zu bestimmen. Tritt neben den Hodenschmerzen auch noch blutiger Urin auf, besteht der Verdacht auf Blasen- oder Nierensteine. Im Zusammenhang mit Rückenschmerzen deutet ein Ziehen im Hoden auch auf einen eingeklemmten Nerv hin.

Komplikationen

In vielen Fällen ist der Grund für ein Ziehen in den Hoden eine Entzündung. Aufgrund von Bakterien und Viren kommt es zu einer Entzündung, die in besonders schlimmen Fällen sogar eine Eiterbildung aufweisen kann. Unter Umständen kann eine solche Entzündung auch eine Blutvergiftung hervorrufen, die einen Besuch beim Arzt unerlässlich macht. Mit den richtigen Medikamenten könne diese Komplikationen nämlich schnell und effektiv behandelt werden. Falls Blasensteine für das Ziehen in den Hoden verantwortlich sind, so kann es zu Komplikationen beim Urinieren kommen. Es kommt zu starken Schmerzen und Stichen, die allerdings mit entsprechenden Medikamenten gelindert werden können.

Eine Operation ist manchmal überhaupt nicht notwendig, da Blasensteine in vielen Fällen völlig von alleine verschwinden. Kompliziert wird es jedoch, wenn die Blasensteine zu groß sind. Dann kommt die betroffene Person nicht um eine Blasenspieglung herum, die aber unter einer örtlichen Betäubung durchgeführt werden kann. Generell gilt: Die Ursachen für ein Ziehen in den Hoden sind sehr vielseitig, sodass die Komplikationen genauso unterschiedlichen sein können. Wer daher frühzeitig die oben genannten Komplikationen vermeiden möchte, der sollte einen Besuch beim Arzt nicht auf die lange Bank schieben. Häufig entpuppt sich hinter dem Ziehen in den Hoden eine harmlose Krankheit, die durch Einnahme entsprechender Medikamente behandelt werden kann.

Behandlung und Therapie

Manchmal ist bei einem Ziehen im Hoden schnelle Hilfe erforderlich. Das ist besonders bei einer Hodentorsion der Fall. Wie bereits erwähnt, kann diese Hodenverdrehung durch ein anlagebedingtes Fehlen des Bändchens zur Befestigung der Hoden bei einer falschen Bewegung hervorgerufen werden. Dabei wird jedoch sofort die Versorgung der Keimdrüsen mit Blut und Nährstoffen unterbunden, was zu ihrem schnellen Absterben führen kann.

Der verdrehte Hoden muss schnell manuell beziehungsweise durch eine Notoperation gerade gerückt werden, um schwere Schäden zu vermeiden. Liegt eine Entzündung vor, entscheidet der Arzt anhand des Erregers, welche Therapie sinnvoll ist. Wird die Entzündung durch Viren hervorgerufen, steht die symptomatische Behandlung bis zum Abklingen der Beschwerden im Vordergrund.

Gegebenenfalls werden in diesem Zusammenhang entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel verabreicht. Bakterielle Infektionen müssen neben symptomatischer Therapie mit Antibiotika behandelt werden. Liegt dem Ziehen im Hoden eine Krebserkrankung zugrunde, muss eine entsprechende Krebstherapie erfolgen, welche Operation, Chemo- und Strahlentherapie beinhaltet.



Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen, welche ein Ziehen im Hoden verhindern können, gibt es nicht. Empfohlen wird jedoch die regelmäßige ärztliche Untersuchung der Hoden auf Hodenkrebs. Bei plötzlich auftretendem Ziehen im Hoden sollte jedoch zum Ausschluss von ernsten Erkrankungen immer ein Arzt aufgesucht werden.

Bücher über Männergesundheit

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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