Hodenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. September 2013

Hodenschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Sie treten als Folge von Verletzungen oder auch von Erkrankungen auf und äußern sich meist in Form von ziehenden und stechenden Schmerzen sowie auch als Druck- und Belastungsschmerzen. Hodenschmerzen werden in der Regel begleitet von anderen Symptomen wie Schwellungen, Verhärtungen als auch durch Verfärbungen der Haut und Schleimhäute.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hodenschmerzen

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Hodenschmerzen werden zu Beginn häufig als Unterleibsschmerzen wahrgenommen, so dass die Diagnose oftmals in anderen Gebieten vermutet wird. Bei plötzlich auftretenden Hodenschmerzen sollte stets ein Arzt konsultiert werden, vor allem da diese zum Teil ohne erkennbaren Auslöser auftreten können.

In der Regel treten Hodenschmerzen als Folge von Verletzungen auf oder auch als Begleitsymptom von Erkrankungen. Hodenschmerzen können auch nach dem Geschlechtsverkehr auftreten, jedoch sind diese in den meisten Fällen von vorübergehender Natur und bedürfen keiner Behandlung.

Ursachen von Hodenschmerzen

Hodenschmerzen können viele Ursachen habe. Die harmloseste Variante tritt manchmal nach dem Geschlechtsverkehr auf, vor allem dann, wenn die Erektion über einen sehr langen Zeitraum angehalten hat.

In den meisten Fällen werden Hodenschmerzen jedoch durch Infektionen verursacht. Die Hodenentzündung (Orchitis) tritt meist zusammen mit einer Entzündung der Nebenhoden auf und wird durch Viren oder Bakterien verursacht.

Des Weiteren werden Hodenschmerzen durch Bandscheibenvorfälle als auch durch Leistenbrüche hervorgerufen. Da der Hodensack mit zahlreichen Blutgefäßen durchzogen ist, können sich Krampfadern bilden, welche z. T. starke Schmerzen hervorrufen können.

In selteneren Fällen ist für die Hodenschmerzen ein Hodentumor verantwortlich. Da die Hoden zum Urogenitalbereich gehören, können auch Nieren- und Blasensteine Hodenschmerzen auslösen.

Aber auch äußere Einwirkungen können Hodenschmerzen verursachen. Durch einen Sturz oder einer sonstigen Gewalteinwirkung können die Hoden gequetscht oder geprellt werden. Weitere Ursachen für Hodenschmerzen können auch angeborene Fehlbildungen sein. Ein Hodenhochstand als auch eine Hodentorsion können starke Hodenschmerzen nach sich ziehen.

Diagnose und Verlauf von Hodenschmerzen

Diagnostiziert werden die Hodenschmerzen durch den Allgemeinmediziner als auch durch einen Urologen. Neben einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) folgen weitere Untersuchungen via Sicht- und Tastbefund. Um evtl. vorliegende Infektionen ausschließen zu können, werden das Blut als auch der Urin untersucht. Um Verletzungen oder Tumore auszuschließen, werden bildgebende Verfahren wie Röntgen, CT als auch Kernspintomographie eingesetzt.

In manchen Fällen ist es ratsam, eine Hodenbiospie oder auch eine operative Freilegung des Hodens durchführen zu lassen, wenn andere Untersuchungsergebnisse ohne Befund sind und die Hodenschmerzen weiterhin auftreten.

Je nachdem welche Ursache die Hodenschmerzen haben, ist der Verlauf auch unterschiedlich zu bewerten. Wird die jeweilige Ursache frühzeitig erkannt und adäquat behandelt, so klingen die Hodenschmerzen i. d. R. innerhalb kurzer Zeit ab und verschwinden vollständig. Allerdings kann es auch zu chronischen Schmerzzuständen kommen. Vor allem bei Verletzungen durch Gewalteinwirkung können Hodenschmerzen über einen sehr langen Zeitraum auftreten, da neben den Hoden selbst auch das umgebende Weichteilgewebe verletzt wird und für weitere Hodenschmerzen sorgen kann.

Behandlung von Hodenschmerzen

Je nach Ursache werden die Hodenschmerzen unterschiedlich behandelt. Treten die Hodenschmerzen infolge eines Geschlechtsverkehrs auf, klingen diese i. d. R. von selbst wieder ab. Erst wenn diese Schmerzen länger anhalten, sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden.

Wurden die Hodenschmerzen durch Infektionen hervorgerufen, erfolgt eine medikamentöse Behandlung mit Antibiotika als auch mit entzündungshemmenden Arzneimitteln. Wurden Krampfadern als Ursache diagnostiziert, können diese mittels eines kleinen chirurgischen Eingriffs verödet werden. Liegt ein Leistenbruch vor, so wird auch dieser mittels eines operativen Eingriffs behandelt.

Bei einer Hodentorsion ist eine Operation unumgänglich und sollte so schnell wie möglich erfolgen. Durch die verdrehten Hoden wird die Blutzufuhr unterbrochen als auch die Nerven geschädigt. Je länger dieser Zustand anhält, desto größer ist das Risiko, dass die Hoden auf Dauer geschädigt und schließlich entfernt werden müssen.

Eine operative Behandlung von Hodenschmerzen wird auch bei Hodentumoren angewandt. Der chirurgische Eingriff ist jedoch verbunden mit einer Strahlen- und Chemotherapie. Vor allem bei Hodenkrebs gilt, je früher dieser entdeckt und behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Therapie.

Sind die Hodenschmerzen Folge von Nieren- und Blasensteinen sind verschiedene Therapiemöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Je nach Größe der Steine kann eine medikamentöse Behandlung ausreichend bzw. kann es erforderlich sein, dass diese evtl. mittels eines chirurgischen Eingriffs entfernt werden müssen.

Schmerzen die Hoden aufgrund einer Verletzung oder äußerer Einwirkungen wie Schläge oder Tritte, entstehen Schwellungen, die so schnell wie möglich gekühlt werden sollten. Zudem bilden sich Hämatome, so dass sich die Haut bläulich, grünlich oder auch schwärzlich verfärbt.

Bilden sich die Hodenschmerzen nach dem Kühlen nicht zurück oder verstärken sich, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden, so dass tiefergehende Verletzungen ausgeschlossen werden können. Egal welche Ursache vorliegt, so werden Hodenschmerzen i. d. R. auch mit schmerzstillenden Medikamenten behandelt. Wichtig ist bei Hodenschmerzen, dass die genaue Ursache gefunden wird, so dass diese adäquat behandelt werden können.

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Vorbeugung von Hodenschmerzen

Für einige Arten von Hodenschmerzen können bedingt vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Da Mumps (Viruserkrankung) ein Auslöser sein kann, sollte man sich bzw. sein Kind schon im Säuglingsalter dagegen impfen lassen, so dass es erst gar nicht zu einer Infektion mit dem Erreger kommen kann.

Da auch Erreger (z. B. Gonorrhö) durch den Geschlechtsverkehr übertragen werden können, sollten stets Kondome verwendet werden.

Nieren- und Blasensteinen können vorgebeugt werden, indem man auf eine gesunde Ernährung achtet und stets ausreichend Flüssigkeit (mind. 2 Liter Wasser täglich) zu sich nimmt. Treten die Hodenschmerzen infolge einer langanhaltenden Erektion auf, so sollte auf stimulierende Medikamente (Viagra) verzichtet werden.

Allen anderen Ursachen kann nicht vorgebeugt werden. Bei Hodenschmerzen - egal welcher Ursache - sollte stets ein Arzt konsultiert werden, um Spätfolgen zu vermeiden.

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