Wässriger Stuhl

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Mai 2017
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Gesunder Stuhl riecht nicht übel und ist in der Konsistenz zwar fest, aber auch nicht hart. Abweichungen von diesem Zustand sind in der Regel ungefährlich, wenn sie nur geringfügig sind und sich nach wenigen Stunden von allein wieder bessern. Wässriger Stuhl dagegen ist eine Form von Durchfall und ist auf eine Ursache im Magen-Darm-Trakt zurückzuführen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist wässriger Stuhl?

Wässriger Stuhl deutet auf eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes hin und ist eine der effizientesten Möglichkeiten für den Körper, den Darm schnell zu entleeren.

Durch die Darmwand wird Wasser in den Darm gespült, wodurch dieser sich sehr schnell und sehr gründlich entleeren kann. Wässriger Stuhl bedeutet, dass der Darm durchgespült wurde. Der Körper reagiert vor allem auf bakterielle, eher noch auf virale Effekte so heftig und versucht, durch den wässrigen Stuhl so viele Keime wie möglich auszuspülen. Da dabei aber auch die Darmflora immens in Mitleidenschaft gezogen wird, braucht der Patient nach wässrigem Stuhl in der Regel eine wiederaufbauende Behandlung und kann nicht einfach darauf warten, dass sich die Verdauung von allein wieder normalisiert.

Ursachen

Wässriger Stuhl ist eine extreme Form von Durchfall und entsteht dann, wenn der Körper Substanzen so schnell wie möglich loswerden will. Da nur die Wand des Dünndarms überhaupt dazu in der Lage ist, Flüssigkeit in diesen Mengen freizusetzen und sich somit gewissermaßen selbst zu spülen, ist davon auszugehen, dass das Problem im Dünndarm liegt.

Die häufigste Ursache von wässrigem Stuhl ist ein Magen-Darm-Infekt mit Viren, seltener mit Bakterien. Es kommt neben dem wässrigen Stuhl zu weiteren typischen Begleiterscheinungen wie schnell auftretender Übelkeit mit wiederkehrendem Erbrechen, hohem Fieber, Austrocknung und starker Abgeschlagenheit. Einen solchen Infekt holt man sich schnell, wenn man insbesondere während einer Epidemie nicht auf ausreichende Hygiene achtet und sich inmitten infizierter Menschen befindet. Seltenere Ursachen für wässrigen Stuhl sind Nebenwirkungen von Medikamenten, aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien gegen bestimmte Lebensmittel, die sich erst oder auch unter anderem durch die Reaktion des Darms zeigen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind ebenfalls dafür bekannt, wässrigen Stuhl auszulösen. Sehr selten lösen Krebserkrankungen immer wieder wässrigen Stuhl aus. Meistens passiert das, noch bevor es zu Blut im Stuhl kommt, der wässrige Stuhl kann dabei ohne weitere Symptome auftreten - er kommt jedoch immer wieder zurück. Als mögliche Ursache kommt in Frage, dass der Darm durch das Wachstum eines Tumors für einige Zeit verstopft war und der Körper mit wässrigem Stuhl versucht, die Verstopfung zu lösen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Wässriger Stuhl tritt nur dann auf, wenn der menschliche Körper bestimmte Substanzen loswerden will. Die Ursache dafür liegt entweder bei einer Allergie oder einem Virus-Infekt. Natürlich muss mit einem wässrigen Durchfall nicht sofort zum Arzt gegangen werden. Dennoch ist an dieser Stelle höchste Vorsicht geboten, denn dieses Krankheitsbild gilt es ganz genau zu beobachten. Tritt ein wässriger Durchfall nur über einen kurzen Zeitraum auf, so ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit zurückzuführen.

Hält der wässrige Stuhl jedoch über mehrere Tage an und kommt es zu weiteren Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit, so ist der Körper mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Magen-Darm-Infekt infiziert. In so einem Fall ist definitiv ein Arzt aufzusuchen, da ansonsten diverse Komplikationen hinzukommen können. Nur mit entsprechenden Medikamenten kann eine schnelle Genesung und Besserung gewährleistet werden.

Um andere Grunderkrankungen ausschließen zu können, ist ein Arztbesuch ebenfalls bei einem langanhaltenden Durchfall unerlässlich. Eine chronische Darmerkrankung zeichnet sich auch durch einen wässrigen Stuhlgang aus, sodass schnellstmöglich eine explizite Behandlung erfolgen muss. Nur durch eine frühzeitige Behandlung können schwere Krankheiten mit permanenten Folgeschäden erkannt und behandelt werden. Daher gilt: Hält wässriger Stuhlgang über mehrere Tage hinweg an, so ist umgehend ein Arzt zu konsultieren!

Diagnose und Verlauf

Je nach Verlauf des wässrigen Stuhls kann der Arzt oft Rückschlüsse darauf ziehen, worin die Ursache begründet ist. Wässriger Stuhl, der akut und sehr schnell auftritt und noch von Erbrechen und Übelkeit begleitet ist, ist sehr wahrscheinlich infektiös. Der Arzt wird eine Blut- und Stuhlprobe nehmen und diese unter dem Mikroskop auf Erreger hin untersuchen, während er den Patienten symptomatisch behandelt. Können keine Erreger erkannt werden und es kommt dennoch immer wieder zum Auftreten von wässrigem Stuhl, wird an Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel gedacht.

Zur Diagnose kommen Allergietests, Tests auf Unverträglichkeiten sowie das Führen eines Ernährungstagebuchs durch den Patienten in der Frage. Letzteres liefert Hinweise darauf, wogegen der Darm des Betroffenen so empfindlich reagieren könnte - tritt wässriger Stuhl immer wieder nach Verzehr eines bestimmten Lebensmittels auf, wird auf eine Unverträglichkeit gegen dieses hin untersucht. Falls der wässrige Stuhl damit noch nicht diagnostiziert werden kann, kommt eine Darmspiegelung mit möglicher Entnahme einer Biopsie in Frage. Mit dieser kann der Arzt ungewöhnliche Zellstrukturen der Darmwand erkennen, die den wässrigen Stuhl bedingen.

Komplikationen

Wer unter einem wässrigen Stuhl leidet, der muss natürlich auch mit anderen Komplikationen rechnen. Da Betroffene mit einem wässrigen Stuhl unter einem starken Flüssigkeitsverlust leiden, besteht die Gefahr von Ohnmachtsanfällen und Kreislaufproblemen. Um diesen Komplikationen entgegenzuwirken, ist die Einnahme von ausreichend Flüssigkeit sehr wichtig. Hinzu können sehr starke Kopfschmerzen kommen, die sich mit einem dauerhaften Pochen bemerkbar machen. Die Art der möglichen Komplikationen ist natürlich auch abhängig von der Ursache, die verantwortlich für den wässrigen Stuhl ist. Liegt die Ursache in einem Infekt, so ist eine erhöhte Temperatur keine Seltenheit. Außerdem kann es zu Schüttelfrost, Übelkeit oder Erbrechen kommen. Hält der wässrige Stuhl über mehrere Tage an, so ist höchste Vorsicht geboten. Es kann in so einem Fall zu einer dauerhaften Schädigung des Darms kommen, da dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Bakterien oder einem Pilz infiziert ist. In besonders schlimmen Fällen droht sogar die Bildung eines Abszess. Eine solche Eiteransammlung kann weitere Komplikationen hervorrufen, wie zum Beispiel eine Blutvergiftung. Wird bei so einem Krankheitsbild kein Arzt aufgesucht, so kann dies sogar bis zum Tod führen.

Behandlung und Therapie

Wässriger Stuhl ist deshalb problematisch, da er dem Körper des Patienten sehr viel Flüssigkeit auf einmal entzieht. Gewöhnlicher Stuhl enthält nicht viel Flüssigkeit - da erscheint es nur naheliegend, dass der Körper für wässrigen Stuhl viele Flüssigkeitsressourcen aufwenden muss. Diese fehlen ihm an anderer Stelle wieder und es droht unabhängig von der Ursache Dehydrierung. Deshalb werden Patienten mit wässrigem Stuhl zunächst symptomatisch behandelt, bevor die Ursache abgeklärt wird.

Sie erhalten Medikamente, die die Darmwand ruhigstellen, sodass diese keine Flüssigkeit mehr ausscheiden kann. Dieser Effekt hält einige Stunden, wonach der wässrige Durchfall in der Regel nicht mehr wiederkommt. Bei Patienten mit Erbrechen und Übelkeit ist zusätzlich ein Antiemetikum notwendig, da sie auch auf diesem Wege Flüssigkeit verlieren. Währenddessen hat der Arzt Blut- und Stuhlproben genommen und untersucht diese, der Patient schont sich in dieser Zeit. Bei Fieber wird empfohlen, im Bett zu bleiben.

Handelt es sich um einen Infekt, wird der Patient nach Möglichkeit mit Antibiotika behandelt und bekommt in jedem Fall eine Suspension zum Trinken, die die Darmflora wieder herstellt. Bei Unverträglichkeiten und Allergien benötigt der Patient eine Ernährungsberatung, um zu wissen, wie er sich künftig ernähren kann, um wässrigen Stuhl zu vermeiden. Schwerere Ursachen wie chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder Krebserkrankungen des Verdauungstraktes bedürfen dagegen einer individuelleren, auf den Patienten abgestimmten Behandlung.



Vorbeugung

Wässriger Stuhl begegnet jedem Menschen irgendwann einmal im Leben, denn die häufigste Ursache sind Magen-Darm-Infektionen und diese fängt man sich schnell ein. Befindet man sich an einem öffentlichen Ort, an dem mehrere andere Menschen schon erkrankt sind, sollte man die Nutzung öffentlicher Toiletten weitestgehend vermeiden. Türgriffe dürfen nicht direkt berührt werden, auch der Toilettensitz nicht und Händewaschen mit Seife, bestenfalls mit einem antibakteriellen Produkt, ist jetzt Pflicht.

Bei bekannten oder vermuteten Unverträglichkeiten sollte das betreffende Lebensmittel gemieden werden, denn nur so lässt sich wässriger Stuhl sicher vermeiden. Medikamente, die helfen sollen, das betreffende Lebensmittel trotzdem essen zu können, dürfen nur in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Eine natürliche, wenig fetthaltige und ballaststoffreiche Ernährung ist für die Darmgesundheit darüber hinaus jedem zu empfehlen.

Bücher über Magen-Darm-Erkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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