Hodenschwellung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Hodenschwellung

Schwellungen und Verhärtungen des Hodens können auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Wenn die Hodenschwellung zusätzlich von Schmerzen begleitet wird, ist der Gang zum Arzt ein absolutes Muss, um Komplikationen und eine spätere Unfruchtbarkeit zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hodenschwellung?

Der Begriff Hodenschwellung bezeichnet keine eigenständige Erkrankung, sondern ist ein Symptom, das bei einer Vielzahl von Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane auftreten kann.

Dabei sammelt sich Flüssigkeit im Hoden oder Nebenhoden und verursacht dadurch die Hodenschwellung, die nur einen oder aber auch beide Hoden betreffen kann. Je nach Grunderkrankung geht die Schwellung des Hodens mit oder ohne Schmerzen einher. Darüber hinaus können weitere Symptome wie Rötungen des Hodens, Fieber oder Harnwegsinfektionen auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für eine Hodenschwellung sind vielfältig. Ein absoluter Notfall, der mit plötzlich auftretenden starken Schmerzen verbunden ist und ein sofortiges Handeln erfordert, ist die sogenannte Hodentorsion. Durch eine plötzliche Eindrehung des Samenstrangs wird die Durchblutung des Hodens unterbrochen, was innerhalb kürzester Zeit zu einem Absterben des Organs führen kann. Vor allem Kinder und Jugendliche sind hiervon betroffen.

Bei älteren Patienten ist oft eine Nebenhodenentzündung Ursache für eine Hodenschwellung. Ausgelöst wird die Infektion meist durch Viren oder Bakterien, die über die Harnröhre in den Körper gelangen und über die Samenwege bis zu den Nebenhoden aufsteigen.

Ebenfalls sehr schmerzhaft ist eine Hodenentzündung, die häufig Folge einer Mumps-Erkrankung ist, aber auch durch Windpocken, das Pfeiffersche Drüsenfieber oder Malaria verursacht werden kann. Neben den typischen Symptomen wie Hodenschwellung, Rötung des Hodensacks, Fieber und Abgeschlagenheit können sich in der Samenflüssigkeit oder auch im Urin Blutspuren zeigen.

Deutlich seltener treten schmerzfreie Hodenschwellungen auf. Diese können auf einen Wasserbruch – eine Flüssigkeitsansammlung in der Hodenhülle, eine Nebenhodenzyste oder einen Hodentumor hinweisen. Da viele Ursachen eine Schwellung des Hodens auslösen können, sollte zur Einleitung einer entsprechenden Behandlung immer ein Urologe zu Rate gezogen werden.

Diagnose und Verlauf

In einem ersten Anamnesegespräch wird sich der Arzt danach erkundigen, welche weiteren Symptome der Patient neben der Hodenschwellung hat und unter welchen Umständen diese auftreten. Dann folgen eine gründliche Inaugenscheinnahme der Hoden und eine vorsichtige Tastuntersuchung, die je nach Ursache der Hodenschwellung sehr schmerzhaft sein kann.

Durch das Abtasten des Hodens kann der Urologe eine Hodentorsion von einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung unterscheiden, da das Anheben des Hodens bei einer Hodentorsion als sehr schmerzhaft, bei einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung aber als schmerzlindernd empfunden wird. Zusätzlich werden Blut- und Urinproben genommen und zur Analyse ins Labor geschickt.

Um gefährliche Erkrankungen wie Hodentumore oder Hodentorsion zu erkennen, kann eine Ultraschalluntersuchung veranlasst werden. Hier zeigt sich auch, ob die Hoden durch eine Entzündung bereits vergrößert sind und sich gegebenenfalls Abszesse gebildet haben. Lässt sich trotz der genannten Untersuchungsmethoden die Ursache für die Schwellung des Hodens nicht eindeutig feststellen, ist eine Operation erforderlich, um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen oder den Hoden zu retten.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Hodenschwellung hängt ganz entscheidend von seiner Ursache ab. Wird eine Hodentorsion diagnostiziert, muss innerhalb der ersten sechs Stunden nach Auftreten der ersten Symptome operiert werden, um eine nachhaltige Schädigung des Organs zu verhindern. Dabei wird der betroffene Hoden entzwirbelt und wieder in eine normale Position gelegt.

Vorbeugend wird zusätzlich der Hoden mit dem Hodensack vernäht. Der Hoden erholt sich etwa 20 bis 30 Minuten nachdem die Durchblutung wiederhergestellt wurde. Ist die Hodenschwellung auf eine bakteriell bedingte Nebenhodenentzündung oder eine Hodenentzündung zurückzuführen, werden Antibiotika und entzündungshemmende Schmerzmittel verabreicht. Zusätzlich lindern strikte Bettruhe, Kühlung und das Ruhigstellen und Hochlagern des Hodens die Beschwerden.

Ein regelmäßiger Besuch beim Urologen ist während der Behandlung unabdingbar, um die Bildung von Abszessen rechtzeitig zu erkennen. Nach etwa 10 Tagen ist die Entzündung abgeklungen. Hodenschwellungen aufgrund von Wasserbruch oder Nebenhodenzysten bedürfen in der Regel keiner Behandlung, solange dadurch keine Schmerzen oder kein starkes Druckgefühl entsteht.

Bei Beschwerden kann eine Operation Abhilfe schaffen. Ist ein Hodentumor ursächlich für die Schwellung des Hodens, wird in einer Operation Gewebe entnommen und untersucht. Wenn der Tumor bösartig ist, müssen Hoden und Samenstrang entfernt werden.



Vorbeugung

Den besten Schutz vor einer Hodenschwellung bietet eine gesunde Lebensweise. Bei wechselnden Geschlechtspartnern ist die Verwendung von Kondomen unverzichtbar, um eine Ansteckung mit Keimen zu verhindern. Wer risikoreiche Sportarten wie Eishockey betreibt, sollte zur Vorbeugung ernsthafter Verletzungen immer einen Hodenschutz tragen.

Eine frühzeitige Behandlung einer Blasenentzündung oder Prostataentzündung verhindert das Übergreifen der Infektion auf die Nebenhoden und eine Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln ist ein wirksames Mittel gegen Hodenentzündung.

Tritt trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Hodenschwellung auf, sollte nicht mit Hausmittel experimentiert, sondern unverzüglich ein Urologe aufgesucht werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Hasa47 kommentierte am 30.03.2016 um 07:48 Uhr

Ein Hoden (links) ist deutlich dicker als der andere. Ich habe kein Schmerzen aber ein unangenehmes Gefühl.

bernd57 kommentierte am 05.11.2016 um 15:35 Uhr

Seit gestern ist mein rechter Hoden stark geschwollen verbunden mit teils sehr starken Schmerzen in der Leistengegend. Was kann ich dagegen machen?