Wässriger Stuhl

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. Januar 2017
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Gesunder Stuhl riecht nicht übel und ist in der Konsistenz zwar fest, aber auch nicht hart. Abweichungen von diesem Zustand sind in der Regel ungefährlich, wenn sie nur geringfügig sind und sich nach wenigen Stunden von allein wieder bessern. Wässriger Stuhl dagegen ist eine Form von Durchfall und ist auf eine Ursache im Magen-Darm-Trakt zurückzuführen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist wässriger Stuhl?

Wässriger Stuhl deutet auf eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes hin und ist eine der effizientesten Möglichkeiten für den Körper, den Darm schnell zu entleeren.

Durch die Darmwand wird Wasser in den Darm gespült, wodurch dieser sich sehr schnell und sehr gründlich entleeren kann. Wässriger Stuhl bedeutet, dass der Darm durchgespült wurde. Der Körper reagiert vor allem auf bakterielle, eher noch auf virale Effekte so heftig und versucht, durch den wässrigen Stuhl so viele Keime wie möglich auszuspülen. Da dabei aber auch die Darmflora immens in Mitleidenschaft gezogen wird, braucht der Patient nach wässrigem Stuhl in der Regel eine wiederaufbauende Behandlung und kann nicht einfach darauf warten, dass sich die Verdauung von allein wieder normalisiert.

Ursachen

Wässriger Stuhl ist eine extreme Form von Durchfall und entsteht dann, wenn der Körper Substanzen so schnell wie möglich loswerden will. Da nur die Wand des Dünndarms überhaupt dazu in der Lage ist, Flüssigkeit in diesen Mengen freizusetzen und sich somit gewissermaßen selbst zu spülen, ist davon auszugehen, dass das Problem im Dünndarm liegt.

Die häufigste Ursache von wässrigem Stuhl ist ein Magen-Darm-Infekt mit Viren, seltener mit Bakterien. Es kommt neben dem wässrigen Stuhl zu weiteren typischen Begleiterscheinungen wie schnell auftretender Übelkeit mit wiederkehrendem Erbrechen, hohem Fieber, Austrocknung und starker Abgeschlagenheit. Einen solchen Infekt holt man sich schnell, wenn man insbesondere während einer Epidemie nicht auf ausreichende Hygiene achtet und sich inmitten infizierter Menschen befindet. Seltenere Ursachen für wässrigen Stuhl sind Nebenwirkungen von Medikamenten, aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien gegen bestimmte Lebensmittel, die sich erst oder auch unter anderem durch die Reaktion des Darms zeigen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind ebenfalls dafür bekannt, wässrigen Stuhl auszulösen. Sehr selten lösen Krebserkrankungen immer wieder wässrigen Stuhl aus. Meistens passiert das, noch bevor es zu Blut im Stuhl kommt, der wässrige Stuhl kann dabei ohne weitere Symptome auftreten - er kommt jedoch immer wieder zurück. Als mögliche Ursache kommt in Frage, dass der Darm durch das Wachstum eines Tumors für einige Zeit verstopft war und der Körper mit wässrigem Stuhl versucht, die Verstopfung zu lösen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Je nach Verlauf des wässrigen Stuhls kann der Arzt oft Rückschlüsse darauf ziehen, worin die Ursache begründet ist. Wässriger Stuhl, der akut und sehr schnell auftritt und noch von Erbrechen und Übelkeit begleitet ist, ist sehr wahrscheinlich infektiös. Der Arzt wird eine Blut- und Stuhlprobe nehmen und diese unter dem Mikroskop auf Erreger hin untersuchen, während er den Patienten symptomatisch behandelt. Können keine Erreger erkannt werden und es kommt dennoch immer wieder zum Auftreten von wässrigem Stuhl, wird an Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel gedacht.

Zur Diagnose kommen Allergietests, Tests auf Unverträglichkeiten sowie das Führen eines Ernährungstagebuchs durch den Patienten in der Frage. Letzteres liefert Hinweise darauf, wogegen der Darm des Betroffenen so empfindlich reagieren könnte - tritt wässriger Stuhl immer wieder nach Verzehr eines bestimmten Lebensmittels auf, wird auf eine Unverträglichkeit gegen dieses hin untersucht. Falls der wässrige Stuhl damit noch nicht diagnostiziert werden kann, kommt eine Darmspiegelung mit möglicher Entnahme einer Biopsie in Frage. Mit dieser kann der Arzt ungewöhnliche Zellstrukturen der Darmwand erkennen, die den wässrigen Stuhl bedingen.

Behandlung und Therapie

Wässriger Stuhl ist deshalb problematisch, da er dem Körper des Patienten sehr viel Flüssigkeit auf einmal entzieht. Gewöhnlicher Stuhl enthält nicht viel Flüssigkeit - da erscheint es nur naheliegend, dass der Körper für wässrigen Stuhl viele Flüssigkeitsressourcen aufwenden muss. Diese fehlen ihm an anderer Stelle wieder und es droht unabhängig von der Ursache Dehydrierung. Deshalb werden Patienten mit wässrigem Stuhl zunächst symptomatisch behandelt, bevor die Ursache abgeklärt wird.

Sie erhalten Medikamente, die die Darmwand ruhigstellen, sodass diese keine Flüssigkeit mehr ausscheiden kann. Dieser Effekt hält einige Stunden, wonach der wässrige Durchfall in der Regel nicht mehr wiederkommt. Bei Patienten mit Erbrechen und Übelkeit ist zusätzlich ein Antiemetikum notwendig, da sie auch auf diesem Wege Flüssigkeit verlieren. Währenddessen hat der Arzt Blut- und Stuhlproben genommen und untersucht diese, der Patient schont sich in dieser Zeit. Bei Fieber wird empfohlen, im Bett zu bleiben.

Handelt es sich um einen Infekt, wird der Patient nach Möglichkeit mit Antibiotika behandelt und bekommt in jedem Fall eine Suspension zum Trinken, die die Darmflora wieder herstellt. Bei Unverträglichkeiten und Allergien benötigt der Patient eine Ernährungsberatung, um zu wissen, wie er sich künftig ernähren kann, um wässrigen Stuhl zu vermeiden. Schwerere Ursachen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Krebserkrankungen des Verdauungstraktes bedürfen dagegen einer individuelleren, auf den Patienten abgestimmten Behandlung.



Vorbeugung

Wässriger Stuhl begegnet jedem Menschen irgendwann einmal im Leben, denn die häufigste Ursache sind Magen-Darm-Infektionen und diese fängt man sich schnell ein. Befindet man sich an einem öffentlichen Ort, an dem mehrere andere Menschen schon erkrankt sind, sollte man die Nutzung öffentlicher Toiletten weitestgehend vermeiden. Türgriffe dürfen nicht direkt berührt werden, auch der Toilettensitz nicht und Händewaschen mit Seife, bestenfalls mit einem antibakteriellen Produkt, ist jetzt Pflicht.

Bei bekannten oder vermuteten Unverträglichkeiten sollte das betreffende Lebensmittel gemieden werden, denn nur so lässt sich wässriger Stuhl sicher vermeiden. Medikamente, die helfen sollen, das betreffende Lebensmittel trotzdem essen zu können, dürfen nur in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Eine natürliche, wenig fetthaltige und ballaststoffreiche Ernährung ist für die Darmgesundheit darüber hinaus jedem zu empfehlen.

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